post-title Gildas Coudrais | HEAT | 68 projects | 28.07.-03.09.2016

Gildas Coudrais | HEAT | 68 projects | 28.07.-03.09.2016

Gildas Coudrais | HEAT | 68 projects | 28.07.-03.09.2016

Gildas Coudrais | HEAT | 68 projects | 28.07.-03.09.2016

bis 03.09. | #0613ARTatBerlin |  68 projects zeigt ab dem 28. Juli 2016 den Künstler Gildas Coudrais mit „HEAT“ – eine Sommerausstellung kuratiert von Katharina Schulenberg-Leduc mit Unterstützung der Villa Aurora und AMI.

Wir freuen uns sehr, die Sommer-Ausstellung HEAT des französischen Künstlers > Gildas Coudrais anzukündigen. Die erste Einzelausstellung von Gildas Coudrais in Berlin ist die Fortsetzung seiner erfolgreichen Ausstellungen in der Villa Aurora in Los Angeles in den Jahren 2013 und 2014.

Kuratiert wird sie von der Kunsthistorikerin Katharina Schulenberg-Leduc, unterstützt von der Villa Aurora.

Der Ausstellungstitel „HEAT“ bezieht sich sowohl auf die Arbeitsweise von Gildas Coudrais als auch auf seine Intention, die Gesellschaft und ihre Werte in ihrer Oberflächlichkeit zu karikieren und zu entlarven. Dabei geht er Fragen nach wie: In welchem Verhältnis stehen Inhalt und Darstellung? Welche Bedeutung hat das Verhältnis von Wort und Bild? Und: auf welche Weise wird der Betrachter ins Werk mit einbezogen?

Gildas Coudrais integriert oft Worte und prägnante Sinnsprüche in seine Arbeiten. Diese sind jedoch meist spiegelverkehrt und somit nicht auf den ersten Augenblick zu entziffern, sondern untermalen und begleiten als Subtext die malerische Darstellung. Die kurzen Sätze, die in die farbintensiven, monochromen Papierarbeiten Let’s talk about… (2014-heute) eingearbeitet sind, haben ihren Ursprung unter anderem in der Werbung. Sie scheinen sich unmittelbar an den Betrachter zu wenden und ihn zu einem stillen Zwiegespräch aufzufordern: In der glänzenden Reflexion des spiegelnden Glasrahmens erblickt dieser sein seitenverkehrtes Ebenbild, das sich damit auf derselben Wahrnehmungsebene befindet wie die Worte, die ebenfalls in Spiegelschrift
erscheinen.

Die Palme ist ein Motiv, das beim Künstler wiederholt auftaucht, so auch in seiner neuesten Werkserie California Dream, 2016. In extrem schmalem Hochformat zeigen die Werke auf dem Kopf stehende Palmen vor monochrom blauem Hintergrund, ergänzt und kommentiert durch ein gleichfalls monochrom rotes Wort in Spiegelschrift, das im unteren Bilddrittel über der bildhaften Darstellung schwebt. Ausgeführt werden diese Werke als Hinterglasmalerei, allerdings auf geschmolzenem, verformtem Plexiglas. Gildas Coudrais thematisiert so mit einem ironischen Augenzwinkern die Fragen nach Schönheit und Oberflächlichkeit. Die Palme, die symbolhaft die Stadt Los Angeles bezeichnet und hier als ein Synonym für Sonne, Strand und ein unbeschwertes Leben zu verstehen ist, wird auf den Kopf gestellt und die genannten Stereotypen somit konterkariert. Es scheint, als spiegeln sich die Bäume im klaren, blauen Wasser eines für die Villen in Los Angeles charakteristischen Swimming Pools. Der Künstler spielt so auch auf die Geschichte des Narziss an, der sein eigenes Spiegelbild im Wasser sieht, dieses aber nicht erkennt.

Die Installation A quel sein se vouer? (2012), ein Spiel mit den französischen Worten „sein“ (Brust) und „saint“ (Heilige), ist geprägt vom Geist von Dada und Surrealismus. Auf den ersten Blick wird das Werk als barockisierende Installation aus filigranem Porzellan wahrgenommen. Bei näherem Hinsehen ist jedoch zu erkennen, dass es sich um bemaltes, geformtes Plexiglas handelt. Die puristische Natürlichkeit und Reinheit dieses Symbol des Weiblichen wird durch die altmodische Überladenheit mit den unterschiedlich geformten und profilierten Rahmen und den barockisierenden Kerzenhalterungen mit ihren roten Elektrokabeln konterkariert. Während in der früheren Kunstgeschichte die Brust häufig salonfähig und unschuldig erscheint, befindet sich der
Betrachter hier in einem Spannungsverhältnis von Schönheit und Natürlichkeit sowie Schein und Täuschung – in all seinen romantischen und erotischen Facetten – wieder.
Die Arbeiten des Künstlers wurden in Ausstellungen in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und den USA gezeigt. Ganz herzlich möchten wir uns bei der Villa Aurora für die erneute Kooperation bedanken. (Text: Katharina Schulenberg-Leduc)

Vernissage: Donnerstag, 28. Juli, 18 – 21 Uhr

Ausstellungsdaten: Donnerstag, 28. Juli – Freitag, 3. September 2016

Zu 68projects

 

Bildunterschrift: Gildas Coudrais, California dream#3 (Detail), Malerei auf verformtem Plexiglas, Leuchtkasten, 220 x 60 cm, 2016

Ausstellung Gildas Coudrais – 68 projects – Kunst in Berlin ART at Berlin

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