post-title She Comes in Colours Everywhere | Gruppenausstellung | 68 projects | 11.09.-31.10.2020

She Comes in Colours Everywhere | Gruppenausstellung | 68 projects | 11.09.-31.10.2020

She Comes in Colours Everywhere | Gruppenausstellung | 68 projects | 11.09.-31.10.2020

She Comes in Colours Everywhere | Gruppenausstellung | 68 projects | 11.09.-31.10.2020

bis 31.10. | #2837ARTatBerlin | 68 projects, der project space der Galerie Kornfeld, präsentiert ab 11. September 2020 die Ausstellung She Comes in Colours Everywhere mit Werken der Künstler*innen Gerold Miller, Pierre Descamps, Yorgos Stamkopoulos, Stephanie Stein, Lisa Tiemann, Schirin Kretschmann und Cyrill Lachauer, kuratiert von Alexandra Alexopoulou.

Die Ausstellung She Comes in Colours Everywhere, ist eine Hommage an unser Berlin. Der Titel, eine Zeile aus dem Rolling Stones Song She’s Like a Rainbow, bezieht sich auf die personifizierte Stadt und ihren lebhaften Einfluss auf die künstlerische Kreativität. Die sieben teilnehmenden Künstler haben hier ihren Lebensmittelpunkt, der Stadtraum und die urbane Struktur Berlins sind ihre ständige Inspirationsquelle und dies spiegelt sich in den abstrakten und konzeptuellen Werken der Ausstellung wider. Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass sie sich noch mehr ihrem direkten Umfeld zugewandt haben und sich mit verschiedenen Aspekten der Stadt und ihres Lebens hier auseinandersetzen. Obwohl die ausgestellten Künstler in anderen Orten eine rege Ausstellungsteilnahme aufweisen, haben sie in ihrer eigenen Stadt noch recht wenig Sichtbarkeit.

Gerold Miller (*1961) nimmt in der Ausstellung eine besondere Position ein, denn er hat sich unlängst als wichtiger Berliner Künstler etabliert und ist für viele jüngere Kollegen ein Vorbild. Sein Beitrag ist gleichzeitig das Schlüsselwerk der Ausstellung. Es trägt den Titel I LOVE KREUZBERG (2008), in dem die Beziehung des Bildhauers mit der Stadt thematisiert wird. Auf der schwarzweiß Fotografie zieht Miller eine seiner Aluminiumskulpturen auf der Oranienstrasse hinter sich her und zerkratzt sie, die Skulptur wird von der Stadt regelrecht graviert. Er drückte damit eine Liebeserklärung an den Bezirk aus, in dem er fast 20 Jahre sein Atelier hatte und der sein Schaffen, stark beeinflusst hat.

ART at Berlin - Courtesy of 68 projects - Gerold Miller - 2008
Gerold Miller, I love Kreuzberg, 2008, Edition of 7,
124,50 x 91,5 cm, Digitaldruck, ungerahmt

Der Konzeptkünstler Pierre Descamps (*1975) konzentriert sich weitgehend darauf die urbane Architektur zu porträtieren. In seinen Fotografien ist Descamps Fokus klar auf geometrische Formen ausgelegt und betont den Formalismus städtischer Konstruktionen. In den letzten Jahren stellt er im öffentlichen Raum in guerrilla Aktionen minimalistische Betonskulpturen auf, die er über Social Media und Poster veröffentlicht und Skater dazu aufruft diese Objekte zu nutzen. Als Teil der Ausstellung wird es eine Intervention im öffentlichen Raum auf der Fasanenstraße geben.

In den landschaftsartigen Kompositionen von Yorgos Stamkopoulos (*1983) spielt die Idee des Zufalls eine zentrale Rolle, dabei ist jedoch der Einfluss der pulsierenden Neuköllner Stadtlandschaft– der Farbe von Hausfassaden, des Wassers, des Himmels und der Parks– nicht zu leugnen. Die Gemälde sind dynamische Bildobjekte die in Form und Materialität faszinieren: opulente, organisch anmutenden Farbfelder treffen auf kahle Bereiche der Leinwand, die der Maler durch Wiederabziehen von Farbaufträgen erschafft. Diese drastische Kompositionen aus kontemplativen Leerstellen und Überfluss geben Einblick in eine tiefgründige Ebene der Auseinandersetzung mit extrovertiertem Umfeld und bewusstem Rückzug.

Die Bildhauerin Stephanie Stein (*1972) setzt sich auf einer transzendentalen Ebene mit der Akzeptanz der Krise und ihrer Unausweichlichkeit auseinander. Sie ist mit einem speziell für die Schau konzipierten Druck mit dem Titel MISS VERSTÄNDNIS vertreten. In ihrer Wandskulptur WIR SIND UNS NIEMALS NAHE GEKOMMEN zeigt sie die Spannung zwischen zwei parallel zueinander platzierten geometrischen Körpern aus Metall, die sich gedanklich durch eine Öffnung zueinander annähern, doch physisch unbeweglich sind.

Wie ein Gegenstück dazu wirken die Skulpturen von Lisa Tiemann (*1981), die sich durch eine wunderbare Absurdität auszeichnen. Dies beginnt bereits bei der unkonventionellen Zusammenführung von Materialien und Formen: farbige Streben aus Keramik und Pappmaché liegen aneinander geschmiegt am Boden, Keramikschleifen hängen sich an Metall, oder kringeln sich um einem Latexseil. Tiemann setzt sich mit den Dynamiken zweier Elemente auseinander, welche aus ihrer Starrheit überraschend ausbrechen und interagieren. Ihre Skulpturen wirken dabei oft wie von Architektur gelöste Bauelemente, eigentümliche Vierkantbalken, die sich entgegen ihrer reduzierten Form organisch bewegen.

Schirin Kretschmann (*1980) arbeitet im Spannungsfeld von installativer Malerei und ihren Grenzbereichen zu prozessualen Werkformen. In der eigens für 68projects entwickelten Arbeit SINK mit Objekten aus Seife und Pigment verwandelt sie die Wahrnehmung des Ausstellungsraums in eine physische Erfahrung. Im formatbezogenen FORM ON THE DAY, die aus dem Zufall des Siebens und der Filigranität des Pigmentstaubes ihre Form findet, ermöglicht sie verschiedene Wahrnehmungen von Fläche und Tiefe, Licht- und Schattenwurf. Mit FLOOR WORK bringt sie ihren Weddinger Atelierboden in den Ausstellungsraum. Die durch Abrieb und mit Graphitstaub bearbeiteten Papiere erzeugen eine unauflösbare Irritation zwischen den Verletzungen der zarten Oberflächen und der Anmutung einer robusten, metallischen Materialität.

ART at Berlin - Courtesy of 68 projects - Cyrill Lachauer - 2012 Filmstill -c- Cyrill Lachauer
Cyrill Lachauer, 32 m. ü. NHN. – 114,7 m. ü. NHN. II, 2012, Filmstill, © Cyrill Lachauer

Cyrill Lachauer (*1979) hat Berlin in Farben vermessen in seinem Film 32 m.ü.NHN. – 114,7 m.ü.NHN. (II), 2012 und damit eine vergängliche Landkarte entworfen. An fünf verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Höhen zündete er farbige Rauchpatronen an. Obwohl jede Farbe einem einzigen Punkt im Berliner Höhensystem zugeordnet ist, wie beispielsweise satte orangefarbene Rauchwolken an den Havel-Seen aufsteigen und somit den tiefsten Punkt anzeigen, spielt der spezifische Ort eine marginale Rolle. Lachauer folgt zwar den gängigen Vermessungstechniken, Orte werden in Höhenmeter über dem Meeresspiegel übersetzt, doch es geht ihm um den Gedanken der Synästhesie. Der farbige Rauch transportiert das Subjektive in eine abstrakte, flüchtige Form. Die Musik zum Film wurde von Ari Benjamin Meyers komponiert und eingespielt.

Text: Alexandra Alexopoulou

Eröffnung:  Freitag, 11. September 2020, 12-20 Uhr

Ausstellungsdaten: Donnerstag, 13. August bis Samstag, 5. September 2020

Sonderöffnungszeiten Gallery Weekend: Samstag, 12. September + Sonntag, 13. September, jeweils 12:00 – 19:00 Uhr

Zur Galerie

 

 

Ausstellung She Comes in Colours Everywhere – 68 projects | Zeitgenössische Kunst – Kunst in Berlin – Galerien Berlin – ART at Berlin

 

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