post-title Elisa Giardina Papa | A Naked-Eye Blue | Galerie Tanja Wagner | 21.04.2026-30.05.2026

Elisa Giardina Papa | A Naked-Eye Blue | Galerie Tanja Wagner | 21.04.2026-30.05.2026

Elisa Giardina Papa | A Naked-Eye Blue | Galerie Tanja Wagner | 21.04.2026-30.05.2026

Elisa Giardina Papa | A Naked-Eye Blue | Galerie Tanja Wagner | 21.04.2026-30.05.2026

bis 30.05. | #5043ARTatBerlin | Galerie Tanja Wagner präsentiert ab Dienstag, 21. April 2026 die Ausstellung „A Naked-Eye Blue“ der Künstlerin Elisa Giardina Papa.

Galerie Tanja Wagner freut sich A Naked-Eye Blue, eine Einzelausstellung von Elisa Giardina Papa zu präsentieren.

Im Zentrum der Ausstellung steht eine Auswahl von Arbeiten, die im Zusammenhang mit She Flickered In and Out of History entstanden sind – einer Film- und Glasinstallation, die in den letzten zwei Jahren im Rahmen der Förderung durch den Italian Council (13. Ausgabe, 2024) realisiert wurde.

Die Arbeit untersucht die miteinander verflochtenen geologischen, mythologischen und politischen Zeitlichkeiten des Mittelmeerraums und erzählt die Geschichte einer Insel, die aus dem Meer auftauchte und wieder darin verschwand.

Im Jahr 1831 führte ein unterseeischer Vulkanausbruch zur Entstehung einer neuen Insel zwischen Tunesien und Sizilien – und löste einen heftigen Souveränitätskonflikt zwischen europäischen Mächten aus. Nur fünf Monate später verschwand die Insel wieder unter der Wasseroberfläche. Die Arbeit, die sich zwischen historischen Dokumenten und spekulativer Erzählung bewegt, reflektiert das aufschlussreiche Potenzial einer Insel, die sich der Aneignung entzog.

Als raumgreifende Videoinstallation konzipiert, zieht der in der Galerie gezeigte Film die Besucher:innen in ein sich ständig wandelndes Ökosystem aus versinkender und wieder auftauchender Materie hinein. Die Insel erscheint dabei nicht als feste, vereinnahmbare Einheit, sondern bleibt flüchtig: visuell und klanglich erfahrbar durch Formationen von Meereskräuselungen, pyroklastischen Strömen, Vulkanasche und treibenden Bimssteinfeldern. Gedreht am Ätna, auf Stromboli sowie an den unterseeischen Hängen mediterraner Vulkaninseln, lassen die filmischen Szenarien historische Akteur:innen und Erzählungen bewusst außerhalb des Bildes.

Die Ausstellung umfasst zudem A Naked-Eye: Light Fields, eine Serie kameraloser Fotografien, die durch direkte Belichtung lichtempfindlichen Papiers in der Dunkelkammer entstehen. Diese Arbeiten registrieren Licht selbst und erzeugen Farbfelder durch ein subtraktives Verfahren, bei dem komplementäre Lichtfarben kurz aufblitzen, um den endgültigen Farbton hervorzubringen. Jedes Werk ist ein Unikat, entstanden in einer einzigen Belichtung. Unbelichtete Partien bleiben bewusst erhalten und zeichnen als prozesshafte Spuren die Aufhängung des Papiers während der Belichtung nach.

Wie die chromatische Strophe des Gedichtes, bezieht sich die Serie auf historische Beobachtungen nach dem Ausbruch von 1831, als sich vulkanische Partikel und Schwefelaerosole über weite Regionen – vom Mittelmeer über Nordafrika und den Nahen Osten bis nach Asien und in die Karibik – verteilten und die Streuung des Sonnenlichts veränderten. In jenem Sommer berichteten Beobachter:innen von blauen, violetten und grünen Sonnen. Die Farbfolge des Gedichts ebenso wie diese monochromen Arbeiten greifen diese Aufzeichnungen auf und übersetzen die „mit bloßem Auge sichtbaren blauen Sonnen“ von 1831 in fotografische Form. Jedes Panel wirkt als materielles Protokoll dieses Ereignisses und behandelt Farbe als Erinnerung von Licht und atmosphärischer Streuung.

Diese Auseinandersetzung setzt sich in einer Serie handgegossener Glasplatten fort, die sich ebenfalls mit veränderten Sonnenphänomenen befassen. Sowohl die kameralosen chromogenen Abzüge als auch die Glasarbeiten integrieren Fragmente des Gedichts, das von der Poetin Megan Fernandes auf Grundlage von Archivmaterial und Drehbuch der Künstlerin verfasst wurde; die Filmmusik stammt von duendita.

In einer Zeit, in der territoriale Souveränität erneut mit Nachdruck verhandelt wird, lädt A Naked-Eye Blue dazu ein, darüber nachzudenken, wie solche Ansprüche entstehen – und wie sie sich wieder auflösen könnten. Giardina Papas Arbeit verweist auf Kräfte, die menschliche Vorstellungen von Besitz, Anspruch und Kontrolle überschreiten, und erinnert an eine Dimension des Daseins, die Grenzen und feste Formen ins Wanken bringt.

She Flickered In and Out of History, aus dem diese Werkgruppe hervorgegangen ist, ist Teil einer Trilogie von Videoarbeiten über vergessene Geschichten des Mittelmeerraums, die gängige Vorstellungen von Grenzen und Zugehörigkeit infrage stellen. Voraus ging U Scantu: A Disorderly Tale (2022), das auf der 59th Venice Biennale (The Milk of Dreams) Premiere feierte.

Elisa Giardina Papas forschungsbasierte künstlerische Praxis sucht nach Formen von Wissen und Begehren, die durch hegemoniale Anforderungen an Ordnung und Lesbarkeit disqualifiziert und als unsinnig abgetan wurden. In einer zugleich kritischen und poetischen Herangehensweise arbeitet sie mit großformatigen Videoinstallationen, experimentellen Filmen sowie keramischen und gläsernen Skulpturen, um jene Bereiche unseres Lebens sichtbar zu machen, die radikal unordentlich, unübersetzbar und unberechenbar bleiben.

Elisa Giardina Papa ist außerdem Mitbegründerin des Künstler:innenkollektivs Radha May. Gemeinsam mit der indischen Künstlerin Nupur Mathur und der ugandischen Künstlerin Bathsheba Okwenje entwickelt sie Performances und Installationen, die verborgene Geschichten und periphere Orte sichtbar machen und deren Verbindungen zu Gender, Sexualität und kolonialen Nachwirkungen untersuchen.

Zuletzt wurde Elisa Giardina Papa mit dem renommierten Italian Council – Edizione 13 für ihr neues Projekt She Flickered In and Out of History ausgezeichnet sowie mit dem Solo Show Prize des 64. Premio Termoli am Museo di Arte Contemporanea di Termoli. Derzeit arbeitet sie an einem Projekt, das im Sommer 2026 am ICA London Premiere feiern wird. Eine umfangreiche Einzelausstellung zeigte sie am MAMBO – Museo de Arte Moderno de Bogotá (2025/2026); weitere Ausstellungen fanden unter anderem in der Schirn Kunsthalle Frankfurt (2025), bei Fondazione Trussardi (2024), im Haus der Kulturen der Welt (2024), in der Secession Wien (2024), im Gropius Bau (2023), am ICA London (2023), auf der 59th Venice Biennale (2022), im Centre Pompidou (2022), bei ICA Milano (2020) sowie im Whitney Museum of American Art (2017) statt.

Vernissage: Dienstag, 21. April 2026 von 18 bis 21 Uhr

Ausstellungsdaten: Dienstag, 21. April bis Samstag, 30. Mai 2026

Zur Galerie

 

 

Bildunterschrift Titelbild: Courtesy of Elisa Giardina Papa.

Ausstellung Elisa Giardina Papa – Galerie Tanja Wagner | Zeitgenössische Kunst | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

 

 

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