post-title Rusudan Khizanishvili | Rooms + Beings | 68 projects | 07.11.2020-09.01.2021

Rusudan Khizanishvili | Rooms + Beings | 68 projects | 07.11.2020-09.01.2021

Rusudan Khizanishvili | Rooms + Beings | 68 projects | 07.11.2020-09.01.2021

Rusudan Khizanishvili | Rooms + Beings | 68 projects | 07.11.2020-09.01.2021

bis 09.01. | #2881ARTatBerlin | 68 projects zeigt ab 7. November 2020 die Ausstellung Rooms & Beings mit Arbeiten der georgischen Künstlerin Rusudan Khizanishvili, kuratiert von Nina Mdivani.

Rooms & Beings ist die erste Einzelausstellung in Berlin der georgischen Künstlerin Rusudan Khizanishvili. Khizanishvili versucht, die traditionsreiche georgische Kultur und den konzeptuell geprägten zeitgenössischen Diskurs von Repräsentation und ihren Funktionen in Einklang zu bringen.

Die vierzehn Werke der Ausstellung sind alle im Jahr 2020 in Tiflis entstanden und lassen sich thematisch in zwei Kategorien einteilen: Gemälde, in deren Mittelpunkt sakrale Verwandlungen stehen, und theatralisch inszenierte Interaktionen in Räumen. Khizanishvili beschäftigt sich immer wieder mit Fragen des Selbst, Bezügen zur Biologie, dem kulturellen Gedächtnis, Mythen, sowie dem weiblichen Körper und zeigt dabei eine ausgereifte Zielstrebigkeit und Farbbeherrschung.

Khizanishvilis Gemälde widersetzen sich der Idee einer konstruierten Identität, was für eine postsowjetische Künstlerin nicht ungewöhnlich ist. Ihr ausdrucksstarkes, einzigartiges visuelles Vokabular ist allerdings nur lose mit den Anliegen des Postkolonialismus verbunden und thematisiert diese nicht in Form von Beherrschung und Unterwerfung, sondern auf eine abstraktere Weise. Die Rollen und die Kraft der Frauen sind wiederkehrende Themen, wobei ihre Leinwände archetypische Heldinnen zeigen, die sich ständig verändern. Die Vererbungsmathematik zeigt, dass jeder heute lebende Mensch die genetische Information von mehr als 4.000 Vorfahren besitzt. Wir tragen eine derart große Menge an zellulärer Information in uns, dass unser Gehirn sie unmöglich verarbeiten kann. Als Reaktion darauf beginnt unser Körper, zusätzliche Sinne zu entwickeln und auszubilden, wodurch neue Personen, Tiere, Bäume, Ozeane und Tsunamis entstehen. Auch wenn wir vorerst in physischen Räumen feststecken, schaffen wir in uns ganz neue Welten, bauen Aquädukte, Brücken und Autobahnen, reisen weit weg und kehren aus anderen Dimensionen zurück.

ART at Berlin - Courtesy of 68 projects - Galerie Kornfeld - Rusudan Khizanishvili 2020 -1

Rusudan Khizanishvili, The Last Room/Exit, 2020, Acryl auf Leinwand, 149 x 149 cm

Die phantastischen Wesen, die in der Ausstellung zu sehen sind, gehören alle zu diesen inneren Sphären, sind teilweise unsichtbar, aber immer präsent. Stark beeinflusst von der Dualität von Geist und Seele, die in der mittelalterlichen Kunst zum Ausdruck kommt, kreieren die ausgestellten Gemälde eine Kathedrale, der eine dynamische Spannung zugrunde liegt, die aus der künstlerischen Vorstellungskraft hervorgeht. Während einige Bilder einen theatralischen Aspekt aufweisen, der sie aufgrund ihrer emotionalen Dringlichkeit direkt mit dem deutschen Expressionismus verbindet, beziehen sich andere mit ihrer schroffen Direktheit und ihren frei fließenden Erzählungen eher auf Outsider Art. Der Mensch kann sowohl größer als auch kleiner sein als er selbst, sowohl Subjekt als auch Objekt. In einer Zeit, in der digitale Maschinen systematisch menschliche Funktionen übernehmen, suchen wir als Spezies nach neuen Formen des Seins, in denen einfache Gesten, der Tastsinn, zwischenmenschliche Beziehungen und die Hoffnung wesentliche Eigenschaften sind, die nicht durch Bildschirme vermittelt werden. Khizanishvilis Leinwände sind symbolische, anthropologische Blaupausen für unsere neue Realität, für eine völlig andere Welt. Die Wesen, die die Räume dieser Gemälde durchstreifen, sind genau wie wir auf der Suche nach neuen Bedeutungen.

ART at Berlin - Courtesy of 68 projects - Galerie Kornfeld - Rusudan Khizanishvili 2020 - 2

Rusudan Khizanishvili, Coronation, 2020, Acryl, Sprühfarbe auf Leinwand, 120 x 239 cm

Rusudan Khizanishvili (1979) lebt und arbeitet in Tiflis, Georgien. Sie hat zwei Bachelorabschlüsse in Bildender Kunst, einen von der J. Nikoladze Kunsthochschule und einen von der Staatlichen Kunstakademie Tiflis, von der sie 2004 auch einen Master in Filmwissenschaften erhielt. In den vergangengen fünfzehn Jahren hat Khizanishvili an zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen teilgenommen, darunter im Museum für Moderne Kunst Tiflis, im Literaturmuseum von Georgien, im Staatlichen Seidenmuseum Tiflis, in der Mark Rothko Foundation, Daugavapils, Lettland, in der Galerie Am Roten Hof, Wien, Österreich, im Arundel Contemporary, Arundel, Großbritannien, in der New Image Art Gallery, Santa Monica, USA, im Kunstverein Villa Wessel Iserlohn, Deutschland, bei Norty Paris, in der Triumph Gallery, Moskau, im Assembly Room, New York, USA und im Window Project, Tiflis. Zusammen mit fünf anderen Künstlern vertrat Khizanishvili 2015 Georgien auf der 56. Kunstbiennale Venedig. Ihre Werke befinden sich unter anderem in der Sammlung des Georgischen Nationalmuseums, der Privatsammlung von Stefan Simchowitz, Los Angeles, und der Breus-Stiftung, Moskau.

Nina Mdivani ist eine in Tiflis geborene und in New York lebende unabhängige Kuratorin, Schriftstellerin und Forscherin. Ihr akademischer Hintergrund umfasst Internationale Beziehungen und Gender Studies der Tifliser Staatsuniversität, des Mount Holyoke College und in jüngster Zeit Museumswissenschaften der City University of New York. Ninas Buch King is Female, das im Oktober 2018 im Wienand Verlag in Berlin erschien und auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde, untersucht das Leben dreier georgischer Künstlerinnen und ist die erste recherchierte Publikation, die Fragen der weiblichen Identität im Kontext des historischen, sozialen und kulturellen Wandels Osteuropas in den letzten zwanzig Jahren untersucht. Das Erscheinen des Buches wurde von einer Ausstellung im Villa Vessel Kunstverein in Iserlohn begleitet, die die drei georgischen Künstlerinnen auf ihrer Suche nach Authentizität und Freiheit vorstellte. In den Jahren 2019-2020 wurde Nina als Curator-in-Residence im Kunstraum, Brooklyn, ausgewählt. Sie hat Ausstellungen in Lettland, Georgien und den USA kuratiert. Als Kuratorin und Schriftstellerin ist Nina daran interessiert, verborgene Erzählungen innerhalb dominanter Kulturen zu entdecken, wobei ihr Schwerpunkt auf Minderheiten und Migrationen liegt.

Eröffnung:  Samstag, 7. November 2020, 12-20 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 7. November bis Samstag, 9. Januar 2020

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Ausstellung Rusudan Khizanishvili – 68 projects | Zeitgenössische Kunst Berlin Galerien

 

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