bis 13.06. | #5071ARTatBerlin | Laura Mars Gallery zeigt ab 15. Mai 2026 die Ausstellung belongings der Künstlerin INA BIERSTEDT.
Der Titel der Einzelausstellung von Ina Bierstedtin der Laura Mars Gallery ist mehrdeutig und verweist auf Formen der Verbundenheit – oder, wie die Künstlerin es selbst beschreibt, auf Dinge, die wir bewahren und über die Zeit „anhängig“ geworden sind. Formen der Zugehörigkeit gibt es viele, vor allem im Kontext kultureller, nationaler und sozialer Verortung. Mit gemalten, oft gläsernen Objekten und anderen Sachen stellt Bierstedt Verbindungen zwischen Mensch und materieller Welt her und lotet gleichzeitig die bildräumlichen Grenzen traditioneller Stillleben aus. Auf ihren Bildern wirken diese jedoch nicht stillgelegt. Es ist das individuelle und kollektive Gedächtnis des Materials, welches vor allem an den farbigen Glasoberflächen und je nach Lichtspiel und Perspektiven aus dem Inneren reflektiert. Dieses Interesse erweitert Bierstedt auf Landschaften und Architekturen als Träger von (ambivalenter) Erinnerung. Mit ihrer Malerei stellt die Künstlerin Fragen nach der Herkunft, dem kulturellen Wert und der persönlichen Bedeutung dieser Dinge. Einiges bleibt bewusst verformt, wirkt zerbrechlich und weist Leerstellen sowie Spuren von Handlungen auf. Die Vergangenheit ist nur zeitweise eine stillgelegte Zeit. Durch Erinnerung konstruieren wir Bedeutungen für die Gegenwart aus dem Speicher der Vergangenheit. Wenn wir ihr keine Bedeutung beimessen, vergessen wir das Vergangene.
Vor dem Hintergrund ihrer politischen Erfahrungen verknüpft Bierstedt in ihrer Arbeit historische Recherchen. Ihre Quellen sind Archive, Text- und Bildmaterial sowie eigene Fotografien. Damit konstruiert sie eine Art künstlerisches Mindmap, das in der Gegenwart assoziative Denkräume öffnet. Wie eine Archäologin überträgt sie diese Schicht für Schicht in einen nicht nur malerischen Kontext. Oft bleibt der Prozess des „Ein- und Ausgrabens“ auf den textilen Bildträgern auch erkennbar. Die Motive wurden mehrmals gesehen: beim Finden, beim Fotografieren und beim Malen, bevor sie in der Ausstellung belongings erneut als Malerei gesehen werden. Trotz der vertrauten Bildinhalte verführen sie uns zum Rätselraten und Entschlüsseln verborgener Bezugnahmen. Sie können als eine Art Sehnsuchtsbilder betrachtet werden, in denen wir uns verlieren und später wiederfinden.
Vernissage: Freitag, 15. Mai 2026, um 19 Uhr
Ausstellungsdaten: Freitag, 15. Mai – Samstag, 13. Juni 2026
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Bildunterschrift:Courtesy of Galerie
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