post-title William Grob + Valère Mougeot | LOST MILLENNIALS | Luisa Catucci Gallery | 06.05.-25.06.2022

William Grob + Valère Mougeot | LOST MILLENNIALS | Luisa Catucci Gallery | 06.05.-25.06.2022

William Grob + Valère Mougeot | LOST MILLENNIALS | Luisa Catucci Gallery | 06.05.-25.06.2022

William Grob + Valère Mougeot | LOST MILLENNIALS | Luisa Catucci Gallery | 06.05.-25.06.2022

bis 25.06. | #3438ARTatBerlin | Luisa Catucci Gallery präsentiert ab 6. Mai 2022 (Vernissage am 05.05) die duo-Ausstellung LOST MILLENNIALS mit Malerei und Bildhauerei von den Künstlern William Grob und Valère Mougeot.

Die Ausstellung LOST MILLENNIALS präsentiert einen Dialog zwischen dem britischen Künstler William Grob und dem französischen Künstler Valère Mougeot. Beide gehören der Generation der Millennials an, auch bekannt als Generation Y.
Der Titel der Ausstellung geht auf eine Serie von Gemälden zurück, die William Grob während der Pandemie begann. Wie die meisten Menschen seiner Generation erlebte er zum ersten Mal, dass die Zeit in einem weniger schnellen Rhythmus verlief, was ihm erlaubte, seine Gedanken und Reflexionen über das Leben, die Identität und die Umstände nachzuholen. Ähnliches geschah mit Valère Mougeot, der die Zwangspause nutzte, um über seine Situation nachzudenken und schließlich beschloss, seinen sicheren Job als Grafikdesigner aufzugeben, um sich durch seine künstlerische Praxis in eine Vollzeituntersuchung der Realität zu stürzen.

ART at Berlin - courtesy of Luisa Catucci Gallery - Valère Mougeot - pigeons
Valère Mougeot, Pigeons

Millennials fällt es nicht leicht, ihre Position zu finden. Sie sind verloren und verwirrt von den schizophrenen und bipolaren Ansprüchen der modernen Gesellschaft. Von ihnen wird gleichzeitig verlangt, ökologisch zu sein, obwohl sie zwanghaft konsumieren, sympathisch zu sein, obwohl sie egozentrisch sind, keine Rassisten zu sein, von denen man annimmt, dass sie Angst vor anderen Kulturen haben, sexuell offen und promiskuitiv zu sein, während die klassische Familienstruktur intakt bleibt.  Den Millennials wurde gesagt, sie könnten alles tun und jeder sein, sie sollten große Träume haben und so tun, als würden ihre Träume wahr werden, ohne sich der Unmöglichkeit einer solchen Aussage zu stellen, insbesondere auf einem überbevölkerten, gesättigten Planeten. Wir sprechen von einer Generation, die zum großen Teil von der Gesellschaft getäuscht wurde, die mit unglaubwürdigen Nachrichten und leerer Überkommunikation vollgestopft wurde, die von den sozialen Medien getäuscht wurde und die vom Glauben und den religiösen Überzeugungen verlassen wurde.

Gleichzeitig erwies sich diese Generation aber auch als interessiert daran, die Welt, in die sie hineingewachsen ist, grundlegend zu verändern, sowie als wesentlich optimistischer und nicht leicht kapitulierend.  Sowohl William Grob als auch Valère Mougeot versuchen, die Welt ehrlich und mit offenen Augen zu betrachten, ohne sich von ihren unschmeichelhaften Seiten abzuwenden. Sie sind der Meinung, dass die Menschen und die sie umgebenden Gegenstände, ungeachtet der höheren Einteilung in schön und hässlich, es wert sind, porträtiert zu werden. Sie sind sich darüber im Klaren, dass die vielfältigen Paradoxien ihrer Realität und ihrer Gesellschaft ihren Platz in der Kunstwelt finden müssen. Diese Demarche bringt das Werk von William Grob und Valère Mougeot in enge Beziehung zu den Berliner Dada-Bewegungen und der Neuen Sachlichkeit der 20er Jahre und regt den Betrachter gleichzeitig zum Nachdenken über den Status quo der Gegenwart an.

ART at Berlin - courtesy of Luisa Catucci Gallery - William Grob - Bound by our View
William Grob, Bound by our View, 2020, Oil on Linen, 150 X 180 cm

Grobs Gemälde schaffen eine Umgebung, die es dem Betrachter ermöglicht, sich genügend Raum zu nehmen, um über die Leere nachzudenken, die sich aus der Fülle der Informationen ergibt. Seine Bilder sind wie ein Moment der Ruhe, eine Unterbrechung des Lärms, ein Innehalten im Zeitstrom.  An der Schnittstelle zwischen einer überbevölkerten Szene von Nicole Eisenman und einer stillen Landschaft von Peter Doig zeigen William Grobs Gemälde eine vertraute, aber unspezifische Umgebung, die von vertrauten, aber unpersönlichen Charakteren bevölkert wird. Sie bringen den Betrachter dazu, sich sofort in die Szene einzufühlen und eine unmittelbare Beziehung zu diesen neofigurativen, vertrauten Fantasiewelten herzustellen. Indem er uns an seiner fantastischen Realität teilhaben lässt, lädt uns dieser junge Künstler ein, unsere Gedanken nicht der Düsternis anheimzugeben, sondern zu erkennen, dass es die Möglichkeit gibt, die richtige Pause und den richtigen Abstand zu nehmen, um das Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, das unsere Reise zur Erfüllung lenkt.

Das Werk von Valère Mougeot, das sich durch eine Reihe von unbestreitbaren Anspielungen auf berühmte Pop-Art-Werke auszeichnet, lädt durch die Verflechtung von Elementen zu einem vielschichtigen Dialog zwischen dem Verbalen und dem Visuellen ein. Mit verschiedenen Formen – von der Malerei über Skulpturen bis hin zu Installationen – will er mit Ironie und Melancholie ein verwirrendes Umfeld schaffen, das an den öffentlichen und urbanen Raum erinnert, der seine Hauptinspirationsquelle im Alltag ist. Er verfremdet seine Zeichen und verwendet sowohl minderwertige oder rohe Materialien als auch hergestellte Gegenstände. Indem er Assoziationen und hybride Kompositionen schafft, will er ihnen eine neue Stimme geben und so einen teilweise belebten Raum schaffen, in dem jedes Stück, jede flüchtige Spur menschlicher Interaktion, je nach seiner Erscheinungsweise zu einem autonomen Boten wird. Er will beim Betrachter – einem Spaziergänger, der sich zwischen dem Zustand eines einfachen Passanten und dem eines nachdenklichen Lesers befindet – ein Hinterfragen seiner aufmerksamen Fähigkeit hervorrufen, die Zeichen des persönlichen und zwischenmenschlichen Konflikts zu entschlüsseln, die unsere heutigen Gesellschaften hervorbringen können.

ART at Berlin - courtesy of the artist - William Grob portrait
William Grob in his Studio

„Ich war ein Künstler, bevor ich sprechen konnte. Als Kind hatte ich eine schwere Sprachstörung, die mein ganzes Leben prägte, da ich mich bis zum Alter von sieben Jahren nicht verbal ausdrücken konnte. Die Kunst wurde zu meiner Muttersprache, in der ich mit Farben und Formen mein Glück oder meine Frustration zum Ausdruck brachte, was heute unbewusst tief in meiner Praxis verwurzelt ist. Der größte Teil meiner Arbeit kommt aus diesem Bereich. Alles, was ich bewusst versuche zu schaffen, ist ein Gefühl des Verstehens und des Ausdrucks, der für jeden verständlich ist.“

William Grob

Der britisch-schweizerische Künstler William Grob, geboren 1992, lebt und arbeitet in Berlin. Er hat 2011 – 2014 einen BA-Abschluss in Fotografie an der Universität Falmouth erworben.

Art at Berlin - courtesy of the artist - Valère Mougeot Portrait
Valère Mougeot

Das Werk von Valère Mougeot zeichnet sich durch die Verflechtung von Elementen aus, die zu einem vielschichtigen Dialog zwischen dem Verbalen und dem Visuellen einladen. Mit verschiedenen Formen – von der Malerei über Skulpturen bis hin zu Installationen – will er mit Ironie und Melancholie eine verwirrende Umgebung schaffen, die an den öffentlichen und städtischen Raum erinnert, seine Hauptinspirationsquelle im Alltag. Er verfremdet die Zeichen, verwendet ärmliche oder rohe Materialien sowie hergestellte Gegenstände. Indem er Assoziationen und hybride Kompositionen schafft, will er ihnen eine neue Stimme geben und so einen teilweise belebten Raum schaffen, in dem jedes Stück, eine flüchtige Spur menschlicher Interaktion, je nach seiner Erscheinungsweise zu einem autonomen Boten wird. Er will im Betrachter – einem Spaziergänger, der sich zwischen dem Zustand eines einfachen Passanten und dem eines nachdenklichen Lesers befindet – eine Hinterfragung seiner aufmerksamen Fähigkeit hervorrufen, die Zeichen des persönlichen und zwischenmenschlichen Konflikts zu entschlüsseln, die unsere heutigen Gesellschaften hervorbringen können.

Valère Mougeot wurde 1988 in Vitry-le-François (Frankreich) geboren. Nach seinem Abschluss in Grafikdesign in Chaumont (Frankreich) studierte er Kunst an der EBABX (Bordeaux, Frankreich, MFA Art & Media). Er lebt und arbeitet seit 2013 in Berlin.

Vernissage: Donnerstag, 5. Mai 2022, 18:00 – 21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Freitag, 6. Mai – Samstag, 25. Juni 2022

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Bildunterschrift Titel: LOST MILLENNIALS, COVER event, courtesy of Luisa Catucci Gallery

Ausstellung William Grob + Valère Mougeot – Luisa Catucci Gallery | Zeitgenössische Kunst Berlin – Contemporary Art – Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

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