post-title HR Giger + Mire Lee | Schinkel Pavillon | 18.09.2021-02.01.2022

HR Giger + Mire Lee | Schinkel Pavillon | 18.09.2021-02.01.2022

HR Giger + Mire Lee | Schinkel Pavillon | 18.09.2021-02.01.2022

HR Giger + Mire Lee | Schinkel Pavillon | 18.09.2021-02.01.2022

bis 02.01. | #3190ARTatBerlin | Schinkel Pavillon zeigt derzeit eine Ausstellung mit den Künstler:innen HR Giger & Mire Lee.

Der Schinkel-Pavillon bringt die Welten des verstorbenen Schweizer Visionärs HR Giger (1940-2014) und der südkoreanischen Künstlerin Mire Lee (geb. 1988) zusammen und verwandelt sich in einen Ort der Erkundung der dunkelsten Gänge des menschlichen Körpers und der Psyche. Dieses ebenso verführerische wie dystopische Szenario ist die erste institutionelle Ausstellung von Gigers Werk in Deutschland und die erste große Präsentation von Lees Arbeit hierzulande.

HR Giger war ein Maler, Bildhauer und Designer, der als „Vater“ des Xenomorph bekannt ist – dem Protagonisten des Monsters in Ridley Scotts Film „Alien“ von 1979. Die Ausstellung im Schinkel Pavillon zeigt nicht nur die ikonischen Werke des Künstlers, die zur Erschaffung des Alien-Protagonisten führten, sondern positioniert Giger auch als späten Surrealisten. Sie präsentiert das einflussreiche Gesamtkunstwerk des Künstlers – seine frühen surrealistischen Ölgemälde, Tuschezeichnungen, Skulpturen sowie bisher nicht gezeigte private Tagebücher – und hebt den alterslosen Freud’schen Horror und die gesellschaftlichen Ängste hervor, die so tief in seinem Werk verankert sind.

Gigers Universum wird mit dem von Mire Lee gepaart, die in letzter Zeit durch ihre kinetischen Skulpturen und quasi-alchemischen Installationen bekannt geworden ist. Die neu in Auftrag gegebenen, komplexen Arrangements und Strukturen aus Silikon, PVC, Schläuchen, Maschinen, Metall und Beton umweben den Schinkel-Pavillon und erinnern an dysfunktionale Organismen, sezierte Körperteile, fleischige Gliedmaßen oder Därme. Sexualität, Körperlichkeit und Technologie sind in ihrem Werk miteinander verwoben, denn ihre gleichzeitig verführerischen und abstoßenden Formen drehen und kriechen in zähflüssigen Flüssigkeiten.

Die Ausstellung HR Giger & Mire Lee verwandelt den achteckigen Hauptraum des Schinkel Pavillons in eine gebärmutterartige Zelle. Sie wird von Gigers Visionen grotesker, mutantenähnlicher Gestalten bevölkert, die seine Angst vor dem nuklearen Wettrüsten des Kalten Krieges und seine unheimlichen Erkundungen der pränatalen Psychologie widerspiegeln. Lees Carriers – offsprings (2021) hängen von der Decke – diese bauchigen, vielgliedrigen Kreaturen werden mit zähflüssigen Flüssigkeiten gefüttert, die durch motorgetriebene Schläuche gepumpt werden, die an Nabelschnüre erinnern und gelegentlich spritzen. Wie Körper oder Wesen in verschiedenen Zuständen von Fülle und Hohlheit, Wachstum und Verfall, manifestieren Carriers – offsprings Lees Erkundungen von Extremen sowie den Fetisch der „Vorarephelia“ – die Sehnsucht, ein Lebewesen vollständig zu absorbieren oder von ihm verzehrt zu werden, oder sogar eine Rückkehr in den Mutterschoß.

ART at Berlin - courtesy by Schinkel Pavillon HR Giger Mire-Lee
Courtesy of Schinkel Pavillon, HR Giger + Mire Lee, Ausstellungsfotos

Die untere Ebene des Schinkel-Pavillons präsentiert eine dämonische und heftig erotische Liebesgeschichte, die sich um einen Dialog zwischen Gigers Necronom (Alien) (1990) und Lees neuer animatronischer Skulptur Endless House (2021) dreht. Einige von Gigers wichtigsten Airbrush-Gemälden, darunter das ikonische Necronom IV (1976), sowie Skizzen für „Alien“, Tagebücher und erotische Zeichnungen geben einen intimeren Einblick in die düstere Vorstellungskraft des Künstlers, während sich eine andere neue Skulptur von Lee in Endlosschleifen beunruhigend auf dem Boden dreht.

Sowohl Gigers als auch Lees „Organismen“ sind Phantasmagorien von Menschen und Maschinen, die ein unauflösliches Ganzes bilden und sich ständig zwischen den Stadien des Verfalls und der Widerstandsfähigkeit, der Lust und des Abscheus, der Hoffnungslosigkeit und der Macht bewegen – und damit sinnbildlich für die Polaritäten unserer eigenen Existenz stehen. Abstraktion, Figuration, Organik, Apparatur, Geburt, Erotik, Gewalt und Tod verschmelzen zu einem Kreislauf ständiger Metamorphose.

Kuratiert von Agnes Gryczkowska
Assistenzkuratorin: Hendrike Nagel

Ausstellungsdaten: Samstag, 18. September 2021 – Sonntag, 2. Januar 2022

Zum Ausstellungsort

 

 

Ausstellung HR Giger & Mire Lee – Schinkel Pavillon | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

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