post-title Zum “Queer History Month”: Neuaufnahme von „Conchita Wurst auf der Mondsichel“ in Sammlungspräsentation

Zum “Queer History Month”: Neuaufnahme von „Conchita Wurst auf der Mondsichel“ in Sammlungspräsentation

Zum “Queer History Month”: Neuaufnahme von „Conchita Wurst auf der Mondsichel“ in Sammlungspräsentation

Zum “Queer History Month”: Neuaufnahme von „Conchita Wurst auf der Mondsichel“ in Sammlungspräsentation

Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) hat die Skulptur „Conchita Wurst auf der Mondsichel“ des österreichischen Künstlers Gerhard Goder ab sofort in seine ständige Sammlungspräsentation aufgenommen. Aktueller Anlass ist der „Queer History Month“, den das Netzwerk MUSEEN QUEEREN BERLIN im Mai in Berlin veranstaltet. Zusätzlich findet am Samstag, den 26. Mai 2018, die Sonderführung „Queer im Museum“ statt.

Inspiriert vom Sieg beim 59. Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen hat Gerhard Goder Conchita Wurst – eine Kunstfigur des österreichischen Sängers Thomas Neuwirth – in der Tradition katholischer Heiligendarstellungen, etwa der „Heiligen Kümmernis“ porträtiert. Diese soll von Gott durch Bartwuchs vor einer ungewollten Ehe bewahrt worden sein. Ikonografisch erinnert Goders Darstellung auch an die sog. Mondsichelmadonnen, einem seit dem 16. Jahrhundert populären christlichen Bildtypus, der die Muttergottes mit dem Jesuskind auf einer Mondsichel stehend zeigt. Die androgyne Erscheinung der Skulptur entspricht der Aussage von Conchita Wurst, sie sei ein schöner Mann und eine schöne Frau in einer Person und das Publikum sei die sie anstrahlende Sonne.

ART at Berlin - Conchita Wurst auf Mondsichel 2014 - Museum Europaeischer Kulturen - Ute Franz-Scarciglia

Goders Plastik ist ein Zeitdokument, mit dem der Künstler aktuelle Diskussionen in unserer Gesellschaft festhalten wollte – eine plurale Gesellschaft, die aus Menschen und Gemeinschaften unterschiedlicher Kultur, Herkunft, Bekenntnisse, Hautfarben und sexueller Orientierungen besteht. Das MEK möchte diesen unterschiedlichen Gruppen ein Forum und einen Ort zur Selbstvergewisserung bieten. Und „Conchita Wurst auf der Mondsichel“ hat pünktlich zum Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon und zum Berliner „Queer History Month“ ihren großen Auftritt in Berlin-Dahlem.

Einen Einblick in die Praxis des queeren Sammelns und Ausstellens bietet das MEK am Samstag, den 26. Mai 2018: Ab 15 Uhr stehen bei einer Sonderführung einzelne Exponate mit queeren Bezügen im Fokus. Ihre Objektbiografien und Kontexte bieten Anlass zu diskutieren, wie sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Museum abgebildet werden können.

Das MEK ist Mitglied des Netzwerks MUSEEN QUEEREN BERLIN.

Zum Museum Europäischer Kulturen

 

Bildunterschrift: Conchita Wurst auf der Mondsichel, 2014, © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Ute Franz-Scarciglia

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