post-title Haleh Redjaian | Some Things Last a Long Time | Galerie kajetan Berlin | 07.12.2019-08.02.2020

Haleh Redjaian | Some Things Last a Long Time | Galerie kajetan Berlin | 07.12.2019-08.02.2020

Haleh Redjaian | Some Things Last a Long Time | Galerie kajetan Berlin | 07.12.2019-08.02.2020

Haleh Redjaian | Some Things Last a Long Time | Galerie kajetan Berlin | 07.12.2019-08.02.2020

bis 08.02. | #2642ARTatBerlin | Galerie kajetan Berlin zeigt ab 7. Dezember 2019 die Einzelausstellung Some Things Last a Long Time der Künstlerin Haleh Redjaian.

Spätestens seit Rosalind Krauss’ paradigmatischem und gleichnamigem Aufsatz zum Raster von 1979 galt dieses als modernistisch formale Struktur par excellence, um im Bereich der bildenden Künste gattungsfremde Residuen des Narrativen, Literarischen, Realistischen und Illusionistischen zu tilgen.[1]

Obwohl Haleh Redjaian auf dem Papier oft mit Lineal und auf handgewebten Teppichen mit geradlinig verspannten Fäden ihre Linien zieht, setzt ihre Arbeit auf die Störung und mithin Unzulänglichkeit des Rasters, eines geordneten Systems.

Dabei sind Redjaians das Rastergitter aufbrechende Markierungen nie expressiv und selten unregelmäßig, weichen nur minimal von seinem starren Muster ab und irritieren gerade dadurch umso mehr. Sie bestehen in der Regel aus sorgfältig gerade gezogenen Linien, einfachen geometrischen Formen, kommen in derselben formalistisch strikten Zeichensprache daher wie das Raster selbst, dessen Rigidität sie generisch zum Verschwinden bringen.

ART at Berlin - Courtesy of kajetan Berlin - Haleh Redjaian 2018 - Foto Eberle und Eisfeld Berlin
Haleh Redjaian: Untitled_2018, 20,5 x 29 cm, Bleistift und Buntstift auf Papier | Graphite and color pencil on paper
Photo: Eberle & Eisfeld, Berlin

Eine in diesem Sinne zu erfahrende existenzielle Abweichung zeigen auch Redjaians raumgreifende Fadeninstallationen, von denen eine im kajetan Berlin zu sehen ist. Mit einer gewissen Leichtigkeit ihrer sichtbaren Transluzenz und Vergänglichkeit entfaltet die ortsspezifisch-temporäre Installation Spuren einer lauernden raumpoetischen Vorstellungskraft.

In Redjaians im Südiran gefertigten Teppichen dient das Webmuster (Kette und Schuss) als Raster. Diese in Handarbeit hergestellten, an sich schon unregelmäßigeren Raster des Webvorgangs werden von der Künstlerin anschließend bisweilen bedruckt, wobei die gewebte Stoffstruktur als Bildträger in ihrer materiellen Ungleichmäßigkeit die Lithographiefarbe graduell von Stelle zu Stelle unterschiedlich deckend aufnimmt. Immer wird den Teppichen von Redjaian auch eine sie überspannende linienhafte Fadenzeichnung hinzugefügt. Die dabei vor den Teppich und vor die gegebenenfalls auf ihm bereits vorhandene Druckgrafik in geringem Abstand gespannte Fadenzeichnung richtet den textilen Bildträger in seiner Dreidimensionalität sanft straffend und wölbend neu aus.

Für Haleh Redjaian ist das Raster nicht mehr und nicht weniger als eine formbare Struktur, die sie in ihren Arbeiten adaptiert und an der sich zeichnerische Bearbeitungen gleichwertig ausrichten.

Dabei schöpft die Künstlerin aus der Vielfalt zweier Kulturbereiche. Sie verbindet in ihren Linienzeichnungen auf Papier, auf handgewebten Teppichen und in ihren Installationen die geometrische Tradition der westlichen Moderne mit persischer Ornamentik.

[1] Vgl. Rosalind Krauss: Raster, in: Dies.: Die Originalität der Avantgarde und andere Mythen der Moderne, hg. von Herta Wolf, aus dem Amerikanischen von Jörg Heininger; Amsterdam, Dresden 2000, S. 51-66 (zuerst: Rosalind Krauss: Grids, in: October, 9. Jahrgang, Sommer 1979, S. 50-64).

ART at Berlin - Courtesy of kajetan Berlin - Haleh Redjaian 2019 -
Haleh Redjaian

Haleh Redjaian

*1971 Frankfurt/M
lebt in Berlin

Einzelausstellungen

2019
Some Things Last  A Long Time, Kajetan Berlin (D)
Points, Lines, Planes, Galerie Krobath , Wien (A)

2018
Chinamen of Oklahoma, Haleh Redjaian & Mathias Prenen, Whitehouse Gallery, Lovenjoel (B)
Inhabiting the grid, Gallery Isabelle van den Eynde, Dubai (UAE)

2016
in- sequence II, Federkiel München (D)
in- sequence, Magazin 4, Kunstverein Bregenz (AT)
Verknüpft, Haleh Redjaian und die Sammlung, Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt (D)

2015
In-Between Spaces,Gallery Isabelle van den Eynden, Dubai (UAE)
Up on the toe the air is thinner, Arratia Beer Galerie, Berlin (D)

2013
Friday Night Lights, Sox, Berlin (D)
Straight As A Line, Little Krimminals lV, Berlin (D)
Blossom on the tree you know how I feel, Haleh Redjaian & Henry Kleine, September,Berlin (D)

2012
Make the two into one, Künstlerhaus Bethanien, Berlin (D)

2011
Mersin, Masa Berlin, Betahaus, Berlin (D)

2003
Ijl, Galerie Koraalberg, Antwerpen (B)

2002
Haleh Redjaian, Galerie S&H de Buck, Gent (B)

Gruppenausstellung (Auswahl)

2019
Cross the Line, Galerie Rupert Pfab, Düsseldorf (D)
4 x 3: BAUHAUS, Alte Feuerwache, Berlin (D)
GLUE by DAG: alternative facts / Laura Mars Gallery, Berlin (D)
Century-idee Bauhaus, drj. dr julius Galerie, Berlin (D)
All – in, l’oiseau présente, cubiculum, Berlin (D)

2018
High Noon, Arratia Beer Galerie, Berlin (D)
Kaleidoskop Worpswede, Haus im Schluh, Worpswede (D)
MKK goes Berlin, Sammlung Museum für Konkrete Kunst, Auktionshaus Ketterer Berlin (D)
Jaou, Earth Pavillion curated by Khadija Hamdi, Tunis (Tun)
Out of Office, Galerie Bietigheim-Bissingen (D)

2017
L’horreur du plein, Selma Feriani Gallery, Tunis (Tun)
Good Print, Gallery Isabelle van den Eynde, Dubai (UAE)
Out of Office, Musem für Konkrete Kunst Ingolstadt (D)

2016
Kaleidoskop, l’oiseau présente…,Ballhaus Ost Berlin (D)
Emak Bakia “curated by…”, Bettina Steinbrügge, Galerie Krobath, Wien (AT)
Come as you are, Arratia Beer Galerie, Berlin (D)
White Cube… Literally, Curated Amanda Abi Khalil, Gallery Isabelle van den Eynde,Dubai (UAE)

2015
Arcadia Unbound, Funkhaus Berlin (D)
Standard International , Post Spatial Device #2, Geisberg, Berlin (D)
Starting Grid, Display Gallery, London,(UK)
Nice Drawings, Gallery Isabelle van den Eynden, Dubai (UAE)

2014
SIEBEN ,Aktuelle Positionen aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter , Museum Ritter, Waldenbuch (D)
Flash Frozen Fire, Haleh Redjaian, Alexander Wagner, Heimo Zobernig, Arratia/Beer, Berlin (D)

2013
Berliner Mood, Valerie Traan, Antwerp (B)
Pophits & Alptraum – Artspace RheinMain, Offenbach (D)

2012
Rita, sagen Sie jetzt nichts!, Goldrausch Künstlerinnenprojekt 2012, Kunstverein Tiergarten l Galerie Nord, Berlin (D)
Het Paradijs – Le Paradis- The Paradise, Galerie S&H de Buck, Gent (B)

2011
Dorothea, Ancient and Modern, London (GB)
Pop Hits, Autocenter, Berlin (D)

2010
My lonely days are gone, Arratia/Beer, Berlin (D)
Oeverture |Architectuur-Tussen droom en werkelijkheid, Galerie S&H de Buck, Gent(B)
Erodere, Märkisches Museum Witten, Germany
“Equinox”, Grimmuseum, Berlin (D)
Gras dat verder groeit: Miniaturen , Museum 1302, Kortrijk (B)

2009
Common Ground, second home project, Berlin (D)
Zeigen , eine Audiotour, Temporäre Kunsthalle , Berlin (D)

2008
A flowery band to bind us to the earth, Galerie S&H de Buck, Gent (B)

2007
Paulo Post Futurum, 25 years lokaal 01, Museum Breda (N)
Gras dat verder groeit: Miniaturen , Boekentoren, Gent (B)

2006
Gorge (l), Museum voor Schone Kunsten Antwerpen (B)
Making sense in the city, AULA Gent i.s.m. Gent (B)
Haleh Redjaian – Dany Lobe, Galerie S&H de Buck, Gent (B)

2005
Voorbij de Grens, De Markten, Brüssel (B)

Stipendien

2012 Goldrausch Künstlerinnen Projekt
2015 Recherchestipendium Berliner Senat
2019 Kunstfond

Bibliografie

In Sequence, Ausstellungskatalog Magazin 4 Bregenz, Verlag für Moderne Kunst, 2018
La Collection Bic, Ausstellungskatalog, 2018
Out of Office Ausstellung Katalog, Museum für Konkrete Kunst und Design, Ingolstadt
Verlag Surface
The Institute, A Higher Institute for Fine Arts, Ghent, 2016
Drawings Storage 2012/2015, ed. by Giovanna Sarti / Susanne Prinz, Exh.cat. L40, Berlin, Berlin, 2015
Nine times the same movement, Katalog Golrdausch Künstlerinnenprojekt 2012
Zeitgenossenschaft Märkisches Museum Witten Exh.cat., Erodere, 2010
Zeigen. Eine Audiotour durch Berlin, ed. by Karin Sander et al., Exh.cat. Temporäre Kunsthalle Berlin, Köln, 2009
Gorge(L), Koninklijk Museum voor Schone Kunsten, Antwerpen, 2006/2007
Vorbij de grens, Brakke Grond Vlaamse Cultuurhuis und Museum van Deinze en de Leiestreek, 2003/2004
Unbreakable, Arti et Amicitiae Amsterdam, 2001
Het Oorkussen van de Melancholie, Museum voor Schone Kunste, Ghent, 2000

Vernissage: Freitag, 6. Dezember 2019, 18:00 bis 21:00 Uhr, in Anwesenheit der Künstlerin

Ausstellungsdaten: Samstag, 7. Dezember bis Samstag, 8. Februar 20120

Zur Galerie kajetan Berlin

 

Bildunterschrift Titel: Courtesy of kajetan Berlin, Haleh Redjaian

Ausstellung Haleh Redjaian – Galerie kajetan Berlin | Zeitgenössische Kunst – Contemporary Art – Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

 

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