post-title Vivien Zhang | Field Conditions | Galerie Max Hetzler | 30.04.-27.06.2026

Vivien Zhang | Field Conditions | Galerie Max Hetzler | 30.04.-27.06.2026

Vivien Zhang | Field Conditions | Galerie Max Hetzler | 30.04.-27.06.2026

Vivien Zhang | Field Conditions | Galerie Max Hetzler | 30.04.-27.06.2026

bis 27.06. | #5061ARTatBerlin | Galerie Max Hetzler (Goethestraße 2-3) präsentiert ab 30. April 2026 die Ausstellung Field Conditions der Künstlerin Vivien Zhang.

Die Galerie Max Hetzler, Berlin, freut sich, Field Conditions zu präsentieren, eine Ausstellung neuer Gemälde und Arbeiten auf Papier von Vivien Zhang. Es ist die erste Ausstellung der Künstlerin in der Galerie.

Zhang setzt sich in ihrer unverwechselbaren Bildsprache mit Migration, Technologie und der natürlichen Welt auseinander und verwebt dabei persönliche und kollektive Erfahrungen. Ausgehend von vielfältigem Quellenmaterial – von Weltkartenprojektionen und mathematischen Formen bis hin zur Klassifikation von Pflanzen und Schmetterlingen – hinterfragt die Künstlerin etablierte Wahrnehmungs- und Interpretationsweisen innerhalb von zeitgenössischen Narrativen und visueller Kultur. Geprägt von ihrer Kindheit in China, Kenia und Thailand sowie ihrer sich wandelnden Beziehung zu London, wo sie lebt und arbeitet, untersucht die Künstlerin in ihrem Werk Themen wie Identität, Linguistik und die Komplexität visueller Übersetzung im Kontext einer zunehmend globalisierten und digitalen Welt.

Der Ausstellungstitel verweist auf einen Begriff, der schwankende Bedingungen in realen Umgebungen beschreibt – im Gegensatz zu kontrollierten oder simulierten Situationen. In Analogie zu zentralen Aspekten von Zhangs Praxis untersucht Field Conditions die Grenzen zwischen Realität und Illusion, Original und Fälschung, analog und digital sowie Fläche und Tiefe. Ihre Serie von Blumen inspirerter Gemälde besteht aus großformatigen, farbintensiven Leinwänden, die zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion oszillieren. Die Künstlerin verweist auf Pflanzenspezies mit Zusätzen wie pseudo oder affinis, die eine falsche oder verwandte Version eines Originals andeuten, und hebt so die Grenzen von Klassifikationssystemen hervor. So stellt sie Fragen nach Authentizität und fehlerhaften Wertzuschreibungen und untersucht, wie Identitäten konstruiert werden. Ihr Gemälde Tectonic Bloom, 2026, basiert auf einer in Südchina heimischen Blume, deren lokaler Name sich als ‚falsche Sterkulie‘ übersetzen lässt. Zhang hat die Blume nur in vermittelter Form gesehen: Als Fotografie von ihrer Mutter geschickt, wird sie zum Symbol der Heimat. Die dekonstruierten Blütenblätter erscheinen in breiten Lasuren orangefarbener Pigmente, während glänzende schwarze Samen über die Oberfläche verstreut sind, deren sorgfältig gemalte Schatten ihnen eine dreidimensionale Wirkung verleihen.

Zhangs Werke vibrieren vor einer spürbaren Spannung zwischen ihren Quellen und ästhetischen Formen und zeigen eine fein austarierte Choreografie aus Ordnung und Spontaneität. ‚Sobald es auf der Leinwand ist‘, so die Künstlerin, ‚geht es mehr um Anordnung, Assemblage, darum, einen Rhythmus zu schaffen und darum, wie das Auge beim Betrachten durch das Werk wandert.‘ In Öl- und Acrylfarbe gemalt, zeichnen sich die Leinwände durch eine reiche Textur aus: lockere Pinselstriche und Tropfspuren treffen auf pastose Farbschichten. Häufig wird die Abfolge der Malgesten umgekehrt, wodurch die gewohnte Lesart von Vorder- und Hintergrund irritiert wird. In Segmente und Facetten gegliedert, treten Zhangs konstruierte Geografien mit der Illusion von Tiefe hervor und zurück.

In ihren Schmetterlingsbildern beschäftigt sich Zhang mit verschiedenen Arten und nutzt deren Eigenschaften und Migrationsverhalten als Analogie für menschliches Verhalten. In zwei Gemälden mit dem Titel to slip between (Ithomia), 2026, verweist sie auf den Glasflügelfalter (Ithomiini), dessen transparente Flügel auf Tarnung und Mimikry ausgelegt sind. In eine geometrische Struktur eingebettet, verweisen die Schmetterlingssilhouetten auf die ‚Butterfly‘-Weltkartenprojektion. Im Gegensatz zur traditionelleren – und umstrittenen – Mercator-Projektion ist diese Darstellungsform dafür bekannt, Größenverhältnisse und Landmassen weniger verzerrt wiederzugeben. Indem sie bestehende Informationssysteme und soziale Interaktionen reflektiert, spiegeln die Werke auch die eigenen Erfahrungen der Künstlerin mit Migration und Assimilation wider.

Zhangs Arbeiten auf Papier zeigen Variationen ihrer Pflanzen- und Schmetterlingskompositionen. An der Grenze zur Abstraktion stellen die Pflanzendarstellungen lose Blütenblätter dar, die von leuchtendem Orange bis zu tiefem Karmesinrot changieren. Im Raum schwebend erinnern sie an kalligrafische Pinselstriche. Pailletten, mit Präpariernadeln befestigt, verteilen sich wie Samen über die Oberfläche. In den Schmetterlings-Maquetten spielt Zhang mit Tiefenwahrnehmung, indem sie reale Papierfaltungen für die Flügel erzeugt, die in den größeren Gemälden als Trompe-l’œil aufgegriffen werden. Noch stärker in den realen Raum vorstoßend präsentiert Zhang ein dreidimensionales Gemälde aus sechs unregelmäßig geformten Leinwänden: Dekonstruiert und neu zusammengesetzt erscheinen seine organischen Formen beweglich und im Fluss. Durch Abstraktion, Fragmentierung und Neukontextualisierung durchbricht Zhang etablierte Annahmen und schafft unerwartete formale Gegenüberstellungen, in denen unterschiedliche Welten aufeinandertreffen.

Vernissage: Donnerstag, 30. April 2026, 18:00 – 20:00 Uhr 

Ausstellungsdaten: Donnerstag, 30. April – Samstag, 27. Juni 2026

Zur Galerie

 

 

Bildunterschrift: Vivien Zhang, Tectonic Bloom, 2026, photo: Jack Hems

Ausstellung Vivien Zhang – Galerie Max Hetzler | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Galerien Berlin | ART at Berlin

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