post-title Cecily Brown | The Spell | Contemporary Fine Arts (CFA Berlin) | 17.09.-29.10.2022

Cecily Brown | The Spell | Contemporary Fine Arts (CFA Berlin) | 17.09.-29.10.2022

Cecily Brown | The Spell | Contemporary Fine Arts (CFA Berlin) | 17.09.-29.10.2022

Cecily Brown | The Spell | Contemporary Fine Arts (CFA Berlin) | 17.09.-29.10.2022

bis 29.10. | #3618ARTatBerlin | Contemporary Fine Arts präsentiert ab 17. September 2022 die Ausstellung „The Spell“ der Künstlerin Cecily Brown. 

Contemporary Fine Arts präsentiert  „The Spell“, die fünfte Einzelausstellung von Cecily Brown in der Galerie seit 2001. Die Ausstellung umfasst aktuelle Gemälde und Zeichnungen, die sich um zwei Hauptthemen drehen: den männlichen Akt und das Stillleben.

Browns Stillleben mit ihren in roten Schichten verschwindenden Flügeln mögen in der Tradition der Alten Meister verwurzelt sein, die dieses Genre nutzten, um uns ständig an den unausweichlichen Tod zu erinnern; aber so morbide und bedrohlich Browns Gemälde auch inhaltlich erscheinen mögen, es gibt nichts Stilles, nichts Totes an den Wirbelstürmen auf ihren Leinwänden. Daniel Kehlmann schreibt in seinem Katalogtext über das titelgebende L’incantesimo: „Es ist unergründlich und zugleich von völliger Klarheit. Triumphierend blickt mich das kleine, kluge Gesicht etwas oberhalb der Mitte an, in dem ich einen Magier zu erkennen glaube und das ich nicht zu lesen vermag. Instinktiv möchte ich wissen, ob es mir wohlgesinnt ist. Aber es behält sein Geheimnis. Dann führen mich die roten Farbwirbel immer tiefer in Gänge, Schluchten, Abgründe, und in mir steigt der Verdacht auf, dass der titelgebende „Zauber“ nicht etwas ist, das auf dem Bild abgebildet ist, sondern gerade die Tatsache umfasst, dass ich mich nicht von ihm losreißen kann.

Dementsprechend erscheint der düstere, dämonische Charakter ihrer Pastelle, die auf historische Traditionen und Einflüsse von Bosch bis Bruegel zurückgreifen, vergleichbar mit einem „veritablen Hexensabbat (…): schattenhafte Dämonen, gefräßige Vögel, gequälte und magische Kreaturen, die ganze Kraft derer, die Aeneas namenlose Erzähler in Märchen festgehalten haben, die uns noch heute in Erstaunen versetzen, verwirren, erschrecken.“ Einflüsse alter und neuer Meister, aber auch Browns ureigene Fähigkeit, diese zu überwinden, werden in dem Werk „Lady and the Swan“ sichtbar, das eigens für ihre Einzelausstellung in der Staatlichen Graphischen Sammlung / Pinakothek der Moderne in München fertiggestellt wurde und nun in der Beletage der Galerie zu sehen ist. In acht Variationen interpretiert die Künstlerin eine Grisaille von Franz Marc.

Anderswo sind vier nackte Männer auf vier großen Leinwänden zu sehen. Ihre Nonchalance wird durch die Freiheit ihrer Umgebung gespiegelt, und ihre scheinbare Indifferenz gegenüber den Betrachtenden, die im Kontrast zu ihrer inszenierten Pose steht, drückt ein gewisses Verlangen aus. „Wir können über den männlichen Blick, das Patriarchat, die Komplexität des männlichen Aktes und seine Symbolik im Gegensatz zur relativen Verflachung der Frau im Laufe der Jahrhunderte sprechen.“, schreibt Catherine Foulkrod in ihrem Katalogtext. „Oder wir können uns in eine transsubjektive Sphäre begeben. Wir können „keine Angst vor permanent partiellen Identitäten und widesprüchlichen Standpunkten“ haben. Wir können sogar Freude an der Verwirrung, der Durchlässigkeit und der Fülle von Standpunkten und Sichtweisen finden.

Auseinanderfallende Körper und mysteriöse Gesichter, die sich gerade genug in die Umgebung abstrahieren, ohne je ganz darin zu verschwinden, bevölkern Browns großformatige Leinwände, als ob sie entfernten Erinnerungen oder einem Traum entspringen würden. „Erst die Menge erlaubte es ihr, ein Gesicht zu malen.“, stellt Foulkrod in ihrem Essay heraus. „Im Vergleich zum Malen des Gesichts einer einzelnen Figur, war das Malen von Gesichtern innerhalb einer Gruppe, eines Harems, einer Gang, „auf eine andere Weise befreiend“. Es erlaubte den Gesichtern, sowohl singulär als auch kollektiv zu sein, Punkte zu sein, ohne im Mittelpunkt zu stehen. Sie sind gleichzeitig deine und meine und seine und ihre und unsere. In „Blue Sky with Nudes“ sind die Gesichter differenziert und doch fluide, sie sind mit dem Himmel und dem Himmel zugleich, eine ständige Verwandlung. Sie sind ein Ausweg aus binären Fallen, eine Entfrostung des Blicks. Und während sich unsere Augen um die Gesichter herum und durch sie hindurchbewegen, verwandeln auch wir uns.“

Die Kraft in Browns Bildern liegt darin ein Gefühl der Unsicherheit und der unklaren Grenzen zu kreieren, ein Wirrwarr unserer Welt und das einer anderen. Oder, wie Kehlmann es ausdrückt: „Bin ich noch der Betrachter oder schon der, der betrachtet wird?“

Vernissage: Freitag, 16. September 2022, ab 18 bis 20 Uhr.

Ausstellungsdaten: Samstag, 17. September bis Samstag, 29. Oktober 2022.

 

 

Bildunterschrift Titel:  Courtesy of Cecily Brown und CFA Berlin

Ausstellung Cecily Brown – CFA Berlin | Zeitgenössische Kunst – Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

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