post-title Arthur Degner | Wegbereiter des deutschen Expressionismus | Galerie Kunst am Gendarmenmarkt | 11.03.-15.04.2017

Arthur Degner | Wegbereiter des deutschen Expressionismus | Galerie Kunst am Gendarmenmarkt | 11.03.-15.04.2017

Arthur Degner | Wegbereiter des deutschen Expressionismus | Galerie Kunst am Gendarmenmarkt | 11.03.-15.04.2017

Arthur Degner | Wegbereiter des deutschen Expressionismus | Galerie Kunst am Gendarmenmarkt | 11.03.-15.04.2017

 bis 15.04. | #1098ARTatBerlin | Galerie Kunst am Gendarmenmarkt präsentiert ab dem 11. März 2017 die Ausstellung „Wegbereiter des deutschen Expressionismus“ des Künstlers Arthur Degner.

Einführung zum Maler und zur kommenden Ausstellung
Arthur Degner, 1888 bei Königsberg geboren und dort auch an der Kunsthochschule ausgebildet, zeigte schon früh Tendenzen zu eigenwilliger und unangepaßter Kunstauffassung. Dem damals hofierten „deutschen Impressionismus“ konnte er nicht viel abgewinnen und schnell galt er unter den Professoren „als Rebellischer“. Er verlangte im Bildaufbau nach mehr und nach reinerer Farbe, besserer, weil klarerer Architektonik. Glück und Kunststück zugleich, denn Degner stagnierte nicht in der Provinz. Vielmehr fand er seinen Weg und auch Förderer in Berlin. Dort angekommen konnte er schnell und erfolgreich ausstellen, erhielt auch gute Kritiken und ein Paris Besuch, veranlaßt durch seinen damaligen Galeristen, ermöglichte ihm schnellen und direkten Zugang zu den „Les Fauves“. Der damals internatinalen und avantgardistischen Kunst.
Arthur Degner durchlief genauso das grausame Kaleidoskop der ersten Hälte des 20.Jahr-hunderts, überlebte beide Weltkriege, wurde als Entarteter beschimpft, geriet später in den Strudel der Formalismusdebatte (abstakte verso expressiv-reale Bildauffassung), durchlief dabei und auch sicherlich so manch eine menschliche Krise, blieb aber, später auch als Professor an der Berliner Hochschule, seiner expressionistischen Verve und Überzeugung immer treu. A. Degner als Maler, aber auch als Graphiker, machte selten oder nie Kompromisse an den jeweils favorisierte und kurzlebige Kunstauffassung. Und genau diese Konsequenz, sie macht ihn heute zu einer großen Wiederentdeckung.
Seinen Weg, seine Zeit und sein (später als ) expressiven Realismus bezeichnete Kunst werden wir in der kommenden Ausstellung dokumentieren und wieder an die Öffentlichkeit bringen. Arthur Degner, Wegbereiter des deutschen Expressionismus. Ein Künstler auf Augenhöhe mit den deutschen Brücke Malern und den Künstlern des Blauen Reiters.

Anläßlich der aktuellen Arthur Degner Ausstellung präsentiert die Galerie Kunst am Gendarmenmarkt 4 neu aufgelegte druckgraphische Mappen vom Künstler mit jeweils 7 Linoldrucken. Gedruckt über Charbonell Ölfarbenauf Büttenpapier. Mit Mappeneinband.
Mappe 1, Die Nehrung – wasserumsäumtes Land
Mappe 2, Ostsee – Dünen und das kuhrische Haff
Mappe 3, Samland – Menschen, Meer und Natur
Mappe 4, Memelland – Aufbruch in den Westen

Alle, teils großformatige, Linoldrucke sind gedruckt über originalen Platten. Mit einer Auflage von jeweils 5 Stück pro Mappe. Die Originalstöcke entstammen aus einer Zeit zwischen 1945 und 1963 und sind mit großer Wahrscheinlichkeit überwiegend in Berlin entstanden ( an der HFBK).

Die Arbeiten dokumentieren, mit klarer expressionistischer Handschrift, Degners Auseinandersetzung mit seiner ostpreußischen Heimat. So wie der Maler und Graphiker die Nehrung in seinen Königsberger Jahren erlebte, wie er die Menschen und auch ihre spätere Vertreibung dokumentierte – ist  seine Sicht auf das alte Preußen – für uns heute mehr als reine Erinnerungsarbeit. Denn der Blick fällt auf das Wesentliche, auf Einfachheit und Klarheit. Letzlich der Schlüssel für Erkenntnis und Kreativität.

Arthur Degner beginnt dort, wo andere das Ziel sahen.
Sicherer architektonischer Bildaufbau über Raum und Bildschnitt. Klarheit, Abstraktion und Einfachheit bei fast schon mathematischer Strenge. (Alfred Kerr in der Zeitschrift Pan 1912)

Arthur Degner studiert Malerei an der Akademie Königsberg
Schon als junger Mann kommt er nach Berlin und findet seine Förderer in L. Corinth und M. Liebermann.
Paul Cassierer schickt ihn 1910 nach Paris. Die „Les Fauves“ um Vlaminck, Rouault und Matisse, aber auch Munch prägen ihn nachhaltig.
1912 erlebt er mit einer Ausstellung bei P. Cassierer seinen Durchbruch und ist fortan ein Teil der neuen Berliner Avantgarde. Sein damals noch beruhigter Expressionismus, noch geprägt vom vorherrschenden Sezessionsstil, verschafft ihm Anerkennung und Respekt.
Degner steht mit den Brücke Malern, Kirchner, Heckel und Schmidt-Rotluff in Kontakt. Genauso mit Karl Hofer oder H. Purrmann. Einen Gruppenstil lehnt er jedoch ab. Die Maler sind untereinander auch Konkurrenten. Von Intriegen und Zerwürfnissen kann A. Degner, der auch sperrig und unzugänglich sein kann, berichten und bleibt weiter Individualist.
Im 1. Weltkrieg wird Degner (weil von pazifistischer Natur ?) zu Sanitätsdiensten eingesetzt.

Degner wird zuerst Vorstandsmitglied und ab 1919 Vorstandsvorsitzender der freien Berliner Sezession. Und von 1931-1933 Vorstand der neuen Berliner Sezession.
Ab 1933 gerät der Maler in das Fadenkreuz des NS Regime und gilt fortan als „entartet“. Bilder werden beschlagnahmt. Er wird denunziert und verhört, auch im Gerfängnis festgehalen.
Trotzdem erhält er, unter noch nicht geklärten Umständen, 1936 den Villa Romana Preis. In der Toscana / Italien kann er ein halbes Jahr frei und ungehindert arbeiten. Der Zyklus „Toskana Bilder“ entsteht.
Wärend des 2. Weltkrieges, und mit Malverbot behaftet, entstehen (auch trotzden) gewagte, weil expressionistische und abstrakte Arbeiten. Degner wird zum  Kunstunterricht herangezogen. Zuerst in Berlin Neukölln und später im Eulengebirge / Schlesien. Das Kriegsende erlebt er bei Schanzarbeiten in Polen.
Ab November 1945 und bis 1956 wird A. Degner von Karl Hofer an die Hochschule für bildende Kunst in Berlin berufen. Ab 1949 als Professor
Fortan finden Flucht und Vertreibung, Naturstudien aber auch Portraitkunst in seinem Oeuvre starke Verbreitung. Degner malt bis in die frühen 1970er Jahre hinein. Immer mit klarer und konsequenter  expressionistischer Handschrift.
Er gehört zu der ersten Generation der deutschen Expressionisten und ein  ihm vielfach  unterstellter expressiver Realismus – trifft nur bedingt sein Gesamtwerk.

Beachtenswert das Arthur Degner für lange Zeit unentdeckt blieb. Wohl aber einer seiner Schüler K. Möllenhauer, wie auch seine Brücke und Blaue Reiter Zeitgenossen, beste,  wenn nicht gar exorbitante Preise am Kunstmarkt evozieren.
Sicher auch ausgelöst durch einige Nachlaßbestände, die um 2010 an der Kunstmarkt gerieten, wird der Künstler heute wieder stärker wahrgenommen, fokussiert und wiederentdeckt.
Genauso bleibt nicht unbemerkt das Arthur Degner zu einem Anlageobjekt wird. Preise und Nachfrage tendieren deutlich nach oben.
Warum ? Alles nur Push & Fake  ?
Was dem Maler und Graphiker A. Degner ausmacht ist vor allem seine malerische Konsequenz, und damit verbunden seine  Verdienste um den deutschen Expressionismus. Während andere Künstler seiner oder späterer Jahrgänge ihre Handschrift nach dem zweiten Weltkrieg austauschten. Hhin zu einer informellen, abstakten Zeichen, Mal und Farbenskala, blieb A. Degner bei den wichtigsten Kriterien des frühen Expressionismus treu.
Klarheit und Kontur, teils naive Vereinfachung, Farben mit starken (weil flächigen) Eigenleben. Über den Bildausschnitt und Architektonik immer sicher und gelungen.
Arthur Degner war sicherlich auch ein Suchender und die Gabe hinter den Dingen etwas zu erkennen, ja zu fühlen, die Natur als belebt zu begreifen, bei den Menschen ihre Panzer zu durchbrechen, ihre Seele frei zu schmelzen, sie im Wesen zu erkennen. Derartige Einsichten und Strukturen auch malerisch interpretieren zu können – wohl auch die Erkenntnis um eine Schnittstelle und Übereinkunft  zwischen Mensch, Tier und Universum. Auch das Wissen um die Unvermeindlichkeit wiederkehrender Abläufe und Ereignisse; das machte ihn zu einem B
Stark und richtig auch seine Haltung in den schlimmstenStunden der deutschen Geschichte nicht ab oder einzubrechen. Den Glauben und die Hoffnung an Würde und Gerechtigkeit, letztlich an Zukunft, Fairness und Demokratie niemals (oder nur phasenweise) verloren zu haben.

Vernissage: Freitag, 10. März 2017, ab 19:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 11. März 2017 bis Sonntag, 15. April 2017

Zur Galerie Kunst am Gendarmenmarkt

 

Bildunterschrift: A. Degner, Öl auf Leinwand, Abfahrt zum Fischen, 70 x 62 cm, unterschrieben

Ausstellungen Berliner Galerien: Arthur Degner – Galerie Kunst am Gendarmenmarkt | ART at Berlin

 

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