bis 31.10. | #5124ARTatBerlin | Barbara Thumm präsentiert ab Samstag, 12. September 2026 (Vernissage: 11.09.) eine Einzelausstellung der Künstlerin Carrie Mae Weems.
Im Laufe ihrer mehr als vier Jahrzehnte umfassenden Karriere hat die amerikanische Künstlerin Carrie Mae Weems ein komplexes und facettenreiches Œuvre geschaffen, das Fotografie, Film, Installationen und andere Medien umfasst und sich gleichzeitig mit den sozialen und politischen Themen der Gegenwart auseinandersetzt, die unsere Welt bis heute prägen.
In der Serie „Seaside“ greift Weems ihre mittlerweile ikonische Strategie des Selbstporträts als Zeugin wieder auf. Von hinten an einem einzigen Strand fotografiert, erscheint die Künstlerin in Momenten stiller Träumerei, während sie auf den Horizont des Ozeans blickt. An einer Staffelei sitzend versucht sie, die unermessliche und unergründliche Weite des Atlantiks wiederzugeben. Im Verlauf der Bilderserie – sitzend, stehend und schließlich unfähig, die Unermesslichkeit vor ihr zu erfassen – werden Seiten aus ihrem Skizzenbuch von Windböen erfasst, was die Grenzen der Darstellung angesichts von Geschichten von Vertreibung und Trauma unterstreicht.
„The Law of Diminishing Returns“ besteht aus fünf oval gerahmten Fotografien, die in Miniaturform die Überquerung des Ozeans durch menschliche Körper nachbilden. Durch ihren intimen Maßstab knüpfen die Arbeiten an die frühe Porträtfotografie an und regen zum Nachdenken über das Ausmaß der globalen Migration an – vom transatlantischen Sklavenhandel bis hin zur heutigen wirtschaftlich bedingten Vertreibung. Ihre bescheidenen Abmessungen erfordern eine genaue Betrachtung, laden zum Nachdenken ein und zeugen von Bewegungen von tiefgreifender historischer Tragweite.
Welcome Home, 1978–84; from the series Family Pictures and Stories, © Carrie Mae Weems, reproduced courtesy of the artist, Gladstone Gallery, New York, Fraenkel Gallery, San Francisco, and Galerie Barbara Thumm, Berlin.
Die in der Galerie Barbara Thumm gezeigten Werke stehen im Dialog mit „The Long Goodbye“, einem Film, der anlässlich der Eröffnung des V&A East in London (April–Oktober 2026) in Auftrag gegeben wurde. In dem Film zeichnet Weems nach, wie Gewässer – von ihren mächtigen Strömungen bis hin zu sanften Gezeiten – uns geprägt haben, transatlantische Migration ermöglichten und bis heute Gemeinschaften im Osten Londons und darüber hinaus beeinflussen. Die Arbeit untersucht die Entstehung neuer Identitäten und künstlerischer Formen durch die Einwanderer, die – sowohl freiwillig als auch gezwungenermaßen – über die Ozeane hinweg umgesiedelt sind.
Weems würdigt die kulturelle Vielfalt, die die Grundlagen moderner Städte verbindet und stützt. Wasser und Migrationsnetzwerke, die Ängste und Widrigkeiten überwinden, sind der Motor globaler Kreativität.
Weems hat zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Institutionen wie dem Kunstmuseum Basel, der Völklinger Hütte, dem Metropolitan Museum of Art, dem Solomon R. Guggenheim Museum, der LUMA Foundation, der Fondazione Prada, dem Whitney Museum of American Art und dem Frist Art Museum gezeigt. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, darunter das MacArthur-Stipendium und zuletzt die National Medal of Arts im Jahr 2024. Kürzlich erhielt sie einen Auftrag für das Obama Presidential Center, und ihre Werke befinden sich in den Sammlungen des Metropolitan Museum of Art, des Museum of Modern Art, des Brooklyn Museum, der National Gallery of Art, des Museum of Contemporary Art Los Angeles, der Tate Modern und des Museum of Fine Arts in Houston. Sie lebt und arbeitet in Syracuse, New York.
Vernissage: Freitag, 11. September 2026, 18:00–21:00 Uhr
Ausstellungsdaten : Samstag, 12. September bis Samstag, 31. Oktober 2026
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Bildunterschrift Titel: Carrie Mae Weems, The Law of Diminishing Returns 4, 2026, silver metallic print, 27.9 × 35.6 cm, courtesy of the artist and Galerie Barbara Thumm.
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