post-title Gulu | Fotoarbeiten | Migrant Bird Space | 13.05.-17.06.2022

Gulu | Fotoarbeiten | Migrant Bird Space | 13.05.-17.06.2022

Gulu | Fotoarbeiten | Migrant Bird Space | 13.05.-17.06.2022

Gulu | Fotoarbeiten | Migrant Bird Space | 13.05.-17.06.2022

bis 17.06. | #3470ARTatBerlin | Migrant Bird Space präsentiert ab 13. Mai 2022 die Ausstellung mit Fotoarbeiten des Künstlers Li Xiang alias Gulu.

Li Xiang wurde 1983 in China geboren und schloss sein Studium der Film- und Fernsehwerbung an der Pekinger Filmakademie ab.
Als er 2008 mit der Fotografie begann, konzentrierte er sich zunächst auf zeitgenössische chinesische Subkulturen, die Idee des Körpers als Waffe und die Realität als Grundlage der Existenz, wobei er stets versuchte, Definitionen und Etiketten abzulehnen. In den letzten Jahren hat sich Gulu zum Ziel gesetzt, die Identität derjenigen wiederherzustellen, die von der Gesellschaft „materialisiert“ wurden; dazu verwendet er verschiedene Techniken wie Fotografie, Texte, Handarbeit und Malerei.

ART at Berlin - courtesy of Migrnat Bird Space - Gulu - Suddently Retreating Desire 1
Gulu, Ausstellung „Suddenly Retreating Desire“, Simulacra Studio, Beijing, 2020

In seiner jüngsten Einzelausstellung „Suddenly Retreating Desire“ ermutigt Li Xiang junge Menschen aus der ganzen Welt, ihr wahres Ich vor der Kamera zu zeigen. Darüber hinaus rekonstruiert er die auf den aufgenommenen Polaroids abgebildete Realität von Hand, wobei er die Grenzen des Quadrats sprengt und die Grenze zwischen Fotografie und Malerei verwischt. Als Künstler, dessen Hauptthema der Körper ist, argumentiert Gulu, dass dieser kein Objekt ist, sondern die Verkörperung von Emotionen; er hat nichts mit Schönheit und Hässlichkeit zu tun, Nacktheit ist Freiheit.

ART at Berlin - courtesy of Migrnat Bird Space - Gulu - Polaroid No. 204
Gulu, Polaroid No. 204

„WILDPHOTOS“ ist Gulus jüngstes Werk. Es besteht aus einer Sammlung von fast 300 Polaroidbildern, die er zwischen 2017 und 2021 aufgenommen hat. Auf der fotografischen Ebene hat er durch die Besonderheit von Polaroids eine zweite Kreation geschaffen, die Malerei, Collage, Filmtransfer und Flammenbrand umfasst. Vom Inhalt bis zur Gesamtstruktur sind diese Werke rebellisch und subversiv gegenüber der Tradition. Es ist jedoch wichtig, sich daran zu erinnern, dass sich diese Bilder den Zwängen der Realität widersetzen und gleichzeitig den Ausdruck der Freiheit bejubeln, indem sie die chinesische Philosophie des Yin und des Yang verkörpern, oder die Philosophie der gegenseitigen Verstärkung und Hemmung zwischen den fünf Elementen. Mit anderen Worten: „die Koexistenz von Wasser und Feuer“.

ART at Berlin - courtesy of Migrnat Bird Space - Gulu - Increase One Meter For the Nameless Bed
Gulu, Increase One Meter For the Nameless Bed, 2018

Wie jeder weiß, ist die Abbildung von Polaroid-Fotos untrennbar mit den flüssigen Chemikalien im Fotopapier und der Technologie der sekundären Verarbeitung des „Filmtransfers“ verbunden. Außerdem muss das Fotopapier abgezogen und das Bild in Wasser getaucht werden; auf diese Weise wird das Wasser zum Medium, das die Übertragung vollendet und seine eigenen Merkmale auf dem Bild erscheinen lässt. So erscheint das Wasser schließlich auf dem Bild. Er wollte also noch einen Schritt weitergehen und dachte an das Gegenteil von Wasser, das Feuer. Wasser steht für Yin, Feuer für Yang. Es scheint, als ob Polaroids auf Papierbasis nie mit Feuer in Verbindung gebracht wurden, also versuchte er während der Entwicklung eines Bildes, das Feuer mit einzubeziehen. Auf diese Weise kollidieren die beiden Antagonisten Wasser und Feuer auf ein und demselben Bild und verschmelzen zu einem neuen Kunstwerk. Nachdem er ein Jahr lang unermüdlich getestet hatte, fügte er einen Teil der entstandenen Bilder in die zweite Hälfte eines Buches ein. Es scheint wie eine Opfergabe in primitiven Religionen, denn die Menschen auf den Polaroids durchliefen eine Wasser- und Feuertaufe, die ihn fast Gott sehen ließ.

ART at Berlin - courtesy of Migrnat Bird Space - Gulu - Suddently Retreating Desire
Gulu, Ausstellung „Suddenly Retreating Desire“, Simulacra Studio, Beijing, 2020

Einer Zeitachse folgend kann das Buch „WILDPHOTOS“ in drei Makroabschnitte unterteilt werden: der erste Teil umfasst Arbeiten aus den Jahren 2017 bis 2020; der mittlere Teil konzentriert sich auf die Collage des Filmtransfers; der letzte Teil besteht aus neuen Versuchen aus dem Jahr 2021. Der Name des Buches hat zwei Bedeutungsebenen: Die eine ist der englische Name „WILDPHOTOS“, da diese Sammlung den Körper zum Hauptinhalt des Buches macht. Das gemeinsame Ziel des Künstlers und der Modelle ist es, das Falsche loszuwerden und das Wahre zu bewahren, den menschlichen Körper in seinen natürlichen Zustand zurückzuversetzen, die Menschen wieder menschlich zu machen und einen freieren, wilden Zustand zu finden. Der zweite Grund ist der chinesische Name „歪风“ (wāifēng), denn diese Werke haben in der konservativen, voreingenommenen und engstirnigen Atmosphäre der chinesischen Gesellschaft keinen Platz. Da sie als „ungesunde Tendenzen“ der moralischen Korruption angesehen werden, müssen wir diese ungesunde Tendenz verpuffen und unzähliges Unkraut wieder wachsen lassen.

ART at Berlin - courtesy of Migrnat Bird Space - Gulu - Polaroid No. 35
Gulu, Polaroid No. 35

Die Ausstellung zeigt 50 Polaroids aus der Serie „WILDPHOTOS“ und 10 fotografische Arbeiten. Diese exklusiven Arbeiten werden zum ersten Mal in den Räumen der Galerie präsentiert, bevor sie im Juni an der Photo Basel teilnehmen.

Vernissage: Freitag, 13. Mai 2022, ab 19:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Freitag, 13. Mai bis Freitag, 17. Juni 2022

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Bildunterschrift Titel: Gulu, in the painting, 2017

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