post-title Strangers in Town | Gruppenausstellung | Kristin Hjellegjerde Berlin | 08.11.-07.12.2019

Strangers in Town | Gruppenausstellung | Kristin Hjellegjerde Berlin | 08.11.-07.12.2019

Strangers in Town | Gruppenausstellung | Kristin Hjellegjerde Berlin | 08.11.-07.12.2019

Strangers in Town | Gruppenausstellung | Kristin Hjellegjerde Berlin | 08.11.-07.12.2019

bis 07.12. | #2596ARTatBerlin | Kristin Hjellegjerde Berlin zeigt ab 8. November 2019 die Ausstellung „Strangers in Town“ mit Arbeiten der internationalen Künstler*innen Amina Agueznay, Hiva Alizadeh, Ranti Bam, Liz Collins, Kyle Meyer, Outi Pieski, Erin M. Riley, Robin Kang und Sinta Tantra.

In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung präsentiert die Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin eine Gruppenausstellung, in der traditionelle Handwerkskünste und deren Greifbarkeit zelebriert werden. Strangers in Town bringt neun internationale Künstler*innen zusammen, deren Praxis durch dynamische Methoden wie Nähen, Weben und Malen verschiedene Formen der Materialität befragt.

Kultureller Dialog und Kollaboration stecken im Herzen der Praxis von Amina Agueznay. Die marokkanische Künstlerin arbeitet mit einheimischen Kunsthandwerker*innen zusammen, um Schmuck und Installationswerke zu kreieren — oft verwendet sie Materialen, die in der Natur zu finden sind. Auf diese Weise erkundet Agueznay zeitgleich, wie sich Traditionen beleben lassen und wie sie sich weiterentwickeln können.

Ebenso von kulturellen Traditionen beeinflusst, modifiziert Hiva Alizadeh Methoden von nomadischen Teppichweber*innen aus Kurdistan und schafft so kaleidoskopische Kunstwerke. Von Weitem betrachtet erscheinen die Arbeiten als Einheit, als schimmerndes Farbspiel. Ein näherer Blick entlarvt Schichten von Synthetik-Haaren. Die Täuschung der Materialität spielt mit den Erwartungen der Betrachtenden, wobei die Arbeiten sowohl eine neue Perspektive auf handwerkliche Prozesse als auch auf Textilformen bieten.

Ranti Bam beschreit ihre Arbeit mit Terracotta als „eine intime Form der persönlichen und sozialen Entdeckung“. Die Hände der Künstlerin sind stets in ihren Skulpturen präsent, da sie deren Abdrücke erkennen lassen. Die Werke sind mit hellen Farben und Mustern verziert, sie haben oft organische Formen und besitzen eine erdende Qualität, die auf ihren Ursprung verweist: die Erde.

Liz Collins präsentiert für die Ausstellung ein Trio von Gemälde-Skulpturen, die mit einem komplexen Netzwerk aus Garn zusammengebunden sind. Eine lebhafte Farbpalette und dynamische Musterung sind die Handschrift der Künstlerin. Mit Streifen, die von einer Leinwand zur nächsten hinunterfließen, scheinbar kollabieren und verflüssigen, erkunden ihre Werke die Grenzen zwischen Entitäten. Unsere Vorstellung von Stabilität, Unveränderbarkeit und klarer Abgrenzung eines Objekts werden von der Künstlerin auf die Probe gestellt.

Im Königreich Eswatini (ehemalig Swasiland) arbeitend, kombiniert Kyle Meyer in seiner Praxis Fotografie und Webtechnik, um konzeptuell-geschichtete, taktile Werke zu erschaffen. Der Prozess beginnt, in dem der Künstler einen männlichen Protagonisten mit einem Kopftuch fotografiert (Kopftücher werden traditionell ausschließlich von Frauen getragen). Das Bild wird im Großformat ausgedruckt und mit der Hand geschreddert, bevor es zusammen mit dem Stoff des Kopftuchs wieder zusammen gewebt wird. Durch dieses Verschmelzen von Materialen befragt Meyer die Wirksamkeit der Fotografie hinsichtlich Identität und Selbstdarstellung.

Die Künstlerin Outi Pieski findet Inspiration in der Landschaft des Sámi-Gebietes Finnlands, wo sie aufgewachsen ist. Sie kombiniert Acrylfarben mit Textilien oder hängenden Fäden. Die Arbeiten Pieskis haben einen mythischen, transzendenten Anschein, der die gleichzeitig vertraut sowie auch fremd wirken kann. Auf diese Weise erforscht die Künstlerin die Charakteristiken des persönlichen und kollektiven Gedächtnisses.

ART-at-Berlin---Courtesy-of-Kristin-Hjellegjerde-Gallery-Erin-M-Riley
Erin M. Riley, Refuge, 2019, Wolle, Baumwolle, 121.9 x 121.9 cm, 48 x 48 in

Erin M. Riley befragt in ihrer Arbeit die Ästhetik, Selbstdarstellung und die weibliche Position in der digitalisierten Welt. Wie präsentieren und inszenieren wir uns, in einer virtuellen Welt die ausschließlich im indirekten Kontakt lebt? Hierfür werden digitale Eindrücke zu fiktiven Fotos oder Screenshots zu analogen Teppichgemälden transformiert. Die gesichtslosen Protagonist*innen werden zu Masken einer „übersexualisierten“ Selbstdarstellung im Netz. Für die Ausstellung zeigt sie einen Teil ihrer Serie von Selbstporträts, die sie in den Wohnungen von Liebhabern und Freund*innen dokumentiert. „Das Aufnehmen dieser Bilder zu jener Zeit war eine Bestätigung des physischen Selbst, ein stabilisierendes Signal, das mir zeigte, dass ich immer noch ich bin“, kommentiert die Künstlerin.

In ähnlicher Weise untersucht Robin Kang die Charakteristik alter Webtechniken und zeitgenössischer Computertechnologie. Die Künstlerin erstellt handgezeichnete Grafiken, die von integrierten Schaltkreisen inspiriert sind, und übersetzt die Pixel dann in lebendige Webmuster auf ihrem Jacquard-Webstuhl. Durch die Kombination von Methoden aus dem physischen und digitalen Bereich lädt Kang dazu ein, die Beziehung zwischen Textilien, Informationssystemen, Sprache und Gedächtnis neu zu denken.

Sinta Tantra arbeitet ebenfalls mit Webmethoden. Ihr neues Werk ist in Zusammenarbeit mit lokalen Handwerker*innen aus dem balinesischen Dorf entstanden, in dem familiäre Wurzeln der Künstlerin liegen. Üblicher Weise großformatige, abstrakte Werke anfertigend, kombiniert sie nun Bauhaus-Einflüsse mit balinesischem Handwerk.

Strangers in Town präsentiert singuläre Kunstwerke aus Marokko, Iran, Finnland, Bali, Nigeria und den USA und demonstriert auf eindrückliche Weise kulturelle Konvergenz. Die Ausstellung unterstreicht die Fähigkeit von Kunst, Grenzen zu überwinden und kulturelle Traditionen neu zu ordnen. In diesem Sinne bietet der Ausstellungstitel verschiedene Lesarten, nicht zuletzt eine ironische.

Vernissage: Donnerstag, 7. November 2019, 18:30 bis 21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Freitag. 8. November – Samstag, 7. Dezember 2019

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