post-title natural space | Gruppenausstellung | galerie gerken | 08.12.2017–21.02.2018

natural space | Gruppenausstellung | galerie gerken | 08.12.2017–21.02.2018

natural space | Gruppenausstellung | galerie gerken | 08.12.2017–21.02.2018

natural space | Gruppenausstellung | galerie gerken | 08.12.2017–21.02.2018

bis 21.02. | #1742ARTatBerlin | galerie gerken präsentiert ab 8. Dezember 2017 die Gruppenausstellung „natural space“ mit Werken von sechs Künstler*innen.

Die diesjährige Themenausstellung widmet sich der traditionsreichen Motivwelt der Landschaft in der Malerei, Zeichnung und Grafik, wodurch ein Einblick in die zeitgenössische Annäherung an jenes Genre ermöglicht werden soll. Die teilnehmenden Künstler*innen legen durch ihre Werke das Potential von Naturdarstellungen im weitesten Sinne offen, wobei fundamentale Fragen an Komposition und Material ebenso wie aktuelle Debatten unserer Lebenswelt thematisiert und reflektiert werden. Die unterschiedlichen künstlerischen Herangehensweisen zeigen die motivische Bandbreite und inhaltliche Vielseitigkeit der Gattung, wodurch die Tradition eine zeitgenössische Legitimation erhält.

Teilnehmende Künstler*innen: Tinka Bechert ∙ Julia Benz ∙ Carla Chan ∙ Tegene Kunbi ∙ Dieter Mammel ∙ Yannick Riemer

Tinka Bechert formuliert in ihrer Malerei grundlegende Fragen an das Medium und seine Mittel. Mit einem außerordentlichen Gespür für Farbe und Komposition, ermöglicht Bechert neben dem reinen ästhetischen Empfinden, stets eine vielschichtige inhaltliche Dimension. Diese nährt sich unter anderem durch die verschiedenen Zeit- und Lebenseindrücke von Bechert, wobei ihre Geburtsstadt Berlin und ihr gewählter Wohnort an der Westküste Irlands als zentrale Einflüsse gelten. Im Rahmen dieser Ausstellung reflektiert Bechert ihre malerische Beziehung zur Landschaft Irlands, die im Kontrast zum städtischen Leben die nötige Luft und den weiten Raum zum kreativen Atmen bietet und somit selbst zum Thema der Kunst wird.

Julia Benz‘ Malereien begehen den Grenzgang zwischen alltäglich Sichtbarem und mystischer Verborgenheit. Beide Erlebniswelten sind hierbei nicht voneinander abgeschlossen, sondern beeinflussen sich dynamisch, lassen feine Zwischenebenen und  ferne Deutungshorizonte entstehen. Das Offenbaren und Verschleiern, die konkrete Form und die abstrakte Auflösung gehen in der Malerei von Benz Hand in Hand und zelebrieren die Ambivalenz als inhaltlichen und kompositorischen Anlass, ermöglichen dem Betrachter ein Anknüpfen an bekannte Formen und lassen diesen sogleich in einen bodenlosen Farbkosmos fallen.

Carla Chans Serie Clouded White berichtet von Eindrücken, die die Künstlerin während eines Aufenthalts in Schweden sammeln konnte. Mit einer digitalen Kamera fotografierte sie im Dunkel der Nacht die für das Auge unsichtbaren natürlichen Strukturen. Das Bildrauschen des Apparates wird dabei durch das Korn des Kohlestaubes übertragen. Mit einem Siebdruckverfahren wird transparenter Kleber auf das Papier gebracht, der durch das Auftragen von Kohlestaub seine Strukturen offenlegt. Der künstlerische Prozess ermöglicht einerseits das Motiv zu erkennen und fängt im gleichen Moment die Bewegung des Puders über das Papier hinweg ein. Die Erfahrung der Konfrontation mit der Natur und des Verlorenseins in der Finsternis ließ imaginäre Landschaften entstehen, die Chan in der physikalischen Realität des Druckes konserviert.

Tegene Kunbis abstrakte Malereien ziehen ihre Wirkungskraft aus dem Spannungsverhältnis flächiger Geometrie und vielschichtiger Tiefenstaffelung. Lasur über Lasur liegen die intensiven Farbstreifen übereinander und berichten vom künstlerischen Prozess‘ Kunbis: Der vorherige malerische Moment wird fast vollständig von einer neuen Schicht überdeckt ohne dabei verloren zu gehen. Zart durch den neuen Strich schimmernd, in der Farbmischung symbiotisch wirkend oder als haptische Aufbäumung am Rand der Flächen bezeugen die Malereien Kunbis ihre eigene narrative Zeitlichkeit.

Dieter Mammel präsentiert in dieser Gruppenausstellung sein bisher größtes Leinwandformat: Mit den Maßen von drei Metern Höhe und fünf Metern Länge erstreckt sich die Wasserlandschaft monumental über die Wandfläche und ermöglicht dem Betrachter selbst Teil der Welle zu werden. In einem Pendeln zwischen abstrakter Formauflösung und naturalistischer Darstellung thematisiert Mammel die Beziehung zwischen Mensch und Meer. Überwältigend und faszinierend bäumt sich das Wasser zu einer unbezwingbaren Naturgewalt gegenüber dem unscheinbaren Individuum auf, ist im Moment des brechenden Wellenkamms ergriffen und berichtet von der bevorstehenden donnernden Kraft der dynamischen Masse. Noch hält der Mensch den Kopf knapp über Wasser und symbolisiert vielschichtig die Paradoxien der menschlichen Hybris. Im Angesicht jener Energie und Schönheit, die er blind zerstört, geht seine eigene Destruktion einher. Mammel zeigt uns die verschwindende Bedeutungslosigkeit des menschlichen Seins und reflektiert jenes Dilemma mit seiner sensiblen und kraftvollen Ästhetik.

Yannick Riemer setzt sich in seiner Serie CAVE CANEM ~BIN~ mit der Landschaft als isolierte Privatsphäre auseinander und stellt dem freiheitlichen Bild der unberührten, weiten Natur eine andere Perspektive entgegen. Mit dem menschlichen Bedürfnis Besitz zu definieren und durch Grenzen Ausdruck zu verleihen, erfährt die Landschaft als Ganzes eine Fragmentierung. Hinter dem eigenen kleinen Zaun entsteht eine autarke Lebenswelt, die sich eine autonome Sprache aneignet. Riemer zeichnet die Entwicklung und Transformation von den gewählten Symbolen der Kommunikation nach, verschränkt Formen und Informationen, sodass der Prozess von Wahrheitsbildung nachvollzogen werden kann. Die Abstraktion der vielseitigen Interpretationsansätze ist hierbei inhaltliches sowie ästhetisches Mittel und belegt die Komplexität der individuellen Sichtachsen auf jedem kleinen Erdenstück.

Vernissage: Freitag, 08. Dezember 2017, 18.00 – 21.00 Uhr

Ausstellungsdaten: Freitag, 08. Dezember 2017 bis Mittwoch, 21. Feburar 2018

Künstlergespräche:

Tinka Bechert – 27. Januar 2018, 18 Uhr

Yannick Riemer – 03. Februar 2018, 18 Uhr

Julia Benz – 03. Februar 2018, 19 Uhr

Dieter Mammel – 17. Februar 2018, 18 Uhr

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Bildunterschrift: via galerie gerken

Kunst in Berlin: natural space – Gruppenausstellung – galerie gerken | ART at Berlin

 

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