post-title Dawit Abebe | Long Hands | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 30.04.-29.05.2021

Dawit Abebe | Long Hands | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 30.04.-29.05.2021

Dawit Abebe | Long Hands | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 30.04.-29.05.2021

Dawit Abebe | Long Hands | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 30.04.-29.05.2021

bis 29.05. | #3016ARTatBerlin | Kristin Hjellegjerde Berlin zeigt ab 30. April 2021 die Ausstellung Long Hands des Künstlers Dawit Abebe.

Monströse, überdimensionale Arme erheben sich über miniaturhafte Menschen vor einem Hintergrund aus Kinderskizzen und aus Schulheften herausgerissenen Seiten. Diese intensiven Szenen sind die neuesten Erweiterungen zu Dawit Abebe’s fortlaufender „Long Hands“-Serie, welche sich um den äthiopischen Ausdruck „lange Hände haben“ (ረጅም እጆች) dreht und sich auf einzelne Personen bezieht, die weitreichenden Einfluss auf eine Vielzahl von Menschen haben. Präsentiert in einer Einzelausstellung in der Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin, setzt diese neueste Sammlung von Kunstwerken Abebe’s Untersuchungen darüber fort, wie unsere Identitäten und Glaubenssysteme durch dominierende Mächte etabliert, manipuliert oder ausgelöscht werden – mit einem besonderen Fokus auf die Entstehung und Verbreitung von Wissen.

„Historisch gesehen ist es bekannt, dass Äthiopien nie kolonialisiert wurde. Das hat jedoch nicht verhindert, dass das Land vom Neokolonialismus ausgebeutet wurde“, erklärt er. „Wir haben uns allmählich der Vorherrschaft westlicher Systeme unterworfen und dabei unsere eigenen Bräuche und unser Wissen aufgegeben, die es zu bewahren für die ganze Welt wichtig gewesen wären. Ohne es zu merken, sind wir zu Marionetten geworden; wir bewegen uns, sprechen, essen, agieren und reagieren nach dem Schema, welches für uns vorgesehen wurde.“

In gewisser Weise spiegelt der Prozess des Künstlers, Figuren aus lokalen und internationalen Magazinen auszuschneiden und sie in neuen Kontexten wieder zusammenzusetzen, das reale Puppenspiel der Gemeinschaft in den Händen der Regierung wider. Doch während ihre Handlungen absichtlich verschleiert werden (oft durch Schichten falscher Erzählungen), verweist Abebe auf die Konstruktion des Bildes. Die Handschrift des Künstlers ist durch verwischte Farbflächen, grob skizzierte Linien, verzerrte Perspektiven und surreale Details sichtbar, von denen einige wiederkehrende Motive sind, die von ihm im Laufe der Jahre entwickelt wurden, um komplexe Ideen rund um kulturelle Identität und Erbe auszudrücken. Die meisten dieser Kunstwerke zeigen zum Beispiel „Nummernschilder“, die entstanden sind, um die Daten bestimmter historischer Ereignisse zu bezeichnen, welche in Äthiopien stattgefunden haben und nach dem Kalender des Landes gelesen werden, der sieben oder acht Jahre hinter dem gregorianischen Kalender liegt, je nachdem, ob es sich um ein Schaltjahr handelt. Das Bild einer goldenen Uhr oder eines Rings sind ebenfalls häufige Merkmale in den Arbeiten des Künstlers und stehen für Zeit, Verpflichtung und Reichtum.

ART at Berlin - Courtesy of Kristin Hjellegjerde Gallery - Dawit Abebe - 2021
Dawit Abebe: Long Hands 26, 2021, Collage und Acrylfarbe auf Leinwand, 160 x 170 cm, 63 x 66 7/8

Die männliche Figur steht seit langem im Mittelpunkt der Arbeit des Künstlers, um Körperlichkeit in Bezug auf Wissen, Globalisierung, Macht und Dominanz zu erforschen. „Ich war schon immer von der menschlichen Figur, dem Körper als Ganzem, fasziniert. Für mich ist er die abstrakteste Materie, die der Mensch je hatte“, sagt Abebe. „In letzter Zeit habe ich mich auf die Hand konzentriert, da sie der Teil des Körpers ist, der das, was im Kopf ist, in die Tat umsetzt und somit zu einem wichtigen Ausdrucksmittel wird.“ Auffallend ist, dass in diesen Arbeiten oft die Handfläche gezeigt wird, die auf die Erde drückt und eine Kraft der Unterdrückung und potentiellen Gewalt symbolisiert. In dem Gemälde mit dem Titel Long Hands 26 geht der Künstler noch einen Schritt weiter und stellt mehrere Hände dar, die aus zerknitterten Hautfalten hervortreten. Das Bild spielt auf die Mutationen der Macht an und wird durch den kontrastierenden Hintergrund aus bunten Kinderzeichnungen noch einprägsamer. Wieder einmal dienen diese visuellen Unstimmigkeiten dazu, unsere Aufmerksamkeit auf die Rolle des Künstlers bei der Konstruktion des Bildes zu lenken und fördern im weiteren Sinne ein breiteres Bewusstsein dafür, wie von uns konsumierte Gedanken und Perspektiven von anderen Narrativen beeinflusst werden.

„Keine Erfahrung ist frei von einem Einfluss auf die eine oder andere Weise“, sagt Abebe. „Wir können sehen, dass eine kleine Anzahl von Ländern, bestimmte Gruppen von Menschen und einige wenige Individuen in der Lage sind, das Schicksal der Mehrheit sowohl auf nationaler als auch auf globaler Ebene direkt oder indirekt zu kontrollieren.“ In seinen neuesten Arbeiten verfeinert der Künstler nicht nur seine visuelle Sprache, um die Kräfte der Kontrolle zu entlarven und unsere Aufmerksamkeit darauf zu lenken, sondern deutet auch auf eine mächtige Form der Emanzipation hin: Kreativität.

Vernissage: Dienstag 29. April 18:30-19 Uhr (digital auf Instagram)

Ausstellungsdaten: Freitag, 30. April – Samstag, 29. Mai 2021

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