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Der Maler Johannes Grützke ist gestorben

Der Maler Johannes Grützke ist gestorben

Der Maler Johannes Grützke ist gestorben

Nach schwerer Krankheit ist der Maler Johannes Grützke am heutigen Mittwoch, den 17.05.2017, im Alter von 79 Jahren gestorben. Dies teilte heute die Galerie Schwind in Berlin mit.

Grützke wurde 1937 in Berlin geboren, wo er von 1957 bis 1964 an der Hochschule für Bildende Künste studierte. 1987 war er als Dozent an der Sommerakademie für Bildende Künste in Salzburg tätig, die 1953 von Oskar Kokoschka gegründet wurde und deren Schüler Grützke selbst schon 1962 war. Es folgte von 1992-2002 eine Professur für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. 1973 war er Mitbegründer der Schule der neuen Prächtigkeit und vertrat als einer der wenigen Maler in Westdeutschland einen figurativen, oft ironisch überzeichneten Stil. Sein bekanntestes Werk ist der 32 m lange Fries Zug der Volksvertreter in der Paulskirche in Frankfurt am Main, entstanden in den Jahren 1989-91.
Über die Malerei hinaus war Grützke vielseitig künstlerisch tätig, seit 1965 als Violinist im Ensemble Die Erlebnisgeiger, seit 1979 als Bühnenbildner für das Theater oder künstlerischer Berater am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, seit 1995 als Gründer des Goethe-Verlags Berlin zusammen mit Tilmann Lehnert.
2012 wurde er mit dem Hannah-Höch-Preis des Landes Berlin für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Noch bis zum 11. Juni ist eine Retrospektive seiner Gemälde im niederländischen Museum More in Gorssel zu sehen. Zur Eröffnung im Februar war der Maler noch anwesend.

Johannes Grützke
1937 geboren in Berlin
1957-1964 Studium an der Hochschule für bildende Künste Berlin bei Hans Orlowski, Meisterschüler bei Peter Janssen
1962 Teilnahme an der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst in Salzburg bei Oskar Kokoschka
1965 Gründung des Violin-Ensembles „Die Erlebnisgeiger“
1966 Zeichnungen für die Berliner Satire-Zeitschriften „Das Letzte“ und „Sodom und Gomorrha“
1968 Aufnahme zum Fernsehfilm „Die Erlebnisgeiger“ Heinz Diekmann
1973 am 24. Januar: Gründung der „Schule der neuen Prächtigkeit“ – einer ideologischen Künstlergemeinschaft mit Priesterin – in Berlin mit den Malern Manfred Bluth, Matthias Koeppel und Karl-Heinz Ziegler
1976-1977 Gastdozent für freie Kunst an der Hochschule für bildenden Künste Hamburg
1979-1997 Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Zadek an verschiedenen Bühnen in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Wien und Paris. Weitere Entwürfe für Bühnenausstattungen, Kostüme und Plakate auch für andere Regisseure
1979 Uraufführung von „Die Schaukel”, Revue von Johannes Grützke und Barbara Naujok im „Metropol” am Nollendorfplatz, Berlin. Erster Preis für ein Altarbild der Schlosskapelle in Gifhorn mit „Der ungläubige Thomas” – Fertigstellung 1983
1980 Auftrag zu einem Tafelbild für die St.-Martin-Kirchengemeinde, Märkisches Viertel, Berlin. Erster Preis beim Wettbewerb zur Bemalung einer Hauswand am Checkpoint Charlie, Berlin. Uraufführung der Oper „Im Fundbüro“ von Johannes Grützke und Tilmann Lehnert im Café Einstein, Berlin
1984 Kunstpreis der Künstler, Düsseldorf. Erster Preis im Wettbewerb „Künstlerische Gestaltung des Magdeburger Platzes“ der Internationalen Bauausstellung (IBA) Berlin, gemeinsam mit dem Architekten H. Nielebock
1986 Kunstpreis der Heitland Foundation, Celle
1987 Dozent an der Sommerakademie für Bildende Künste in Salzburg. Gewinner des Wettbewerbs um die bildnerische Ausgestaltung der Paulskirche der Stadt Frankfurt am Main
1989 Ausführung des Frieses „Der Zug der Volksvertreter“ für die Paulskirche im Künstlerhaus Bethanien, Berlin-Kreuzberg
1991 am 16. April Übergabe des Frieses in der Frankfurter Paulskirche
1992-2002 Professur für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Kunstpreis der Stadt Wolfsburg
1993 Vorstandsmitglied der Daniel-Chodowiecki-Stiftung, Berlin. Gründungs- und Vorstandsmitglied der Schadow Gesellschaft e.V., Berlin
1995 Gründung des Goethe Verlages Berlin mit Tilmann Lehnert. Am 16. September Aufführung des Stücks „Im Hause der Gerechtigkeit“ für Jutta Limbach
1996 Medaillons (Emaille auf Metall) für einen der drei Lichthöfe im „Specks Hof”, Leipzig
1996-1998 Arbeit am dreiteiligen Majolika-Relief „Morgen brechen wir auf” für die Fassade des Bürgersaales in Konstanz zur Erinnerung an Friedrich Hecker und die Badische Revolution 1848/49
1998 Gründung der Literaturzeitschrift „Der Prager” mit Christoph Haupt in Nürnberg
2003 Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg. Kunstpreis der Stadt Darmstadt
2011 Retrospektive im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg Übergabe des schriftlichen Vorlasses
2012 Auszeichnung mit dem Hannah Höch Preis für sein Lebenswerk
2017 am 17. Mai ist Johannes Grütze in Berlin verstorben

 

Bildunterschrift: Johannes Grützke, Bruststück als Maler, 22.08.2013

Der Maler Johannes Grützke ist gestorben – Galerie Schwind | ART at Berlin

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