post-title Eberhard Havekost | In Memoriam | Contemporary Fine Arts | 18.07.-10.08.2019

Eberhard Havekost | In Memoriam | Contemporary Fine Arts | 18.07.-10.08.2019

Eberhard Havekost | In Memoriam | Contemporary Fine Arts | 18.07.-10.08.2019

Eberhard Havekost | In Memoriam | Contemporary Fine Arts | 18.07.-10.08.2019

bis 10.08. | #2523ARTatBerlin | Contemporary Fine Arts zeigt ab 18. Juli 2019 die Erinnerungsausstellung In Memoriam zum Gedenken an den Künstler Eberhard Havekost.

Am 5. Juli 2019 verstarb Eberhard Havekost völlig unerwartet und viel zu früh im Alter von 51 Jahren. In Erinnerung an den Künstler war es Contemporary Fine Arts kurzfristig möglich, die Werke seiner letzten Ausstellung vom Mai diesen Jahres zusammenzutragen. „In Memoriam“ soll Freunden und Weggefährten die Möglichkeit geben, von Eberhard Havekost Abschied zu nehmen.

Ausdrücklich möchten wir drauf hinweisen, dass es sich hierbei um keine Verkaufsausstellung handelt.

Im stillen Gedenken,
Contemporary Fine Arts

ART-at-Berlin---Courtesy-Contemporary-Fine-Arts---Eberhard-Havekost---Offene-Gesellschaft-2018
Eberhard Havekost, Offene Gesellschaft 2018, oil on canvas, 45 x 80 cm

Eberhard Havekost
12. Oktober 1967 – 5. Juli 2019

Maximale Konzentration war eine der Grundvoraussetzungen für die Malerei von Eberhard Havekost. Um diese zu erreichen, strukturierte er seinen ganzen Alltag um die eigene Kunstproduktion herum, um möglichst viel Zeit und Raum für Kunst zu schaffen. Doch in dieser absoluten Vorrangstellung der Kunst lag für den Künstler auch ein großer Luxus. Denn Havekost wusste, dass die Entstehung seines Werks paradoxerweise eben auch den Bruch mit jener strengen Produktionslogik, einen „Moment jenseits von Kontrolle und Optimierungszwang” bedurfte. Deshalb lehnte er etwa auch die Hilfe von Assistenten ab. Im Bewusstsein dieser produktiven Widersprüchlichkeiten schuf er ein malerisches Werk, in welchem er vermeintlich gegenläufige Momente der visuellen Gegenwartskultur scheinbar mühelos zur Synthese brachte. Oft wurden diese Bilder vom Publikum mit ihren ubiquitären und teilweise verzerrten Motiven wie Wohnwagen, billigmoderne Fassaden, Segelflugzeugrümpfen, Bäumen, approprierten Zeitungsfotos oder populärwissenschaftlichen Buchillustrationen als kühler, distanzierter Zugriff auf die Jetztzeit gelesen. Je direkter sie die hässliche oder gewöhnliche Gegenwart in ihrem Innersten trafen, desto mehr fröstelte man bei ihrer Betrachtung. In Havekosts Werk wurde das Abstrakte und Unspezifische von Nicht-Orten und Alltagsdingen unheimlich plastisch. Und umgekehrt wurde das vermeintlich Eindeutige am Alltäglichen ganz abstrakt. Wohl nicht zuletzt deshalb lehnte der Maler die alte Unterscheidung zwischen „gegenständlich” und „abstrakt” als überflüssige Beschreibungskategorien für sein Werk ab.

Eberhard Havekost wurde 1967 in Dresden als Sohn eines Bildhauers und einer Taxidermistin geboren. Als Schüler der berühmten Dresdner Kreuzschule sang er bis zum Stimmbruch im Kreuzchor und nahm an internationalen Konzertreisen teil. Nach dem Abitur absolvierte er Mitte der Achtziger eine Ausbildung zum Steinmetz. Noch vor dem Mauerfall floh Havekost 1989 aus der DDR über Budapest in die Bundesrepublik. Von 1991 bis 1996 studierte er an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste Malerei – zuletzt als Meisterschüler von Ralf Kerbach. 1995 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Gebr. Lehmann in Dresden. Mitte der Neunziger brachte ihn ein Stipendium nach Frankfurt, wo er in die Clubszene eintauchte. Später folgte dann der Umzug nach Berlin, wo er bis zuletzt lebte und arbeitete. 2010 wurde Havekost schließlich als Professor für Malerei an die Düsseldorfer Kunstakademie berufen. Seine Bilder wurden in wichtigen deutschen und internationalen Institutionen präsentiert und sind in zahlreichen institutionellen und privaten Sammlungen vertreten, darunter dem Städel Museum Frankfurt, dem New Yorker Museum of Modern Art und der Tate Modern in London.

Die Malerei hat Havekost selbst als additiven Prozess gegen das Ausschnitthafte der Photographie gesetzt und als Form der Hybridisierung beschrieben. Seine Idee von Malerei glich einem „Rhythmusangebot” in dem die Auflösung des Rhythmusgefüges selbst transparent würde: „Die Malerei erzeugt einen Rhythmus durch ihre Selbstreferentialität. Sie führt eine Abstraktion ein, nämlich die Reduktion zugunsten des Gesamtbildes. In der Malerei muss alles definiert werden. So muss ein in der Photographie undefinierter Raum in der Malerei wieder definiert werden. Information ist eine Umwandlung von Realität oder eine Strukturierung von Realität. Eine Information als Bild hat immer einen Systemanschluss. Ich bin nicht der Meinung, dass es Einzelbilder gibt. Man kann von einem Einzelbild immer auf ein System schließen.” Bilder hatten dann für Havekost Relevanz, wenn sie ein „Restgeheimnis” transportierten. Das Sujet, das Motiv des Bildes müsse – so der Maler in einem Interview – „etwas Unbekanntes mitliefern, eine Aufladung, die ich gedanklich nicht auflösen kann”. Das Bildermachen war vielleicht auch ein Weg, sich der Rätselhaftigkeit der Gegenwart zu nähern, ohne sie letztendlich zu entschlüsseln. Das Unsagbare wurde dennoch sichtbar.

Eberhard Havekost ist am 5. Juli völlig unerwartet im Alter von 51 Jahren in Berlin gestorben.

ART-at-Berlin---Courtesy-Contemporary-Fine-Arts---Eberhard-Havekost---Re-Entry-2018
Eberhard Havekost, Re-Entry 2018, oil on canvas, 45 x 80 cm

Ausstellungsdaten: Donnerstag, 18. Juli – Samstag, 10. August 2019

Zu Contemporary Fine Arts

 

Bildunterschrift: Eberhard Havekost, Re-Entry 2018, oil on canvas, 45 x 80 cm

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