post-title Die neue Freiheit | Gruppenausstellung | Galerie Brockstedt | 14.09.-31.12.2022

Die neue Freiheit | Gruppenausstellung | Galerie Brockstedt | 14.09.-31.12.2022

Die neue Freiheit | Gruppenausstellung | Galerie Brockstedt | 14.09.-31.12.2022

Die neue Freiheit | Gruppenausstellung | Galerie Brockstedt | 14.09.-31.12.2022

bis 31.12.| #3619ARTatBerlin | Galerie Brockstedt präsentiert ab 14. September 2022 (Vernissage: 06.10.) die Ausstellung „Die neue Freiheit – Abstraktion in Malerei und Skulptur 1917-2022“ der Künstler:innen Willi Baumeister, Carl Buchheister, Walter Dexel, Otto Freundlich, Elana Gutmann, Volkmar Haase, Friedensreich Hundertwasser, Vilmos Huszár, Callum Innes, Floris Jespers, Paul Joostens, Dirk Koning, Hannah Kosnick-Kloss, Ulrich Lindow, Lou Loeber, Jupp Linssen, Thilo Maatsch, Maria Brockstedt/Sarah Schumann, Rudolf Mauke, Henri Pfeiffer, Karl-Peter Röhl, Gust Romijn, Mark Safan, Lothar Schreyer, Kurt Schwitters, Shmuel Shapiro, Victor Vasarely und Kaifan Wang.

Die neue Freiheit in der Kunst – ausgehend von der osteuropäischen Avantgarde und ihren Vertretern – wie Kandinsky, Malewitsch und El Lissitzky – fand europaweit vor dem zweiten Weltkrieg ihren Ausgangspunkt. Sie mündete nach Unterdrückung, Verfolgung und Berufsverboten während der Zeit des Nationalsozialismus in die neue Freiheit der Kunst des westlichen Europas nach 1945. Schnell wird die Magie der Abstraktion – zum Politikum im Kalten Krieg zwischen Ost und West und ist heute als Formalismusdebatte bekannt. Auf Druck der Sowjetunion setzte sich in der DDR und in den übrigen Warschauer Pakt Staaten der Sozialistische Realismus durch, wogegen sich im westlichen Europa und in den USA die Abstraktion zum vorherrschenden Stil in der Kunst entwickelte.

ART at Berlin - courtesy of Galerie Brockstedt - Huzàr Vilmos - Stilleven met Vruchten
Vilmos Huzàr, Stilleven met Vruchten, 50er J., 50 x 59,5 cm, Öl auf Hartfaser

Nach Einstellung des Ausstellungsbetriebs in der Hamburger Galerie Brockstedt 2021, machte die Zusammenführung der Exponate aus Hamburg und Berlin eine völlig neue Sicht auf die umfangreichen Bestände möglich. Obwohl jahrzehntelang der Fokus des Interesses auf dem Gegenständlichen und Figürlichen in der Klassischen Moderne aber auch in den verschiedenen Spielarten des Realismus der zeitgenössischen Kunst nach 1945 lag, ergab eine erneute Bestandsaufnahme rund 100 künstlerische Positionen, die sich ungegenständlich, d.h. im weitesten Sinne „abstrakt“ äußern. Die Galerie Brockstedt zeigt nun bis Ende des Jahres eine Auswahl von 45 Exponaten von rund 30 verschiedenen, internationalen Künstlerinnen und Künstlern aus den Beständen der Galerie.

Bei der Vorbereitung zur Ausstellung fiel auf, dass es ein breites Spektrum unterschiedlicher Ausdrucksmöglichkeiten auf dem Gebiet der Abstraktion gibt. Sie reichen vom wuchtig Gestischen in der informellen Malerei der 50er Jahre – wie bei Rudolf Mauke und dem Niederländer Gust Romijn – über die streng geometrischen Formen konkreter Kunst in den Arbeiten von Walter Dexel, Hannah Kosnick-Kloss und Otto Freundlich sowie den beiden Ungarn Victor Vasarely und Vilmos Huszár. Aber auch das Tröpfeln rinnender Farbspuren im Action-Painting einer Arbeit Carl Buchheisters sowie flächige Farbfeldmalerei in einer Zeichnung von Callum Innes finden in der Ausstellung ihren Platz.

ART at Berlin - courtesy of Galerie Brockstedt - Maria Brockstedt und Sarah Schumann - Uruk
Maria Brockstedt und Sarah Schumann, Uruk, 1958, 85 x 119 cm, Öl auf Leinwand

In der Skulptur gibt es ebenfalls Äußerungen von streng kubistischer Auffassung einer Figur mit Schlange von Ulrich Lindow bis hin zu abstrahierenden Formen einer Woge Volkmar Haases und eines Kämpfenden Kriegers aus Eisenbändern aus den frühen 50er Jahren des Belgiers Floris Jespers.

Die vielen individuellen Möglichkeiten der Vorkriegsjahre, welche heute unter den Stichworten wie Informel, Tachismus, Kubismus, Konstruktivismus, Suprematismus, Proun, Bauhaus, De Stijl und surrealistischer Automatismus bekannt sind, werden immer wieder von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern aufgegriffen, so dass sich in der aktuellen Ausstellung der Galerie Brockstedt eine Gegenüberstellung anbietet. Dabei stehen z. B. den großformatigen Collagen der US-Amerikaner Mark Safan und Shmuel Shapiro zwei kleine Collagen Kurt Schwitters aus den 20er und 40er Jahren gegenüber. Die zärtlich-sphärische Malerei aus den Fünfzigern einer Maria Brockstedt, welche sich später Sarah Schumann nennen wird, findet ihr männliches Pendant in der tachistischen Malerei des Deutsch-Franzosen Henri Pfeiffers aus dem Jahr 1927.

ART at Berlin - courtesy of Galerie Brockstedt - Haase Volkmar - Woge diagonal II
Volkmar Haase, Woge diagonal II, 1993, H 67 cm, Edelstahl auf Granitsockel

Beeindruckend in dieser Ausstellung sind nicht nur Stil- und Technikvielfalt zum Thema Abstraktion. Eine kleines, anrührendes Aquarell, ohne Titel, von Friedensreich Hundertwasser und mit Widmung für Jutta Brockstedt versehen, behauptet sich hier ganz selbstverständlich in großer Nähe zu der wandfüllenden 3 Meter langen Arbeit „Glücklicher Plan“ des Braunschweigers Thilo Maatsch aus dem Jahre 1924. Weitere Entdeckungen sind möglich!

Text: Dr. Uta Schnell im September 2022

Vernissage: Donnerstag, 6. Oktober 2022, 18:00 – 21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Mittwoch, 14. September bis Samstag, 21. Dezember 2022 

Zur Galerie

 

 

Bildunterschrift Titelbild: Kurt Schwitters, Mz149 Ruhe, 1920, 15,5 x 10,8 cm, Collage, Mischtechnik auf Papier

Ausstellung Die neue Freiheit – Galerie Brockstedt | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

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