bis 01.08. | #5105ARTatBerlin | BBA Gallery zeigt derzeit die Ausstellung „While the Shadows Dream Upright“ des Künstlers Pierre-Yves Cruaud.
Die Ausstellung vereint zwei Fotoserien, die die Nacht als Raum der Erinnerung, des Fremden und der Offenbarung thematisieren. Diese Bilder versuchen, genau jene Momente einzufangen, in denen sich die Realität zurückzieht, um Platz für Traumfragmente zu schaffen. Jede Komposition ist im Geiste eines minimalistischen Gemäldes konzipiert; die „Figuren“, die diese „Räume“ bewohnen, wirken wie Geiseln ihrer eigenen Geschichte und ihrer Spuren.
In „While the Shadows Dream Upright“ erkundet Cruaud die Nacht nicht bloß als Abwesenheit von Licht, sondern als fruchtbaren psychologischen Raum, in dem Erinnerung und Realität ineinanderfließen. Formal von der minimalistischen Malerei inspiriert, isolieren Cruauds äußerst präzise Kompositionen Fragmente der Welt, während das Tageslicht schwindet, und fangen so den Übergang ein, in dem das Vertraute fremd und poetisch wird. Der Titel der Ausstellung ist eine Hommage an die surrealistische Philosophie von René Magritte, die durch gezielte kognitive Verschiebungen die gewohnte Lesart eines Bildes durch den Betrachter hinterfragt. In seinen Arbeiten in der Dunkelkammer und im digitalen Bereich behandelt Cruaud die fotografische Oberfläche als rätselhafte Schwelle, die zwischen Dokumentation und Traumzustand oszilliert. Indem er unnötige Umgebungskontexte ausblendet, wirken seine Werke wie stille visuelle Gedichte, die den Betrachter dazu einladen, die lebendige, beunruhigende Schönheit zu erkunden, die in den Schatten verborgen liegt.
Über Pierre-Yves Cruaud
Pierre-Yves Cruaud ist ein französischer bildender Künstler mit einem Hintergrund in Filmwissenschaft, die er von 1993 bis 1996 studierte. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Praxis steht das Standbild als Raum für imaginäre und sinnliche Erkundungen. Seit 2000 dreht er experimentelle Filme und Videos. Er komponierte die Musik für den Spielfilm „Should the Wind Drop“ unter der Regie von Nora Martirosyan (Offizielle Auswahl – Filmfestspiele von Cannes 2020), bevor er sich 2021 der Fotografie zuwandte.
Anstatt die Welt so einzufangen, wie sie erscheint, versucht Cruaud, sie so darzustellen, wie er sie sich vorstellt, und nutzt die Fotografie, um innere Erfahrungen und emotionale Landschaften zu evozieren. Seine Bilder zeichnen sich durch eine minimalistische Theatralik aus, die den Realismus in Frage stellt. Sorgfältig inszeniert und doch rätselhaft laden sie den Betrachter dazu ein, sich mit der Szene zu identifizieren, während sie gleichzeitig Erwartungen untergraben.
Cruauds Arbeit dreht sich oft um das Konzept der Metamorphose, einer wiederkehrenden Metapher für Verwandlung, Ungewissheit und psychologische Tiefe. Seine Fotografien suggerieren Momente, die zwischen verschiedenen Zuständen schweben, in denen das Vertraute fremd und das Statische dynamisch wird.
Im Jahr 2025 war er gemeinsamer Gewinner des 1. Preises des BBA Photography Prize.
Ausstellungsdaten: Samstag, 04. Juli – Samstag, 01. August 2026
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Bildunterschrift Titel: Pierre-Yves Cruaud, A Wink at Méliès, 2024, 60 x 60, Photography. Courtesy of BBA Gallery
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