post-title Jac Leirner | Us Horizon | Esther Schipper | 12.03.-14.04.2022

Jac Leirner | Us Horizon | Esther Schipper | 12.03.-14.04.2022

Jac Leirner | Us Horizon | Esther Schipper | 12.03.-14.04.2022

Jac Leirner | Us Horizon | Esther Schipper | 12.03.-14.04.2022

bis 14.04. | #3374ARTatBerlin | Esther Schipper zeigt ab 12. März 2022 die Ausstellung Us Horizon der Künstlerin Jac Leirner. Es ist ihre erste Einzelausstellung mit der Galerie. Us Horizon umfasst eine neue Arbeit aus Jac Leirners berühmter Serie, die aus Ensembles von Plastiktüten besteht, sowie eine neue Installation aus gefundenen nummerierten Beuteln.

Jac Leirner, die seit 2019 Teil des Galerieprogramms ist, ist vor allem für ihre Werkserien bekannt, in denen sie alltägliche Materialien wie Geldscheine, Zigarettenverpackungen, Utensilien von Fluggesellschaften, Visitenkarten und in Baumärkten gekaufte Gegenstände verwendet. Ihre konzeptionell strengen und formal schönen Arbeiten schöpfen aus einem breiten Spektrum kunsthistorischer und formaler Einflüsse und beziehen sich unter anderem auf das grenzüberschreitende Erbe von Dada, Konstruktivismus, Pop und Konzeptkunst, Arte Povera und Punk.

Das zentrale großformatige Werk der Ausstellung, Us Horizon, besteht aus über 200 vintage Plastiktüten, die auf Augenhöhe in einer Doppelreihe an drei Wänden im Hauptraum der Galerie installiert sind. Die Künstlerin begann 1985 mit dem Sammeln des Materials für diese Arbeit und präsentierte erstmals Sammlungen von Plastiktüten auf der Biennale von São Paulo im Jahr 1989 sowie im nachfolgenden Jahr auf der 44. Biennale di Venezia. Die Ansammlungen von Tüten wurden zunächst als weitläufige gesteppte Wände und manchmal auch den Boden bedeckende Flächen, oder als Skulpturen aus kleineren, zusammengenähten Gruppen – später auch als große, geordnete Raster – ausgestellt. Zuletzt wurden sie im Museum Ludwig anlässlich der Verleihung des Wolfgang-Hahn-Preises 2019 an Jac Leirner präsentiert. Die doppelte Reihe von Tüten in Us Horizon stellt ein neues und abschließendes Format dieser Werkgruppe dar. Die lineare Abfolge von Us Horizon besteht aus einzelnen Einkaufstüten, die aus den 1980er Jahren bis heute stammen, und ist nach ihren formalen Eigenschaften wie Form, Farbe und Schriftart geordnet. Die Tüten zeugen von Leirners Liebe zur Musik und zu Büchern, sie verweisen auf Ausstellungen, an denen sie teilnahm oder die sie besuchte, und auf Museen, in denen sie ausstellte oder die ihre Werke in ihren Sammlungen führen. Andere wiederum wurden ihr von Familienmitgliedern und Freunden geschenkt. Wie der Titel andeutet, bildet das Werk in diesem
Format einen Horizont, sowohl in formaler als auch in symbolischer Hinsicht: Es verweist auf die Dinge, die uns ausmachen.
Die neue Arbeit Prisms besteht aus kleinen, nummerierten, geometrischen Beuteln aus mehrfarbigem, genähtem synthetischem Stoff, die von den Parkplatzwächtern in São Paolo verwendet werden, um die ihnen anvertrauten Autos zu identifizieren. Die neue Ansammlung schafft ein Sammelsurium von Zahlen, das an Jac Leirners vielfach bekundetes Interesse an der Mathematik und an die offensichtliche Vorliebe der Künstlerin für die Entwicklung von Systemen erinnert.

An Stahlseilen aufgehängt und in fortschreitender Abfolge nach Form, Farbe und Größe geordnet, bilden My Unstable Way, 2022, und Expressive Line, 2020, elegante und zugleich rätselhafte Ensembles von Objekten. Mit ihrer großen Vielfalt an Stiften, die zum Teil mit Markennamen und Logos versehen sind, knüpft My Unstable Way an Jac Leirners Vorliebe für gefundene und entwendete Gegenstände an. Das zweite Ensemble mit dem Titel Expressive Line besteht aus einer Vielzahl von Miniatur-Reifen aus Gummi oder Kunststoff.

Jac Leirner wurde 1961 in São Paulo geboren, wo sie lebt und arbeitet. Im Jahr 1984 erhielt sie ihren BFA in Bildender Kunst von der Fundação Armando Álvares Penteado in São Paulo.

Zu ihren jüngsten Einzelausstellungen gehören: 2019 Wolfgang Hahn Preis, Museum Ludwig, Köln (2019); Jac Leirner: Add It Up, The Fruitmarket Gallery, Edinburgh (2017); Institutional Ghost, IMMA Dublin (2017); Borders are Drawn by Hand, MoCa Pavilion, Shanghai (2016); Jac Leirner. Functions of a variable, Museo Tamayo, Mexiko Stadt (2014); Jac Leirner: Pesos y Medidas, Centro Atlantico de Arte Moderno, Las Palmas de Gran Canária (2014), Jac Leirner, Pinacoteca do Estado de São Paulo, São Paulo (2011); Adhesive 44, Miami Art Museum, Miami (2004); Projeto Parede, Museu de Arte Moderna de São Paulo, São Paulo (1999); Directions, Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington D.C. (1992); Currents, ICA, Boston, (1991), und Viewpoints, Walker Art Center, Minneapolis (1991).

Werke von Jac Leirner sind vertreten in den Sammlungen der Art Gallery of Ontario, Ontario; Blanton Museum of Art, University of Texas at Austin, Austin; Caixa Geral de Depósitos, Culturgest, Lissabon; Carnegie Museum of Art, Pittsburgh; Centro Galego de Arte Contemporaneo, Santiago de Compostela; Coleção Cisneros, Caracas; Colorado University Art Museum, Boulder; Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington D.C.; Instituto Itaú Cultural, São Paulo; MOCA | The Museum of Contemporary Art, Los Angeles; Museum Ludwig, Köln; The Museum of Modern Art, New York; Museu de Arte da Pampulha, Belo Horizonte; Museo Tamayo, Mexiko Stadt; MAM–Museu de Arte Moderna de São Paulo, São Paulo; Museum van Hedendaagse Kunst, Ghent; The National Museum of Art, Osaka; Phoenix Art Museum, Phoenix; Pinacoteca do Estado de São Paulo, São Paulo; San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco; Solomon R. Guggenheim Museum, New York; Städtische Galerie Villa Zanders, Bergisch Gladbach; Tate, London; The Bohen Foundation, New York; University of Essex Collection of Latin American Art, Essex; Museum Voorlinden, Wassenaar; Walker Art Center, Minneapolis.

Vernissage: Samstag, 12. März 2022, 14:00 – 20:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 12. März – Donnerstag, 14. April 2022

Zur Galerie

 

 

Bildunterschrift: Jac Leirner, Us Horizon, 1985 – 2022 (Detail) Foto: Edouard Fraipont

Ausstellung Jac Leirner – Esther Schipper | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

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