post-title Jens Hausmann | Raum und Hülle | Galerie Martin Mertens | 21.03.-23.05.2020

Jens Hausmann | Raum und Hülle | Galerie Martin Mertens | 21.03.-23.05.2020

Jens Hausmann | Raum und Hülle | Galerie Martin Mertens | 21.03.-23.05.2020

Jens Hausmann | Raum und Hülle | Galerie Martin Mertens | 21.03.-23.05.2020

bis 23.05. | #2720ARTatBerlin | Galerie Martin Mertens zeigt ab 21. März 2020 die Ausstellung Raum und Hülle des Künstlers Jens Hausmann.

Die Ausstellung ist auch virtuell als 3D Tour (GALLERY VISIT) zu besuchen.

Der Berliner Maler Jens Hausmann ist seit vielen Jahren einer der auffälligsten mitteleuropäischen Maler im Themenbereich der Architektur. Wobei bereits dieses Label etwas irreführend ist, denn Hausmann geht es um Malerei nicht um Architektur.

ART at Berlin - Galerie Martin Mertens - Jens Hausmann - Ruine Huelle
Jens Hausmann, Ruine Hülle, 110 x 100 cm

Er ist im Besten Sinne ein Konstruktivist, denn seine Architekturen und Bildräume sind Konstruktionen. Viele seiner architektonischen Formen basieren zwar auf realen Gebäuden, aber diese Gebäude sind lediglich der Auslöser zur Gestaltung eines Bildes. Seine Szenarien sind konstruierte Realität – kein Abbild einer Realität.

ART at Berlin - Galerie Martin Mertens - Jens Hausmann - Raumstation Buehne
Jens Hausmann, Raumstation Bühne, 170 x 240 cm

Obwohl mit den Landschaftsausschnitten und Vegetationen, die seine Bilder bevölkern, in gewisser Weise ein romantisches Element aufzuscheinen scheint, ist diese Konfrontation Kultur-Natur nicht im Sinne der Romantik zu verstehen. Denn Hausman macht in seinen Bildern deutlich, daß auch die Natur nicht mehr das vom Menschen unabhängige Andere und damit das Gegenteil von Kultur bildet, sondern im Zeitalter des Anthropozän selbst bereits „kulturell kontaminiert“ ist und längst nicht mehr unabhängig vom Menschen existiert. Selbst in den tiefsten Tiefseegräben, im Ewigen Eis und auf den Gipfeln der Berge sind die Auswirkungen der menschlichen Tätigkeit zu finden.

ART at Berlin - Courtesy of Galerie Martin Mertens - Jens Hausmann 2020
Jens Hausmann, Raum und Hülle,
200 x 95 cm, Öl auf Leinwand, 2020

Die meist sehr artifiziell in grellen „unnatürlichen“ Farben erscheinenden Naturversatzstücke wirken eher wie eine Möblierung des vom Menschen geformten Bildraumes als eine unbändig frei sich entfaltende Natur. Trotzdem sind sowohl Architektur als auch Natur Darsteller auf den Bühnen seiner Bildräume und bilden erst zusammen die spannungsreichen Szenarien seiner Bilder. Die Architekturen fragmentieren den Bildraum und damit die sie umgebende Landschaft/Natur.

ART at Berlin - Galerie Martin Mertens - Jens Hausmann - Die Falle
Jens Hausmann, Die Falle, 110 x 115 cm

Wie Hausmann so treffend sagt, versucht er seine „romantischen Wallungen an der kurzen Leine zu führen“. Während die Rückenfigur in der deutschen Romantik den Menschen bereits zurückdrängt und nicht mehr als Akteur, sondern nur noch als Betrachter inszeniert, geht Hausmann einen konsequenten Schritt weiter und verzichtet ganz auf die menschliche Figur. Anwesend ist der Mensch als permanenter Gestalter dennoch in jedem Winkel seiner mystisch konstruierten Bildwelten.
Viele seiner Bildräume wie z.B. in dem großen Bild „Raumstation“ wirken wie eine Bühne, auf der gerade etwas geschehen ist oder bald geschehen könnte. Hausmann erwähnt im Gespräch die Bedeutung des Moments, in dem Nichts geschieht – in dem die Handlung erstarrt kurz bevor etwas geschieht. Das eigentliche Ereignis spielt sich eher im Kopf des Betrachters ab.

ART at Berlin - Galerie Martin Mertens - Jens Hausmann - Exhibition view 2
Jens Hausmann, Galerie Martin Mertens, 2020, Exhibition view

Hier scheint auch der Grund für die cineastische Anmutung vieler seiner Werke zu liegen und man fühlt sich an die Dramaturgie vieler Hitchcock Filme erinnert. Einerseits durchströmt seine Bilder oft ein Geheimnis, andererseits ist aber auch die Rationalität der Konstruktion deutlich sichtbar und die zum Teil brutalistische Kühle der Glas- und Betonflächen wiederstrebt jeder Mystifizierung und Romantisierung.

ART at Berlin - Galerie Martin Mertens - Jens Hausmann - Exhibition view 3
Jens Hausmann, Galerie Martin Mertens, 2020, Exhibition view

In dem großen Querformat „Daytime Astromomy“ scheinen sich die Pflanzen wie unheimliche Wesen an das Gebäude heranzupirschen und darauf zu verweisen, dass die Natur sich früher oder später ihren Raum zurückerobert. Sicherlich ist Hausmann durch seinen häufigen Aufenthalt in Brasilien, woher seine Frau, die Künstlerin Isabelle Borges stammt, sowohl von der tropischen Vegetation als auch der brasilianischen Moderne, die auf der europäischen basiert beeinflusst.

ART at Berlin - Galerie Martin Mertens - Jens Hausmann - Exhibition view 1
Jens Hausmann, Galerie Martin Mertens, 2020, Exhibition view

Sein Werk findet in Brasilien auch großen Anklang. So hat das Sammler Museum Fábrica de Arte Marcos Amaro (FAMA) gerade einen großen Werkblock, der mit 60 Arbeiten einen ganzen Raum gestaltet, erworben und wird diesen im Juli 2020 in Sao Paulo ausstellen.

ART at Berlin - Galerie Martin Mertens - Jens Hausmann - Portrait
Jens Hausmann, Portrait

Jens Hausmann, 1964 geboren in Meiningen, lebt und arbeitet in Berlin
1994 – 2000 Studium der Malerei und Bildhauerei, Hochschule für Bildende Künste, Dresden
2001 Diplom Malerei (bei Prof. Ralf Kerbach)

Preise und Stipendien
2020 Falkenrot Preis 2020, Künstlerhaus Bethanien, Berlin

Einzelausstellungen
2020 Raum und Hülle, Galerie Martin Mertens, Berlin
The Promised Land, Kogan Amaro Galeria, Sao Paulo (Kat.), (BR) -kommend-
Melancholia Moderna – works on paper, Galleria Sacchetti, Ascona (CH) -kommend-
Babel / 60 fragments, Museo Fabrica de Arte Marcos Amaro, Sao Paulo (Kat.) (BR) -kommend-
2019 Jens Hausmann – Ed in Arcadia Ego, Kunstverein Herford, Herford, (Kat.)
Babel – 60 fragments, CLB im Aufbauhaus, Projektraum für Kulturtheorie, Gegenwartskunst und Urbanismus, Berlin
2017 Raum und Hülle, Galerie Agnes Reinthaler, Wien (A)
Gasts From Berlin. Part I, Jens Hausmann with Vanessa Henn, Galerie Eigenheim, Weimar
2016 JENS HAUSMANN – Das geheime Zentrum, Galerie Anja Knoess, Köln
Niemandsland, Kunsthalle Neuwerk, Konstanz, (Kat)
Galerie Agnes Reinthaler, zus. mit Hubert Blanz, Wien (A)
2015 Around the House, mit Alexej Meschtschanow, Kunstraum SMAC, Berlin
Minimal fragments, Galerie Z, Stuttgart
2014 Melancholie / Kubricks House, mit Sven Reile, Kunstraum-unten, Bochum
Jens Hausmann – Malerei, Orangerie zu Puttbus, Kunststiftung Rügen, (Kat)
Dschungel, Kunstverein Centre Bagatelle, Berlin Frohnau
2013 In Serie – Neue Bilder, Galerie Alte Schule Ahrenshoop
2012 Blind Windows, von fraunberg art gallery, Düsseldorf
Flucht-Linien, Kunstverein Barsinghausen, (Kat)
Minimal“, Galerie Schuster, Potsdam
2011 Diktatur, DSV Kunstkontor Stuttgart, (Kat)
Der unsagbare Raum, mit Isabelle Borges, Kunsthaus Meiningen, (Kat)
2010 35 Fragments, Galerie Schuster, Berlin
2009 Fragile, Galerie Schuster, Miami, (USA)
2008 kalt, kalt – heiss, heiss, Galerie Schuster, Frankfurt
2007 Traum vom Haus, Frederik Foert Galerie, Berlin
2006 Ein Spiel. Himmel, Wasser, Baum, Haus, Mensch, Krings-Ernst Galerie, Köln
Heimkino, Kunsthalle Vierseithof, Luckenwalde
2005 Deutsche Welle, Galerie Foert/Garanin, Berlin
2003 Zwischenraum, Galerie Foert/Garanin, Berlin
2002 Psychonews, Spielhaus Morrison Galerie, Berlin, (Kat)
2001 Narkose, Galerie Jette Rudolph, Berlin
2000 Spirit and Borders, Galerie Jette Rudolph, Berlin

Gruppenausstellungen (nach 2013)
2020 Construct your Storys – Ausstellung zum Falkenrot Preis, Künstlerhaus Bethanien , Berlin (kuratiert von Christoph Tannert)
fifty / fifty / the matter of duality, Paul Fleischmann Haus , Berlin (kuratiert von Grigori Dor und Mascha Naumova)
2019 RhiZomE – Berlin based artists (kuratiert von Bram Braam), Frank Taal Galerie, Rotterdam (NL)
Afterhour, Pop up exhibition space sonos store, Berlin
En blog, Galerie Nicole Gnesa, München (eingeladen von Codex Berlin)
En blog, Galerie AG, Schwerin (eingeladen von Codex Berlin)
Ausstellung zur 3. Ahrenshooper Winterauktion / Kunstmuseum Ahrenshoop
2018 Berlin Radio (mit Isabelle Borges, Dag, Vanessa Henn, Christian Henkel), Murilo Castro Galeria, Belo Horizonte, (BR)
Desver A Arte, Emmathomas Galeria, Sao Paulo, (BR)
Stadt Werke, Galerie Anja Knoess, Köln (mit Peter Braunholz und Jan Muche)
Ngorongoro II, Artist Weekend, Berlin (eingeladen von Andreas Mühe)
StadtWerke (mit Jan Muche, Peter Braunholz), Galerie Anja Knoess, Köln
Räume II, Art Week Berlin (eingeladen von Alina Mann)
Group Show / Architektur, Galerie Schmalfuss, Berlin
En Blog, Exhibition Space Codex Berlin
Habitat- Vom Sich Einrichten In Der Welt, Kunstverein Villa Strechius, Landau
Aussicht – Einsicht. Blick Durchs Fenster, Museum Sinclair Haus, Bad Homburg (Kat.)
Exhibition for the 2. Ahrenshooper Winterauktion, Kunstmuseum Ahrenshoop, Ahrenshoop
2017 Golden Ass, Movie Poster, Galerie Laden Für Nichts, Leipzig
Handlungsanweisungen In Der Kunst, Galerie Eigenheim, Berlin
Irrer Strand( mit Ruprecht von Kaufmann, Moritz Schleime, Corinne von Lebusa, Philip Grözinger, Manfred Hausmann), Galerie Alte Schule, Ahrenshoop
Spectrum Three / Collage – Montage, Galerie Eigenheim, Berlin
Blitzeis II, Accrochage, Galerie Anja Knoess, Köln
2016 Liaison, Art Week Berlin, Uferhallen, Berlin
Art Karlsruhe, Galerie Anja Knoess
Spectrum Two. About Paper, Galerie Eigenheim, Berlin
BLITZEIS, Accrochage, Galerie Anja Knoess, Köln
Melancholie, Kupricks House, Part II, Auriga Galerie, Rostock (mit Jennifer Oellerich, Philip Topolovac, Sven Reile)
The Great Leap, Galerie Rothamel, Erfurt
Die Geschichte hat einen Fehler / Zu viele Erzähler, eingeladen von Axel Anklam und Jan Muche, Kunstverein Gütersloh
Close Up, Galerie Kristine Hamann, Wismar
Neue Energien, eingeladen von Galerie Kristine Hamann, Kunsthalle Kühlungsborn, Ostseebad Kühlungsborn
1. Weissenseer Kabinettausstellung, eingeladen von Felix Wunderlich, Galerie in der Brotfabrik, Berlin
Frohe Botschaft – Die Botschaft, Uferhallen, Berlin
Les Miniatures, kuratiert von Codex Berlin, Galerie Nicole Gnesa, München
Artgeschoss, Welfenakademie Braunschweig
Welt am Rand, Madeleine Boschan, Jens Hausmann, Ruprecht von Kaufmann, Kunsthaus Erfurt
2015 Timewise, Galerie Kristine Hamann, Wismar
JETZT – Fünf Maler und ein Bildhauer: konstruktive Bild-Räume im Dialog, Galerie Anja Knoess, Köln
Spectrum One / on canvas, Galerie Eigenheim, Berlin
Polyvalenz – Kunst zwischen Abstraktion und Konstruktion, kuratiert von Dag Berlin, Glue im Kunstraum Bethanien, Berlin
Landscapes 3.0 – Landschaften zeitgenössischer Künstler, Galerie Alte Schule Ahrenshoop
Mut! Love for free, von Ernie Luley, Kreuzberg Pavillon, Berlin
Les Miniatures, Popupshowroom Codex-Berlin, Berlin
Synthetic Fields, Kunsthalle/PLU41, Berlin
2014 Space // Squared, kuratiert von Sven Davis, White Walls Gallery, San Francisco, (USA)
Orte / Nicht-Orte, Kunstverein Uelzen, Museum Schloss Holdenstedt
Berliner Salon / Part III, kuratiert von Berthold Bock, Kunstverein Melle
Zeitmaschine / Kunst von 1908 – 2014, Galerie Alte Schule Ahrenshoop
2013 Mixed Signals / Part I, Haus am Kleistpark, Berlin, Katalog
Mixed Signals / Part II, Kunstverein Ulm, (Kat)
(In)habitan CITY – Wohn(t)räume, Utopien, Urbanismus und der ganz normale Raumkonsum, kuratiert von Simone Kraft, Kunstverein Böblingen
Edge and Surface, während der Berlin Art Week, mit der Galerie Jarmuschek und Partner, im Pop up showroom Codex-Berlin, Berlin.
How lonely does it get? … Do Dumm Dumm Dumm Da Do Dumm Dumm, kuratiert von Frederik Foert, BlackbridgeOffSpace, Peking, (CN)
Eisbaden, Galerie Alte Schule Ahrenshoop
Altes Wasser, kuratiert von Philip Grözinger, Galerie Mikael Anderson, Kopenhagen, (DK)
Berliner Salon / Part II / 21 Maler aus Berlin, Kunsthaus Meiningen

Vernissage: Freitag, 20. März 2020, 18:00 – 21:00 Uhr (aufgrund der aktuellen Lage abgesagt!)

Ausstellungsdaten: Samstag, 21. März – Samstag, 23. Mai 2020

Zur Galerie MARTIN MERTENS

 

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Kommentare (1)

  1. Avatar
    Dagmar Lerchner-Klein

    Guten Morgen,
    herzlichen Dank für die Möglichkeit eines virtuellen Rundgangs – ein bemerkenswerter Künstler.
    Mit freundlichen Grüßen, Dagmar Lerchner-Klein

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