post-title Andreas Gursky | Sprüth Magers Berlin | 12.09.-14.11.2020

Andreas Gursky | Sprüth Magers Berlin | 12.09.-14.11.2020

Andreas Gursky | Sprüth Magers Berlin | 12.09.-14.11.2020

Andreas Gursky | Sprüth Magers Berlin | 12.09.-14.11.2020

 bis 14.11. | #2840ARTatBerlin | Sprüth Magers Berlin präsentiert ab 12. September 2020 die Ausstellung des Künstlers Andreas Gursky.

Monika Sprüth und Philomene Magers freuen sich, eine umfangreiche Ausstellung mit neuen Arbeiten von Andreas Gursky in der Berliner Galerie anzukündigen. Begleitet wird diese von einer Online Ausstellung, die auf deren Webseite zu sehen sein wird.

Der neue Werkkomplex führt seine kontinuierliche Beschäftigung mit gesellschaftlichen Fragestellungen unserer Zeit thematisch und motivisch fort: die Konstruktion unserer Umwelt, der Einfluss des Menschen auf die Natur und der dadurch bedingte Wandel.

Die monumentale Fotografie Kreuzfahrt (2020) erscheint als Symbol für unsere aktuelle Lebensrealität, in der gesellschaftliche Normen des Miteinanders und die damit zusammenhängenden Konzeptionen von Raum und Abstand neu definiert werden. Bereits vor drei Jahren begann Gurskys Arbeit an diesem Abbild einer immensen schwimmenden Stadt als Sinnbild für Opulenz und Konsum und deren Auswirkung auf unser Ökosystem. Damals konnte noch niemand voraussehen, dass dieses Motiv einmal ein starkes Symbol für die Angst und Verwirrung zu Beginn der gegenwärtigen globalen Krise sein würde. Nicht zuletzt erinnert Kreuzfahrt formal an das wegweisende Werk Paris, Montparnasse (1993), welches vor fast 30 Jahren eines der größten Sozialwohnungsprojekte Frankreichs als architektonisch definierten, gitterhaften Mikrokosmos portraitierte. Heute wie damals wirft Andreas Gursky die Frage auf, wie wir leben, unseren Lebensraum gestalten und dieser im Rückschluss unser Leben formt. Das Werk Rhein III (2018) nimmt Bezug auf eine der wichtigsten Fotografien im Œuvre des Künstlers: Rhein II (1999). Die Stimmung des Motivs hat jedoch in den vergangenen zwanzig Jahren, die zwischen den beiden Arbeiten liegen, einen drastischen Wandel durchlaufen: Der Wasserstand des Flusses befindet sich infolge der Dürre des Sommers 2018 auf einem Rekordtief, wodurch das jüngere Werk wie eine dystopische Vision der einst blühenden Flusslandschaft anmutet.

Über einen Zeitraum von mehreren Monaten beobachtete Andreas Gursky Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Politik II zeigt eine Gruppe von dreizehn Politiker*innen in ihrem Alltag – vom angeregten Gespräch bis hin zur Lektüre der Tageszeitung. Die horizontale Anordnung der Akteure, die Anzahl der Personen sowie die abgewandte 13. Figur erinnern an eine Darstellung des biblischen Abendmahls. An Stelle der zentralperspektivischen Architektur, welches den Hintergrund von da Vincis Meisterwerk aus dem 15. Jh. gestaltet, ist der Hintergrund von Politik II mit dem Gemälde einer überdimensionalen Uhr von Ed Ruscha ausgefüllt, das hier wie ein Memento Mori über der Zusammenkunft schwebt. Zugleich visualisiert Gursky eine Momentaufnahme der Verteilung von Macht, ähnlich wie das Werk Rückblick (2015), welches auch in der Ausstellung zu sehen sein wird.

ART at Berlin - Courtesy of the artist - Andreas Gursky - Hong Kong Shanghai Bank II - 2020
Andreas Gursky, Hong Kong Shanghai Bank II, Copyright Andreas Gursky /
VG Bild-Kunst, Bonn, 2020

Die Werkgruppe Hong Kong Shanghai Bank zeigt das von Sir Norman Foster entworfene Hauptquartier der HSBC Bank in Hongkong. In Hong Kong Shanghai Bank II (2020) scheint die Fassade das aktuelle Geschehen vor dem Gebäude widerzuspiegeln: Ein Meer aus bunten Schirmen, mit Mustern, Gesichtern und Slogans rufen sofort Bilder der Regenschirm-Bewegung von 2014 ins Gedächtnis und weisen auf die noch immer aktuellen Forderungen nach freien Wahlen. In Hong Kong Shanghai Bank III (2020) ziehen sich Spruchbänder über die gesamte Höhe der Fassade. Indem sie unter anderem auf kulturelle Persönlichkeiten und brisante politische Themen verweisen, laden sie die Betrachter*innen dazu ein, jene mächtigen Strukturen zu hinterfragen, die unser Verständnis von historischen Ereignissen prägen.

Das Hinterfragen von Machtstrukturen und wirtschaftlichen Monopolen, sowie die Thematisierung unseres Zeitalters der Information visualisiert Gursky mit dem Werk Apple (2020). Vor dem Hintergrund der beeindruckenden Architektur des Hauptsitzes des Technologieunternehmens sind auf Sockeln iPhones und verschiedene Generationen von Apple-Computern entlang der geschwungenen Fensterfront inszeniert.

Der urbane Lebensraum, die ständige Abwägung von Reduktion und Qualität in unserer Gesellschaft thematisiert Gursky unter anderem mit dem Werk Bauhaus (2020). Einen industriellen Zweckbau mit dem Logo des bekannten Baumarkts zeigt der Künstler in seiner kühlen Ästhetik und abstrakt malerisch anmutenden Schönheit, die zugleich an die Konzepte der berühmten Kunstschule aus Weimar erinnert. Der funktional orientierten Reduktion einer für Menschen konzipierten Architektur stehen die Werke mit dem Titel Schweine (2020) diametral gegenüber. Andreas Gursky portraitiert in einem ungewöhnlichen Close Up Schweine in ihrem mit gelb-goldenem Heu ausgestatteten Stall.

Mit seinem neuem Werkkomplex bricht Andreas Gursky mit Sehgewohnheiten, hinterfragt die Erwartungshaltungen der Betrachter*innen und thematisiert die existenziellen Fragen unserer Gegenwart.

Im Dezember 2020 eröffnet im Museum der bildenden Künste in Leipzig eine umfassende Retrospektive des Künstlers.

Andreas Gursky (*1955, Leipzig) lebt und arbeitet in Düsseldorf. Einzelausstellungen umfassen seine bevorstehende Retrospektive im MdbK Leipzig (Dezember 2020), seine Retrospektive anlässlich der Wiedereröffnung der Hayward Gallery, London (2018) sowie Ausstellungen im National Museum of Art, Osaka (2014), im National Art Center, Tokyo (2013), in der Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf (2013) und im Louisiana Museum of Modern Art, Kopenhagen (2012). Eine vom Museum of Modern Art, New York, ausgerichtete Einzelausstellung wanderte anschließend an das Centro de Arte Reina Sofia, Madrid, an das Centre Georges Pompidou, Paris, an das MCA, Chicago und das SF MOMA, San Francisco (2001). Gurskys erste Retrospektive Retrospektive 1984–2007 wurde vom Haus der Kunst, München, ausgerichtet und tourte vom Istanbul Modern über das Sharjah Art Museum (2007) und die Ekaterina Foundation, Moskau, bis zur National Gallery of Victoria, Melbourne (2008). Die Ausstellung Andreas Gursky: Werke 1980–2008 im Museum Haus Esters Haus Lange, Krefeld (2008), wurde anschließend am Moderna Museet, Stockholm und in der Vancouver Art Gallery (2009) gezeigt

Eröffnung: Freitag, 11. September, 10:00 – 19:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 12. September –  Samstag, 14. November 2020

Gallery Weekend Öffnungszeiten: Samstag, 12. September und Sonntag, 13. September 2020 von 12 – 19 Uhr

Zur Galerie

 

 

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