post-title Tacita Dean | BORCH Gallery | 26.03.-04.06.2022

Tacita Dean | BORCH Gallery | 26.03.-04.06.2022

Tacita Dean | BORCH Gallery | 26.03.-04.06.2022

Tacita Dean | BORCH Gallery | 26.03.-04.06.2022

bis 04.06. | #3393ARTatBerlin | BORCH Gallery präsentiert ab 26. März 2022 (Eröffnung: 25.03.) die Ausstellung der Künstlerin Tacita Dean – ihr jüngstes Druckgrafik-Projekt, Antigone (offset), 2021, zusammen mit JG (offset), 2013.

Die acht Offsetlithografie-Diptychons von Antigone (offset), 2021, sind Standbilder aus Tacita Deans 35mm CinemaScope Doppelprojektionsfilm Antigone, 2018. Antigone, als Ausgangspunkt des Projekts, ist für Dean nicht nur eine zentrale Figur der griechischen Mythologie, sondern ebenfalls der Name ihrer älteren Schwester und damit eng mit ihrer eigenen Geschichte verwoben.

In dem Film entwirft Dean eine vielschichtige Erzählung um das Verständnis von Blindheit. Zentrales Narrativ ist das Schicksal von Antigones Vater/Bruder Ödipus, der sich selbst blendet nachdem er unwissentlich seinen Vater getötet und seine eigene Mutter geheiratet hat. Deans Antigone bezieht sich auf die Jahre von Ödipus rastloser Wanderschaft in Begleitung seiner Tochter/Schwester Antigone – auf die nicht erzählte Geschichte zwischen den beiden sophokleischen Stücken Ödipus Rex und Ödipus in Kolonos. Wesentliche Elemente des Films sind eine Sonnenfinsternis als Symbol der Manifestation von Blindheit in der Natur, und die Auftritte der Schriftstellerin und Lyrikerin Anne Carson sowie des als blinder Ödipus durch die Wildnis wandernden Schauspielers Stephen Dillane.

Wesentlich ist aber auch die Blindheit der Künstlerin selbst. Zum einen durch die Verwendung von Analogfilm, zum anderen durch die von Dean selbst erdachte Aperture-Gate-Masking-Technik, in der die Blende der Kamera während des Filmens durch verschiedene Schablonen verdeckt wird, um die einzelnen Bildausschnitte mit verschiedenen Motiven zu belichten. Dean konnte also erst Monate nach Beginn der Arbeit sehen, was sie gefilmt hat: ‚Antigone wurde also durch Blindheit instruiert: meine eigene kreative Blindheit, die Blindheit des Ödipus und die kosmische Blindheit, die in der Natur in Form der totalen Sonnenfinsternis zu finden ist.‘

Deans Film JG und auch die damit verknüpften Offsetlithografien von JG (offset), beide 2013, wurden inspiriert durch ihre Korrespondenz mit dem britischen Autor J.G. Ballard über Verbindungen zwischen Robert Smithsons ikonischem Land-Art Werk und dem Film Spiral Jetty (1970) und Ballards Kurzgeschichte The Voices of Time (1960). JG ist eine visuell beeindruckende, elliptische Interpretation eines hypothetischen Gesprächs zwischen Ballard, Smithson und Dean, das sich über Jahrzehnte und Disziplinen erstreckt.

JG wurde an sechs verschiedenen Orten in den Salzlandschaften von Utah und Südkalifornien gedreht. Deans Aperture-Gate-Masking-Technik unterstreicht die dem Projekt inhärente Kontemplation des Zeitbegriffs. Da der Film mehrmals durch die Kamera geführt wird, ist es möglich in jedem Bild zeitgleich verschiedene Orte und Zeiten zu durchqueren, womit Parallelen zu den Effekten von Ballards Erzählung und Smithsons Werken deutlich werden. Die Verbindungen zwischen Ballards Kurzgeschichte, an deren Ende die Hauptfigur ein Mandala in einer ausgetrockneten Salzlandschaft baut, und Smithsons Installation im Großen Salzsee sind unübersehbar. Dean schreibt: ‚Während Smithsons Steg sich in der Vorstellung des Künstlers durch Sedimentschichten und die Vorgeschichte des Sees windet – in Wiederholung eines vorzeitlichen, mythischen Strudels, der sich unter der Oberfläche des Sees spiralförmig bis zum Ursprung der Zeit im Erdkern schlängelt – ist das Mandala in The Voices of Time sein virtueller Spiegel, der kaleidoskopartig hinauf in einen kosmischen Zusammenschluss und an das Ende der Zeit führt.‘

Tacita Dean, *1965 in Canterbury, England, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles. Seit ihrer ersten Zusammenarbeit mit BORCH Editions, 2001, ist Druckgrafik wesentlicher Bestandteil ihrer künstlerischen Praxis.

Vernissage: Freitag, 25. März 2022, 18:00 – 21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 26. März – Samstag, 4. Juni 2022

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Bildunterschrift: Tacita Dean, JG (offset), 2013, detail

Ausstellung Tacita Dean – BORCH Gallery | Zeitgenössische Kunst | Contemporary Art | Ausstellungen Galerien Berlin | ART at Berlin

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