post-title Feiko Beckers | APPLESAUCE | Einzelausstellung | EFREMIDIS GALLERY | 26.02.-13.04.2019

Feiko Beckers | APPLESAUCE | Einzelausstellung | EFREMIDIS GALLERY | 26.02.-13.04.2019

Feiko Beckers | APPLESAUCE | Einzelausstellung | EFREMIDIS GALLERY | 26.02.-13.04.2019

Feiko Beckers | APPLESAUCE | Einzelausstellung | EFREMIDIS GALLERY | 26.02.-13.04.2019

bis 13.04. | #2363ARTatBerlin | EFREMIDIS GALLERY zeigt ab 26. Februar 2019 die Einzelausstellung APPLESAUCE des Künstlers Feiko Beckers.

Efremidis Gallery freut sich, die erste Einzelausstellung des niederländischen Künstlers Feiko Beckers in Deutschland zu präsentieren.

Feiko Beckers wird als Philosoph beschrieben, der sich auf das Konzept der Banalität spezialisiert. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit banalen Fragen, die er sich selbst stellt. ‘Warum besitze ich kein Sofa? Wie lange dauert es, einen Donut zu essen? Soll ich meinen Freund zu meinem Lieblingsitaliener in Paris einladen?’

Diese Fragen bilden die Basis für Diskussionen, die der Künstler mit verschiedenen Gesprächspartner*innen führt, wie etwa mit der unsichtbaren Stimme in „Maintenant“, mit seinem Freund in „A conversation is a risk to lose your own opinion“, oder mit den unbekannten Betrachter*innen seiner Werke. Diese Gespräche enthüllen letztlich die Tragweite der zunächst banal erscheinenden Ermittlungen. Nämlich: Ist diese Aktion meine Zeit wert? Wie strukturiere ich meinen Tag? Was legitimiert meine Handlungen?

ART-at-Berlin---Courtesy-EFREMIDIS-GALLERY---Feiko-Beckers---Maintenant-2017
Feiko Beckers, Maintenant, 2017, HD Video, 9´56“, Ed 2/3 + 2 AP

Albert Camus konstatierte, dass Individuen die Absurdität menschlicher Existenz akzeptieren sollten, allerdings ohne sich dabei von der Suche und Erkundung von Sinnhaftigkeit abbringen zu lassen. In seiner Arbeit sucht Beckers nach logischen Lösungen für die absurden Probleme, die sich im Alltag ergeben. Seine Argumentation erscheint solide, ist aber letztendlich irrwitzig. Doch vielleicht liegt gerade darin die Logik: Ein absurdes Problem erfordert eine absurde Antwort. In „Maintenant“ untersuchen sein unbekannter Gefährte und er zum Beispiel das Wort „jetzt“ und fragen sich, ob es nicht etwas geben kann, das die Unmittelbarkeit des Jetzt besser beschreibt als das Wort „jetzt“.

ART at Berlin - Courtesy of EFREMIDIS GALLERY - Feiko Beckers
FEIKO BECKERS, A CONVERSATION IS A RISK TO LOSE YOUR OWN OPINION, 2015
Courtesy Feiko Beckers and Fries Museum

Die künstlerische Welt von Beckers scheint einem strikten Regelwerk zu unterliegen. Unterschiedliche Handlungen sollten unterschiedliche Konsequenzen haben, so Beckers in „A conversation is a risk to lose your own opinion“. In „Why I don’t own a sofa“ erklärt er, dass er am liebsten immer dafür sorgt, dass der schwierigste Teil einer Handlung hinter ihm liegt. Das führt dazu, dass er in einem Tal lebt, sodass seine Radfahrt nach Hause einfacher ist als der Weg aus dem Tal heraus und in die „Außenwelt“ hinein. Diese Regel erklärt auch, warum er kein Sofa besitzt. Denn: Das Aufstehen von einem Sofa ist viel schwieriger als das Hinsetzen.

Beckers Sprechen ist ausdruckslos. Außer eines gelegentlichen Stirnrunzelns oder eines kurzen Anhebens der Augenbrauen findet man kaum eine Spur von Emotionen. Die Kameraführung scheint von sogenannten „Infomercials“ beeinflusst zu sein. Monoton und doch verführerisch ziehen die Stühle in „Why I don’t own a sofa“, oder die von der russischen Avantgarde inspirierten Kostüme aus „A conversation is a risk to lose your own opinion“ im Panorama vorbei. Als Überreste einer Vergangenheit erinnern die Kostüme letztlich auch an eine Zeit, in der es noch Hoffnung auf eine künstlerische und politische Revolution gab.

Während der Eröffnung wird Beckers einen Pop-Song mit dem Titel „Good with Girlfriends“ aufführen. In diesem Ohrwurm listet er alle Personen und Situationen auf, mit denen er nicht so gut klarkommt, so wie all jene, mit denen er wiederum ganz gut zurechtkommt.

Am Samstag, den 30. März, wird Beckers einen Workshop mit dem Titel „A disappointment you can rely on“ geben: Ein weiterer Abstieg in die Absurdität des Alltags, mit einer besonderen Verbindung zu Pfannkuchen.

Feiko Beckers (1983) ist ein niederländischer Künstler, der zur Zeit in Brüssel lebt und arbeitet. Er war Artist in Residence in der Rijksakademie in Amsterdam von 2010 bis 2011. In 2013 war er Teil des Künstlerresidenzprogramms im Palais de Tokyo in Paris. In seiner künstlerischen Praxis, nutzt Beckers Geschichten aus seinem Alltag, wie zum Beispiel kleine Misserfolge, Peinlichkeiten oder zufällige Unfälle, die ihm persönlich passierten. Seine Werke heben das Unerwartete hervor, den gnadenlosen Charakter unglücklicher Ereignisse.
Feiko Beckers untersucht Verhaltensmuster als Source für Beklemmungsgefühle, um deren Dynamiken und emotionale Aufladung zu betonen. Ausgehend von alltäglichen Ritualen, die als situationskomische Situationen offen gelegt werden, werden angeblich banale Geschichten und einfache Begegnungen zu Beispielen von zwischenmenschlichen Schwierigkeiten.

Vernissage: Samstag, 23. Februar 2019, 18:00 bis 21:00 Uhr, Performance um 19:30 Uhr

Ausstellungsdaten: Dienstag, 26. Februar – Samstag, 13. April 2019

Workshop: Samstag, 30. März 2019, Feiko Beckers gibt einen Workshop mit dem Titel „A disappointment you can rely on“

Zur EFREMIDIS GALLERY

 

Bildunterschrift: FEIKO BECKERS, A CONVERSATION IS A RISK TO LOSE YOUR OWN OPINION, 2015, Courtesy Feiko Beckers and Fries Museum

Ausstellung Feiko Beckers – EFREMIDIS GALLERY | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

 

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