post-title Kelechi Nwaneri | Myths | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 27.03.-24.04.2021

Kelechi Nwaneri | Myths | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 27.03.-24.04.2021

Kelechi Nwaneri | Myths | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 27.03.-24.04.2021

Kelechi Nwaneri | Myths | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 27.03.-24.04.2021

bis 24.04. | #3005ARTatBerlin | Kristin Hjellegjerde Berlin präsentiert derzeit die Ausstellung Myths des Künstlers Kelechi Nwaneri.

Schwarze Figuren mit markanten, weiß auf die Haut gemalten Motiven erscheinen vor brennend blauem Himmel und stilisierten Kulissen. Diese Menschen sind die Gottheiten und Charaktere aus der Igbo-Mythologie, die der nigerianische Künstler Kelechi Nwaneri lebendig neu interpretiert hat. Die Geschichte des Igbo-Volkes im Südosten Nigerias reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück, doch ihre indigene Lebensweise verblasst zusehends im Angesicht der dominierenden westlichen Kultur. Die erste Einzelausstellung des Künstlers mit dem Titel Myths in den Berliner Räumen der Galerie Kristin Hjellegjerde präsentiert eine neue Serie von Mixed-Media-Arbeiten, die nicht nur visuell fesselnd sind, sondern auch als wichtige künstlerische Dokumentation einer Kultur dienen, die Gefahr läuft, aus dem öffentlichen Bewusstsein gelöscht zu werden.

Nwaneri verwendet Motive, die hauptsächlich aus drei indigenen Sprachen stammen – Adinkra aus Ghana, Uli und Nsbidi aus Südnigeria -, um die Haut seiner Figuren zu verzieren, wobei er oft präzise Symbole auswählt, um die Persönlichkeit des Individuums auszudrücken oder um zur weiteren Erzählung der Werkgeschichte beizutragen. Obwohl diese Motive von spezifischen, alten Schriftsystemen abgeleitet sind, ist ein Großteil der Bildsprache wiedererkennbar und kann auf einer grundlegenden Ebene interpretiert werden. Diese sorgfältige Balance zwischen kultureller Spezifizität und Universalität ist von zentraler Bedeutung für Nwaneris visuelle Sprache und die künstlerischen Ziele dieser besonderen Ausstellung, bei der es, so der Künstler, „um Bildung geht, nicht nur ums Betrachten“. „Die Einführung der westlichen Kultur durch den Kolonialismus hat zu einer hybriden Kultur geführt; eine Mischung aus Altem und Neuem und eine enorme Verwässerung der indigenen Lebensweise trotz der Tiefe und des Reichtums der Igbo-Kultur“, erklärt er. Jede der in den Werken dargestellten Geschichten und Charaktere wurde sorgfältig recherchiert, aber Nwaneri wollte auch die Stimmen der Igbo in der Ausstellung präsentieren und so reiste er in ländliche Gemeinden, um Interviews zu führen, die in einem begleitenden Video gezeigt werden.

ART at Berlin - Courtesy of Kristin Hjellegjerde Gallery - Kelechi Nwaneri 2021
Kelechi Nwaneri: Portrait of Afwu Nsi, 2021,
Holzkohle und Acrylfarbe auf Leinwand, 80 x 65 cm, 31 1/2 x 25 5/8 in

Die Werke selbst sind ausgesprochen fesselnd und verwenden eine Mischung aus Farbe, Kohle und Bleistift, um reiche, lebendige Details in einem fast grafischen Stil zu schaffen, der das Bild verflacht und auf religiöse Illustrationen und die alte Kunst der visuellen Dokumentation verweist. Die Kompositionen sind von Quellenbildern oder der eigenen Vorstellungskraft des Künstlers inspiriert und enthalten typischerweise surreale Elemente, die dazu beitragen, die Szenen in das Reich der Mythen und Träume zu erheben. Ein Gemälde zeigt zum Beispiel Ala – die Igbo-Göttin der Erde, Moral, Fruchtbarkeit und Kreativität – halb in bunt gemusterten Stoff gehüllt, mit einem orangefarbenen Heiligenschein, der ihren Kopf umgibt, und einer Hand, die sich nach der kindlichen Figur hinter ihr ausstreckt. Der Heiligenschein verweist auf ihre Verbindung zur spirituellen Welt, während der geflieste Boden und die gepflegte Hecke eine eher häusliche Umgebung suggerieren. Obwohl diese Szene nicht unmittelbar im Kontext westlicher Religionen angesiedelt ist, erinnert die Schlange, die zu Alas Füßen liegt, an die biblische Schöpfungsgeschichte und dient dazu, sich mit der religiösen Mythologie des Igbo-Volkes vertraut zu machen und dem Werk eine erzählerische Spannung zu verleihen.

In der gesamten Ausstellung fungieren diese visuellen Punkte der Vertrautheit als Tore in die Lebensweise des Igbo-Volkes und ermutigen den Betrachter, sich nicht nur mit ihnen zu identifizieren, sondern sich auch tiefer mit ihren Erzählungen zu beschäftigen. Gleichzeitig fesselt und lenkt Nwaneris feurige Farbpalette den Blick und vermittelt ein atmosphärisches Gefühl für das lokale Klima und die Landschaften. Jedes Gemälde besitzt eine eigene Lebendigkeit, die sich in der Ausstellung kraftvoll verbindet, um die reiche Vielfalt einer Kultur, ihres Erbes und ihrer Geschichten einzufangen.

Vernissage: Samstag, 27. März 2021, 18:00 Uhr (digital auf Instagram)

Ausstellungsdaten: Samstag, 27. März – Samstag, 24. April 2021

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Ausstellung Kelechi Nwaneri – Kristin Hjellegjerde Berlin | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

 

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