post-title Daria Martin | A Hunger Artist | Schering Stiftung | 14.09.–10.12.2017

Daria Martin | A Hunger Artist | Schering Stiftung | 14.09.–10.12.2017

Daria Martin | A Hunger Artist | Schering Stiftung | 14.09.–10.12.2017

Daria Martin | A Hunger Artist | Schering Stiftung | 14.09.–10.12.2017

bis 10.12. | Schering Stiftung präsentiert ab dem 14. September 2017 die Ausstellung “A Hunger Artist” der Londoner Künstlerin Daria Martin.

A Hunger Artist ist die bis dato ambitionierteste Arbeit der Londoner Künstlerin Daria Martin und bündelt
verschiedene Themen ihres bisherigen Werkes wie Voyeurismus, Machtbeziehungen, das Surreale, der Mythos des Künstlers und körperliche Verwandlungen. Ihr neuer Film ist ein komplexes, vielschichtiges Kunstwerk an der Schnittstelle zu Literatur, Psychologie und Wissenschaft und adaptiert auf experimentelle Weise ein Meisterwerk der modernen Literatur, Kafkas Erzählung „Ein Hungerkünstler“ (1924). Bei der Geschichte, deren Druckfahne Kafka noch in den letzten Tagen vor seinem Tod prüfte, handelt es sich um eine doppeldeutige Allegorie über einen Künstler, dessen wochenlanges, öffentliches Hungern Hunderte von Menschen in den Bann zieht, bis das Publikum schließlich das Interesse verliert und er sich, gerade noch sich selbst zu Gefallen, zu Tode hungert.

Der Film A Hunger Artist (HD mit Ton, 16 min.) beleuchtet unsere widersprüchliche menschliche Erfahrung vom Körper als „Objekt“ und „Subjekt“ zugleich – einerseits als Materie, die es zu quantifizieren und zu verändern gilt, andererseits als Tor zur phänomenalen, gelebten Erfahrung. Die Obsession des Hungerkünstlers mit seiner Uhr und das Zählen der Fastentage durch seinen Impresario erinnern an aktuelle kulturelle Trends der digitalen Vermessung des Körpers (z. B. Kalorien- und Schrittzählerapps) und der Selbst-Objektifizierung mithilfe der sozialen Medien.

Daria Martin wurde 1973 in San Francisco geboren. Sie absolvierte den Humanities-Studiengang an der Yale University und erwarb 2000 ihren Master of Fine Arts (M.F.A.) an der University of California, Los Angeles. 2002 nahm sie an einem Künstlerresidenzprogramm des Delfina Studios Trust teil und lebt und arbeitet seitdem in London. Ihre Arbeiten wurden international in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, darunter Subjects and Objects, VISUAL Centre for Contemporary Art, Carlow, Irland (2017); At the Threshold, Maureen Paley, London (2016); The New Human, Moderna Museet Malmö und Moderna Museet, Stockholm, Schweden (2016); 14th Istanbul Biennial SALTWATER: A Theory of Thought Forms, Istanbul, Türkei (2015); One of the Things That Makes Me Doubt, ACCA: Australian Centre for Contemporary Art, Melbourne, Australien (2013); 10th Shanghai Biennale, Shanghai, China (2014); Sensorium Tests, MK Gallery, Milton Keynes, UK (2012); Dancing Through Life, Centre
Pompidou, Paris, Frankreich (2011); Move: Art and Dance since the 60s, Haus der Kunst, München, und K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Deutschland (2011); Three M Commission: Minotaur, Wanderausstellung des MCA Chicago, New Museum, New York, Hammer Museum, Los Angeles, USA, (2009– 2010); BP British Art Displays 1500–2008, Tate Britain, London, UK (2008); und S.M.A.K., Ghent, Belgien (2007).

A Hunger Artist ist Martins erster in HD gedrehter Film. In ihren 16-mm-Filmen der letzten 17 Jahre versucht Martin eine Kontinuität zwischen disparaten Medien (wie z. B. Malerei und Performance), zwischen Menschen und Objekten oder zwischen inneren und gesellschaftlichen Welten herzustellen. Menschliche Gestik und verlockende Bilder treffen auf physisch-manierierte Kunstgriffe, um die erlernten Wahrnehmungsmuster der Zuschauer aufzubrechen. Ihre Themen – seien es Roboter, ein Archiv von Traum-Tagebüchern oder Kartentricks – werden innerhalb isolierter Räume wie beispielsweise einer Theaterkulisse, einer Militärakademie oder einer übergroßen modernistischen Skulptur erkundet. Diese geschützten, aber fragmentierten Kulissen, voller Risse und Schatten, stehen für die Möglichkeiten des Mediums Film selbst, einem durchlässigen Gefäß, das die Welt als Ganzes aufnimmt und verarbeitet.

Anlässlich der Ausstellung von Daria Martin veranstaltet die Schering Stiftung in Kooperation mit der LeibnizGemeinschaft am 8. Dezember 2017 ein wissenschaftliches Symposium zu den Themen Magersucht, Körperwahrnehmung und Selbstoptimierung mit dem Titel: „Hungerkunst: eine Krankheit zwischen Rausch und Abgrund“, mit Beate Herpertz-Dahlmann, Ludwig M. Eichinger, Aikaterini Fotopoulou, Maya Götz, Tilman Grune (Moderation), Martin Grunwald, Robert Gugutzer, Nikola Kern, André Kleinridders, Tatiana Korotkova, Daria Martin, Emily Troscianko, Silja Vocks u. a.

Die Schering Stiftung ist Partner der Berlin Art Week 2017.
A Hunger Artist von Daria Martin wurde ermöglicht mit Unterstützung von:
Schering Stiftung, Berlin; SITE GALLERY, Sheffield, UK; VISUAL, Carlow, Irland
Gefördert von:
Wellcome Trust, UK; Arts Council England, UK; University of Oxford, UK; St John’s College, Oxford, UK

Vernissage: Mittwoch, 13. September 2017, 18:00 bis 21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Donnerstag, 14. September bis Sonntag, 10. Dezember 2017

Öffnungszeiten: Donnerstag – Montag, 13–19 Uhr | Eintritt frei

Zur Schering Stiftung

 

Bildunterschrift: Daria Martin, A Hunger Artist, Filmstill, HD Film, 16 min, 2017, © Daria Martin, courtesy Maureen Paley, London

Ausstellung: Daria Martin – A Hunger Artist – Schering Stiftung | Contemporary Art – Kunst in Berlin – ART at Berlin

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