Die Ausstellung „Canaletto & Bellotto“ im Kunsthistorischen Museum in Wien (24.03.–06.09.2026) widmet sich zwei der bedeutendsten Vedutenmaler des 18. Jahrhunderts: Canaletto und seinem Neffen Bernardo Bellotto. Anhand ausgewählter Werke zeigt sie die Entwicklung der venezianischen Stadtansicht und ihre Verbreitung in Europa. Die Ausstellung beleuchtet nicht nur die künstlerischen Techniken und Stilmerkmale beider Maler, sondern auch, wie sie verschiedene Städte wie Venedig, London, Dresden und Wien als idealisierte Bühnen inszenierten. Dabei wird deutlich, wie eng Kunst, Politik und Gesellschaft in ihren Bildern miteinander verbunden sind.
Venezianische Anfänge
Im Europa des 18. Jahrhunderts erfreuten sich gemalte Stadtansichten (auf Italienisch »vedute«) großer Beliebtheit. Vor allem britische Aristokratie suchte auf ihren Bildungsreisen (der »Grand Tour«) nach bildlichen Souvenirs von wichtigen Reisezielen, insbesondere Venedig. Unter den venezianischen Malern, die diesen Markt bedienten, prägte Antonio Canal (1697–1768), bekannt als Canaletto, das Bild der Stadt wie kaum ein anderer. Als Kind eines Theaterbühnenbildners verband er optische Genauigkeit mit malerischer Fantasie, um die einzigartige städtische Umgebung Venedigs in eine idealisierte Bühne zu verwandeln. Ob er nun geschäftige Kais und Kanäle oder die zeremonielle Barke des Dogen – die Bucintoro – während ihrer jährlichen Prozession zur Adria zeigte, seine Gemälde präsentieren Venedig als kulturelles Ideal republikanischer Tugend, Seemacht und …
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Abb. oben: Die Riva degli Schiavoni in Venedig, Canaletto (1697–1768) um 1730 Öl auf Leinwand, 46 × 63 cm Kunsthistorisches Museum, Wien, Gemäldegalerie © KHM-Museumsverband
