post-title Felix Kiessling | Taumel | alexander levy | 11.09.-24.10.2020

Felix Kiessling | Taumel | alexander levy | 11.09.-24.10.2020

Felix Kiessling | Taumel | alexander levy | 11.09.-24.10.2020

Felix Kiessling | Taumel | alexander levy | 11.09.-24.10.2020

bis 24.10. | #2821ARTatBerlin | alexander levy präsentiert ab 11. September 2020 die Ausstellung „Taumel“ mit neuen Arbeiten des Künstlers Felix Kiessling.

Für Felix Kiessling ist das Chaos seit einigen Jahren Ausgangspunkt für viele seiner Arbeiten. Auf spielerische Weise ergründet er die menschliche Wahrnehmung und die Frage, wie die Welt zusammenhängt. Dabei sind für ihn physikalische Größen wie Kraft, Spannung und Wirkung ausschlaggebend. Kiessling versucht die Grenzen des Möglichen zu erforschen und zu erweitern. Für die kommende Ausstellung wird er nun das Chaos im gesellschaftlichen Kontext von Großstädten untersuchen.

In der Ausstellung werden einzelne Werkkomplexe zu einem gesamten Raumkonzept vereint. Beim Betreten des Galerieraums wird der Betrachter Teil eines abstrakten, chaotischen Großstadtspielplatzes. Der gesamte Boden wird mit Gehwegplatten bedeckt sein, gemeinhin aus unserem Stadtbild bekannt. Doch kippeln einige von ihnen, was in einem Gefühl der Unsicherheit resultiert.

Eine neue Werkserie setzt sich mit dem Fahrrad als Stellvertreter für den Umgang mit öffentlichem Raum und Eigentum auseinander: Das Rad steht für Mobilität und Unabhängigkeit, durch die Wahl des Models und der Farbe aber auch für Individualität und Abgrenzung. Doch das Fahrrad, das vergessen oder zurückgelassen, verrostet und kaputt auf der Straße liegt, zeigt die gespaltene Beziehung einer Wohlstandsgesellschaft zu ihren Artefakten. Zu abstrakten Skulpturen vereint und mit frischem Lack überzogen, transformieren die alten, deformierten Leichen zu neuen Objekten, die das Spannungsfeld zwischen Individualität und Massenproduktion beleuchten.

ARTatBerlin - Courtesy by Galerie alexander levy - Felix Kiessling - Foto Joe Clarck
Felix Kiessling, Körper grün, 2020, Stahl, Aluminium, Pulverbeschichtung, 150 x 122 x 30 cm, Foto Joe Clarck, 2020

Zwei weitere aktuelle Arbeiten entfalten sich im Dialog mit dem Raum. Für die erste Arbeit überführt Felix Kiessling den Werkstoff Stahl in eine minimalistische Skulptur, indem er eine vier Meter lange Planke verbiegt und ihre Enden miteinander verbindet. Die Skulptur ist so permanenter Spannung ausgesetzt, stets einer Eskalation nahe. Die verkettete Sequenz von Aktion und Reaktion ist damit angehalten. Die Skulptur befindet sich in einem Moment der Schwebe und fast unheimlicher Ruhe. In einer weiteren Arbeit werden Trockenbauprofile durch eine Gerüstspindel gegen die Galeriedecke gestemmt. Die Skulptur friert einen Moment aus einem Verformungsprozess ein und die einzelnen Elemente verschmelzen zu einer kollektiven Einheit.

Felix Kiesslings Werke sind das Ergebnis umfangreicher Untersuchungen über die Möglichkeiten und Schwächen industriell gefertigter Materialien. Sie verweisen auf eine Zeit, in der Großstädte durch Bauprojekte und Immobilienspekulationen geprägt und die Gesellschaften unserer globalisierten Realität mit sozialer Trennung und Exklusion konfrontiert sind. Unsere urbane Umwelt ist aus geometrischen und symmetrischen Konstruktionsmaterial erbaut. An diesen Konstruktionselementen werden sich die Kräfte der Ausstellung abreiben, sie zum Wanken bringen und ihre Symmetrie destruieren.

Felix Kiessling wirft hierdurch die Fragen auf, wer inwieweit eine Stadt prägt, Bürger oder Wirtschaft, und woraus das kulturell konstruierte Gefühl von Stabilität besteht und betrachtet Momente, in denen unsere Realität zu bröckeln beginnt.

Felix Kiessling, 1980 in Hamburg geboren, studierte an der Universität der Künste Berlin. 2014 war er Meisterschüler von Olafur Eliasson, an dessen Institut für Raumexperimente er von 2009 bis 2014 studiert hat. Felix Kiesslings Werke wurden in nationalen und internationalen Institutionen und Ausstellungen u.a. im Matucana100 (Santiago, Chile), im MOCAK – Museum of Contemporary Art Krakow (Krakau, Polen), in der Neuen Nationalgalerie (Berlin), im Hamburger Bahnhof (Berlin), im Sprengel Museum (Hannover) und auf der 5th Moscow International Biennale for Young Art (Moskau, Russland) gezeigt.

Ausstellungsdaten: Freitag, 11. September bis Samstag, 24. Oktober 2020

Zur Galerie

 

 

Ausstellung Felix Kiessling – Galerie alexander levy | Contemporary Art – Zeitgenössische Kunst in Berlin – Ausstellungen Berlin Galerien – ART at Berlin

 

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