Die Ausstellung „Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik“ im Lenbachhaus (12.05.–27.09.2026) zeigt die Weimarer Republik anhand konkreter Szenen und künstlerischer Werke als eine Epoche voller Gegensätze zwischen Aufbruch und Krise. Im Fokus stehen Alltagsmomente, neue Lebensentwürfe, technische Entwicklungen und gesellschaftliche Spannungen, die ein vielschichtiges Bild dieser Zeit vermitteln und ihre widersprüchliche Dynamik erfahrbar machen.
Die Künstlerin Käte Hoch zeigt ihren Freund Erich Müller-Kamp telefonierend am Schreibtisch. Ein Ferngespräch, so rät Kurt Tucholsky, soll möglichst deutlich und dialektfrei geführt werden, sonst können die Überwachungsbeamten dem Dialog nicht folgen. Sich selbst malt Hoch in den Farben der Suffragetten und mit Bubikopf. Auch junge Angestellte schneiden sich die Haare kurz. Sie tippen schnell, rauchen Kette und gehen abends ins Kino oder Tanzlokal. Sie lieben Charleston und Shimmy, hören Schmachtfetzen, Swing und Jazz.
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Abb. oben: Käte Hoch, Bildnis Dr. E. Müller-Kamp, 1929, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München / Lenbachhaus Munich
