post-title Wendimagegn Belete | Your Gaze Makes Me | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 10.07.-06.08.2021

Wendimagegn Belete | Your Gaze Makes Me | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 10.07.-06.08.2021

Wendimagegn Belete | Your Gaze Makes Me | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 10.07.-06.08.2021

Wendimagegn Belete | Your Gaze Makes Me | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 10.07.-06.08.2021

bis 06.08. | #3091ARTatBerlin | Kristin Hjellegjerde Berlin zeigt ab 10. Juli 2021 die Ausstellung Your Gaze Makes Me mit Werken des Künstlers Wendimagegn Belete.

Stolze Figuren mit schwarz verschleierten Gesichtern erscheinen in aufwendigen, traditionellen Kostümen vor bearbeitetem Hintergrund: Für seine neueste Werkreihe hat sich der äthiopische Künstler Wendimagegn Belete ethnografischer Schwarz-Weiß-Bilder angenommen, die er vergrößert, digital bearbeitet und druckt, um anschließend ergänzende Details von Hand zu kolorieren. So entstehen lebendige, strukturierte Porträts, die nicht nur die Taktilität von Bildern untersuchen, sondern auch ihre Beziehung zu Zeit und Geschichte. Your Gaze Makes Me, seine erste Soloausstellung in der Berliner Dependance der Kristin Hjellegjerde Gallery, bietet eine fesselnde Erkundung der Frage, wie erlernte Wahrnehmungsgewohnheiten unser Verständnis von Bild und Geschichte einschränken können – und wie die Kunst neue Wege des Sehens freisetzen kann.

Beletes Praxis beschäftigt sich insbesondere mit kulturellem Erbe und Identität in Bezug auf historische Erzählungen und das Konzept der epigenetischen Vererbung, von Erinnerungen, die sich über Generationen hinweg übertragen und unsere Gegenwart durchdringen. Im Laufe der Zeit hat er eine Vielzahl von Quellenmaterialien gesammelt – Fotografien, Briefe, aufgezeichnete Gespräche, Landkarten und Textilien -, welche er zu vielschichtigen visuellen Erzählungen verwebt, die sich in der Zeit vor- und zurückbewegen. Für diese neueste Werkserie hat der Künstler Fotografien ausgewählt, die während des zweiten italienisch-äthiopischen Krieges und der darauffolgenden Jahre (1935/36-41) aufgenommen wurden, als Italien versuchte, das letzte nicht kolonisierte Land in Afrika zu kolonisieren, Äthiopien jedoch am Ende im Jahre 1941 seine
Unabhängigkeit zurückgewann und zu einem Symbol des Panafrikanismus wurde. Viele der Bilder, die er verwendet, sind online verfügbar und in einigen Fällen wurden sie bereits mehrfach anderweitig angewandt, was ihnen oft eine, wie der Künstler es nennt, „deplatzierte Bedeutung“ verleiht. „Es gibt viele Verzerrungen in den Mainstream-Geschichtsdarstellungen“, sagt er. „Ich glaube, die Erzählung sollte Geschichten von beiden Seiten beinhalten. Manchmal fragen mich die Leute nach den Urheberrechten dieser Bilder, aber wem gehörten sie letztendlich wirklich? Für mich persönlich ist die Verwendung dieser Fotografien, die zumeist in den Archiven liegen, eine Möglichkeit, meine Geschichte zurückzufordern und das Bild zu politisieren.“

ART at Berlin - Courtesy Kristin Hjellegjerde Berlin - Wendimagegn Belete
Wendimagegn Belete, YOUR GAZE MAKES ME 1, 2021
Print on matt photo paper, and artist-manipulated photograph,
180 x 130 cm // 70 7/8 x 51 1/8 in, Copyright The Artist

Belete beginnt zunächst damit, die Porträts zu vergrößern – teils bis hin zur Lebensgröße-, bevor er sie ausdruckt, händisch mit Textfragmenten oder Landkarten überlagert und transparente Acrylfarben aufträgt, die dem Betrachter weiterhin einen Blick auf das Originalbild ermöglichen. Während der Künstler die Farben der Kostüme recherchiert hat, von denen viele auch heute noch getragen werden, sind andere Bearbeitungen intuitiv und beziehen sich auf Beletes persönliche Stimmung oder seine Auseinandersetzung mit dem Material. Bezeichnenderweise sind fast alle Gesichter in der Serie mit schwarzer Farbe bedeckt; dies ist kein Akt des Auslöschens, sondern einer des Respekts. „In vielen traditionellen visuellen Kulturen Äthiopiens wird das Verdecken des Gesichts mit einer Art Stoff als ein Zeichen von Heiligkeit oder als etwas, das respektiert werden muss, angesehen“, erklärt Belete. „Ich wollte an diese Tradition anknüpfen, aber auch die kollektive Erzählung hervorheben, anstatt den Fokus auf ein Individuum zu legen.“ Er gibt jedoch zu, dass er durch den physischen und zeitlichen Prozess des Färbens in eine sehr persönliche Art von Dialog mit dem Bild tritt, durch den es in seiner Gegenwart erneuert wird. Wie der Titel der Ausstellung andeutet, belebt der Betrachter jedes Bild auf ähnliche Weise durch den Akt des Betrachtens und Wahrnehmens.
Die geschwärzten Bereiche jedes Porträts dienen hierbei als eine Art Spiegelfläche, die den Betrachter dazu ermutigt, sich in das Bild hineinzuversetzen und ein Verständnis zu entwickeln, das auf seiner eigenen Erfahrung und Subjektivität basiert. Auf diese Weise hinterfragen die Arbeiten, wie sehr unsere Perspektiven durch Mainstream-Narrative geformt und eingegrenzt sind – und laden zu einem umfassenderen Ansatz ein, um Geschichte, Kultur und Identität zu verstehen.

Vernissage: Freitag, 9. Juli 2021, 18:30 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 10. Juli – Freitag, 6. August 2021

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