post-title Das weibliche Statement | Salongalerie Die Möwe | 25.10.2019-22.02.2020

Das weibliche Statement | Salongalerie Die Möwe | 25.10.2019-22.02.2020

Das weibliche Statement | Salongalerie Die Möwe | 25.10.2019-22.02.2020

Das weibliche Statement | Salongalerie Die Möwe | 25.10.2019-22.02.2020

bis 22.02. | #2595ARTatBerlin | Salongalerie Die Möwe zeigt ab 25. Oktober 2019 in der Ausstellung Das weibliche Statement das große schöpferische Potenzial von Künstlerinnen im 20. Jahrhundert.

Die Berliner Salongalerie „Die Möwe“ würdigt in ihrer neuen Ausstellung „Das weibliche Statement. Künstlerinnen im 20. Jahrhundert“ vom 25. Oktober 2019 bis 22. Februar 2020 ein historisches Ereignis: die Öffnung der deutschen Kunsthochschulen für Frauen vor 100 Jahren. Denn mit der Gleichberechtigung von Frau und Mann gemäß der Weimarer Verfassung konnten hier ab 1919 auch Frauen ohne einschränkende Bedingungen studieren. Diese professionelle Ausbildung bot ihnen die Chance, ihre Kunst zum existenzsichernden Beruf zu machen und öffentliche Anerkennung zu finden – auch wenn es für eine erfolgreiche Karriere weiterhin zahlreiche gesellschaftliche Vorurteile und Hürden gab.

ART-at-Berlin---Courtesy-Salongalerie-Die-Moewe---Lotte-Laserstein
Lotte Laserstein · Damenportrait · um 1940 · Öl und Gouache · 40 x 32,5 cm

Die Jahre der Weimarer Republik waren für viele bildende Künstlerinnen in Deutschland eine Zeit des Aufbruchs und der Emanzipation. So gehörten die Malerinnen Lotte Laserstein (1898-1993), Jeanne Mammen (1890-1976) und Erna Schmidt-Caroll (1896-1964) zur ersten Generation von Frauen, die eine Kunsthochschule besuchten bzw. auch unterrichteten. Auch Johanna Schütz-Wolff (1896-1965) war nach ihrem Studium an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Halle/Saale (Burg Giebichenstein) ab 1920 als Leiterin der neu eingerichteten Textilklasse und Handweberei tätig. Ab Ende der 1920er Jahre fanden ihre oft am Expressionismus orientierten Bildwirkereien große öffentliche Anerkennung. Die Zeit des Nationalsozialismus stellte auch für sie einen großen Einschnitt dar. Nach 1945 steigerte Johanna Schütz-Wolff ihre in den 1920er Jahren gefundene Formensprache und gestaltete Farbholzschnitte und später auch Monotypien, die sich durch zunehmende Abstraktion und Reduktion auszeichnen. Diese Arbeiten, in denen die Bildaussage höchste Verdichtung erfährt, bilden als geschlossene Werkgruppe einen krönenden Abschluss ihres Schaffens, aus der die Galerie unter anderem den Farbholzschnitt „Mann und Pferd“ aus dem Jahr 1957 zeigt.

ART-at-Berlin---Courtesy-Salongalerie-Die-Moewe---Else-Hertzer
Else Hertzer · Mazurka (Tanz um den Maibaum) · 1953_1954 · Öl · 75 x 150 cm

Die Bildhauerinnen Marg (Margarethe) Moll (1884-1977) und Renée Sintenis (1888-1965) gehörten zu jenen Frauen, die sich nach ihrer Ausbildung mit Selbstbewusstsein und Mut der vermeintlich „unweiblichsten aller Künste“ zuwandten. Aufgeschlossen für neue Stilrichtungen und mit Freude am Experimentieren fanden sie in der modernen Skulptur erfolgreich ihren künstlerischen Ausdruck und trugen wesentlich mit dazu bei, dass die Kunst von Frauen bis zum Ende der 1920er Jahre zunehmend Akzeptanz fand. Ebenfalls vertreten sind Skulpturen von Louise Stomps (1900-1988), die sich nach ihrem Studium an der Kunsthochschule in Berlin Anfang der 1930er Jahre an ersten Ausstellungen beteiligte. Sie gehörte als eine der Repräsentantinnen der Berliner Moderne zur ersten Generation freischaffender Bildhauerinnen in Deutschland und gilt als frühe Vertreterin der organischen Abstraktion. In Verachtung und Ablehnung des nationalsozialistischen Regimes entschied sie sich für die innere Emigration und nahm ein entbehrungsreiches Leben in Kauf. Nach 1945 leistete sie mit ihrem formenstrengen Œuvre einen eigenständigen Beitrag zur deutschen Nachkriegskunst. Einen Eindruck von ihrem Können vermittelt in der Ausstellung unter anderem die Bronze „Göttin“.

ART-at-Berlin---Courtesy-Salongalerie-Die-Moewe---Louise-Stomps-·Bildarchiv-Georg-Kolbe-Museum-Foto-Eric-DuchLouise Stomps · Göttin · Bronze · Höhe 133 cm
© Bildarchiv Georg Kolbe Museum, Foto: Eric Duch

Neben den bereits genannten Künstlerinnen vereint die Ausstellung auch herausragende Arbeiten von Iris Hahs-Hoffstetter, Dorothea Behrens, Ilse Fehling, Else Hertzer, Maria Heckert-Fechner und Bettina Encke von Arnim, deren Leben und Schaffen in der Kunstgeschichtsschreibung erst seit kurzem eine Rolle spielt oder die es noch zu entdecken gilt. Darüber hinaus werden auch Arbeiten der Grafikerin und Gobelinweberin Inge Flierl präsentiert.

Damit gibt die Salongalerie einen Einblick in das schöpferische Potenzial von rund 15 Künstlerinnen und verdeutlicht deren eigenständigen Beitrag zur Entwicklung der modernen Kunst durch Kreativität, Risikobereitschaft und Durchsetzungskraft.

Eine Vorbesichtigung der Ausstellung ist nach Absprache möglich.

Vernissage: Freitag, 25. Oktober 2019, 18:00 Uhr – Laudatorin: Kunsthistorikerin Frau Dr. Ingrid von der Dollen, 

Ausstellungsdaten: Freitag, 25. Oktober bis Samstag, 22. Februar 2020

Zur Salongalerie Die Möwe

 

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Kommentare (2)

    1. Hallo Herr Leppig,

      tragen Sie sich gerne in unseren News[ART]letter ein. Das Feld dazu finden Sie am rechten Bildrand oder auch auf der Startseite. Sie erhalten dann einmal wöchentlich aktuelle Infos zu Vernissagen, Finissagen und Kunst-Neuigkeiten aus Berlin.

      Beste Grüße, Ihr Team von ART@Berlin

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