post-title Jonathan Monk | Exhibit Model Four – plus invited guests + Behind the Screens | KINDL – Zentrum | 10.03.-21.07.2019

Jonathan Monk | Exhibit Model Four – plus invited guests + Behind the Screens | KINDL – Zentrum | 10.03.-21.07.2019

Jonathan Monk | Exhibit Model Four – plus invited guests + Behind the Screens | KINDL – Zentrum | 10.03.-21.07.2019

Jonathan Monk | Exhibit Model Four – plus invited guests + Behind the Screens | KINDL – Zentrum | 10.03.-21.07.2019

bis 21.07. | #2382ARTatBerlin | KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst zeigt ab 10. März 2019 die Soloausstellung Exhibit Model Four des Künstlers Jonathan Monk im Maschinenhaus M1. Parallel dazu wird im Maschinenhaus M2 die Gruppenausstellung Behind the Screens mit Werken von sieben Künstlerinnen und Künstlern gezeigt.

Exhibit Model Four (Einzelausstellung im Maschinenhaus M1)

Unter dem Titel Exhibit Model Four – plus invited guests setzt der britische Künstler Jonathan Monk seine Ausstellungsreihe fort, die seit 2016 an verschiedenen Orten in jeweils modifizierter Form gezeigt wurde, und die er nun für das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst konzeptuell erweitert.

Exhibit Model Four ist eine Installation aus wandfüllenden Fototapeten, die den Ausstellungsraum M1 im Maschinenhaus des KINDL vollständig auskleiden. Die größtenteils in Schwarzweiß gehaltenen Aufnahmen zeigen Arbeiten Monks aus den letzten 20 Jahren in unterschiedlichen Ausstellungskontexten und Raumsituationen. Durch die Verzahnung dieser Ausschnitte mit der gegebenen Architektur des M1 entwickelt der Künstler ein völlig neues, komplexes Raumgefüge. Die Installationsansichten wirken wie aneinandergefügtes Archivmaterial und verdichten sich zu einem Ort, der eine geschärfte Wahrnehmung und eine spezifische Orientierung einfordert.

Im KINDL kombiniert Monk die auf Fotobahnen abgebildeten, eigenen Werke mit real installierten Kunstwerken anderer Künstlerinnen und Künstler. Diese von ihm ausgewählten Arbeiten – beispielsweise ein Ready-made von Martin Kippenberger, eine signierte Postkarte von Gilbert & George oder eine Fotografie von Dan Graham – stammen aus seiner persönlichen Sammlung. In Wechselwirkung mit der zweidimensionalen Fotoinstallation thematisiert Jonathan Monk auf vielschichtige Weise die Bedingungen des Ausstellens und Vermittelns von Kunst. Im Aufeinandertreffen von Originalen und Reproduktionen von Kunstwerken verhandelt er grundlegende Fragen nach Aneignung und Autorschaft.

Die Ausstellung wird kuratiert von Andreas Fiedler.

Jonathan Monk (*1969 in Leicester, UK) lebt und arbeitet in Berlin. Seine Arbeiten wurden international gezeigt, u. a. in den Ausstellungen POWER TO THE PEOPLE (Schirn Kunsthalle Frankfurt, Frankfurt, 2018), The Knowledge (Meyer Riegger, Berlin, 2017), Exhibit Model Three (VOX, Montreal, 2017), Exhibit Model Two (Nicolai Wallner Gallery, Kopenhagen, 2016), Exhibit Model One (Kunsthaus Baselland, Basel/Muttenz, 2016), The Deflated Inflated (Lisson Gallery, London, 2009), Time Between Spaces (Palais de Tokyo/Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, Paris, 2008), New Photography 2006 (Museum of Modern Art, New York, 2006), 50./53. Venedig Biennale (Venedig, 2003/2009).

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Jonathan Monk, Exhibit Model Three, VOX, Courtesy of the artist. © Michel Brunelle.
!Mediengruppe Bitnik, Solve This Captcha Series, exhibition view, EPFL ArtLab, Lausanne, 2017. © Adrien Baraka.

Behind the Screen (Gruppenausstellung im Maschinenhaus M2)

mit Constant Dullaart, Jonas Lund, !Mediengruppe Bitnik, Gonzalo Reyes Araos, Tristan Schulze, Addie Wagenknecht, Julia Weißenberg 

Die Digitalisierung hat längst alle Lebensbereiche erfasst und beeinflusst gesellschaftliche Entwicklungen weltweit. Ein Leben ohne die technischen Innovationen der letzten Jahrzehnte ist mittlerweile unvorstellbar geworden. Obwohl wir als User digitaler Endgeräte täglich mehrere hundert Megabytes an Daten produzieren und konsumieren, bleibt das Digitale an sich unsichtbar – und für viele auch ungreifbar.

Die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung Behind the Screen blicken gleichsam hinter den Bildschirm. Mit einem Bewusstsein dafür, wie Verhaltens- und Denkweisen durch die Digitalisierung geprägt werden können, nutzen sie digitale Technologien und Bildsprachen als Medium und Werkzeug künstlerischer Prozesse. Über eine bloße Reflexion hinausgehend, machen ihre Arbeiten digitale Transformationen analog sichtbar.

In Arbeiten wie PVA Compositions (2017) oder #brigading_conceit (2018) untersucht Constant Dullaart (*1979, lebt und arbeitet in Berlin) digitale Identitäten als Währung in sozialen Netzwerken. Selbst ausgeklügelte Verfahren zur Verifizierung schützen nicht davor, dass die öffentliche Meinung mithilfe von Fake-Accounts beeinflusst wird. Mit Jennifer in Paradise (2013) erinnert Dullaart an die Anfänge der Bildbearbeitungssoftware Photoshop, die unser Verständnis vom Wahrheitsgehalt von Fotografie revolutioniert hat.

Julia Weißenberg (*1982, lebt und arbeitet in Köln) konzentriert sich in ihren Arbeiten auf die sozialen Auswirkungen der neuesten digitalen Entwicklungen. Secrets are for filthy people (2016) und Live (2018) hinterfragen die Bedeutung von Privatsphäre in der digitalisierten Welt. Welche Auswirkungen haben in den Massenmedien zirkulierende Bilder auf unsere Selbstwahrnehmung und auf unsere Gesellschaft?

Die !Mediengruppe Bitnik (Carmen Weisskopf, *1976, und Domagoj Smoljo, *1979, leben und arbeiten in Zürich und Berlin) beschäftigt der Verlust der digitalen Kontrolle. In der Serie Solve this Captcha (2016) stehen Bots, die menschliches Verhalten nachahmen, im Vordergrund. Wie lässt sich feststellen, ob tatsächlich ein Mensch vor dem Bildschirm sitzt oder ob ein Programm abläuft? Und können wir Menschen die Kommunikationsstrategien der Bots durchschauen?

Jonas Lund (*1984, lebt und arbeitet in Berlin) setzt Blockchain-basierte Systeme ein, um ökonomische und soziale Zusammenhänge des Kunstmarktes zu beleuchten. In seiner neuesten Arbeit JLT Jonas Lund Token (2018) kreiert er Aktien seiner künstlerischen Praxis als Kryptowährung, mit denen die Aktionäre strategische Entscheidungen über seine künstlerische Entwicklung treffen können.

Die Papierarbeiten der Serie RGB Paintings (2018/19) von Gonzalo Reyes Araos (*1980, lebt und arbeitet in Berlin) sind durch Bildschirme inspiriert. Die Rasterbilder basieren auf aus roter, grüner und blauer Farbe zusammengesetzten Pixeln. Fehler im Raster machen Parallelen von Informationsübermittlung in der physischen und der digitalen Welt sichtbar.

Tristan Schulze (*1982, lebt und arbeitet in Leipzig) initiiert in seiner Arbeit Webmaschine (2018) einen Dialog zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz. Webmuster können als binäre Zeichenketten verstanden werden, Algorithmen können neue Muster generieren. Schulze hat ein künstliches neuronales Netzwerk programmiert, das Webvorlagen für einen Handwebstuhl erzeugt. Jeder Eingriff in den Webprozess trainiert das Netzwerk. Die fertigen Stoffe bilden diese Interaktion zwischen Mensch und Maschine in gewebter, lesbarer Form ganz analog und linear ab.

Auch Addie Wagenknecht (*1981, lebt und arbeitet in Innsbruck) macht sich für ihre Kunst Algorithmen zueigen. Für ihre Arbeiten aus der Serie Beauty and Terror (2018) modifizierte sie einen Staubsaugerroboter, so dass er mit Kosmetikartikeln wie Parfum, Vitaminen oder Make-Up auf Leinwand malt. Wagenknecht thematisiert so einerseits die Verflechtungen der Schönheitsindustrie mit militärischer Technologieentwicklung und stellt andererseits die große Frage nach Schönheit und der Darstellung des weiblichen Körpers heute.

Gastkuratorin: Anne Schwanz

Vernissagen: Samstag, 9. März 2019, 17:00 – 21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Sonntag, 10. März – Sonntag, 21. Juli 2019

Zum KINDL Zentrum für zeitgenösische Kunst

 

Bildunterschrift: Jonathan Monk, Exhibit Model Three, VOX, Courtesy of the artist. © Michel Brunelle.
!Mediengruppe Bitnik, Solve This Captcha Series, exhibition view, EPFL ArtLab, Lausanne, 2017. © Adrien Baraka.

Ausstellung  Jonathan Monk + guests – Galerie KINDL | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

 

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