post-title Britta Lumer | Lange Sicht | Daniel Marzona | 13.01.-17.02.2018

Britta Lumer | Lange Sicht | Daniel Marzona | 13.01.-17.02.2018

Britta Lumer | Lange Sicht | Daniel Marzona | 13.01.-17.02.2018

Britta Lumer | Lange Sicht | Daniel Marzona | 13.01.-17.02.2018

bis 17.02. | #1786ARTatBerlin | Daniel Marzona zeigt ab 13. Januar 2018 die Ausstellung “Lange Sicht” der Künstlerin Britta Lumer.

Daniel Marzona freut sich, eine Einzelausstellung von Britta Lumer in der Friedrichstraße anzukündigen.

Britta Lumer (geb. 1965 in Frankfurt am Main) hat in den vergangenen Dekaden ein in sich konsistentes Werk erarbeitet, das sich zum Großteil auf Papier ereignet und sich dennoch nicht ohne Weiteres als ein zeichnerisches begreifen lässt. Denn hier wird nichts Gegenständliches gefasst oder getroffen und in der künstlerischen Darstellung festgehalten oder aufbewahrt. Stattdessen scheinen ihre durchaus ins Figurative spielenden Arbeiten auf Papier – nicht selten monumentale Ansichten von Körpern, Portraits, Architekturen und Stadtlandschaften – ihre Sujets jeweils an den Rand der Auflösung, der Verflüssigung zu treiben. Diesem beabsichtigten Sprung ins Ungefähre entspricht der Einsatz der malerischen Mittel. Für ihre großformatigen Tuschezeichnungen hat sie einen vollbeweglichen Arbeitstisch konstruiert, um die fließende Tusche in alle Richtungen dirigieren zu können. Jahrelang hat sie an innovativen Arbeitstechniken gefeilt, um eine stimmige Balance zwischen dem Planbaren und dem Zufälligen stets neu ausloten zu können.

So erscheint in ihren Bildern nichts an seinem festen Platz, alles an Kontur könnte grundsätzlich auch in anderen Spuren verlaufen. Doppelungen, lineare Verschiebungen, Pigmentansammlungen, Verläufe von Hell-Dunkel-Kontrasten offenbaren ein Maß an Kontingenz, das uns das Dargestellte fremd werden lässt und sich dennoch in gesteigertem Maße zur kontemplativen Betrachtung eignet. Statt fertige Projektionen zu liefern, erarbeitet Lumer Projektionsflächen, zu deren Vagheit und Zartheit wir uns als Betrachter nie so verhalten können, als ließe sich das zu Sehende als eine Formulierung von bereits Bekanntem deuten. Vor den Bildern Lumers betreten wir jeweils noch nicht kartografiertes Neuland, müssen uns langsam den Weg durch tränenartige Schlieren, großräumige Leerstellen und den darin aufscheinenden präzise ausformulierten Konturen bahnen, um nach und nach ein Verhältnis zum Gesehenen aufzubauen. Hängt ein Großteil der zeitgenössischen Figuration am Tropf der Narration, verweigern sich die Bilder Lumers grundsätzlich dem Anschluss an eine weiterführende Erzählung – sie brauchen ihn auch nicht. In auratischer Autonomie beharren die Arbeiten stoisch auf der Einsicht, dass nichts von sich aus etwas bedeutet. Ein Bild kommt ohnehin nur dann zum Leben, wenn es ihm gelingt, einen Raum zu schaffen, in dem sich der Betrachter als gemeint erkennen kann, ohne ihn bereits in Gänze durchschritten zu haben. Im Kontrast zu der uns alltäglich umspülenden Bilderflut, zu der permanten, sinnentleerten Vergewisserung unserer selbst in der nicht endenden Hervorbringung und Verbreitung banaler Selbstinzenierungen, zeigen Lumers Bildschichtungen, was dieser verblödenden, weltumspannenden Bildmaschine aus künstlerischer Perspektive entgegenzusetzen wäre. Nicht in der Zone, in der beständig Bekanntes als Neuheit perpetuiert wird, kann Selbsterkenntnis reifen, sondern nur dort, wo uns ein Raum gewährt wird, uns mit dem Unvertrauten, dem Fremden, dem Offenen in ein unvoreingenommenes Verhältnis zu setzen – und genau in dieser Zone hat die Arbeit Britta Lumers ihren Ort.

Britta Lumer lebt und arbeitet in Berlin. Von 1992 bis 1996 studierte sie an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste, Städelschule in Frankfurt am Main bei Georg Herold und Per Kirkeby. Anschließend bis 1997 an der Statens Kunstakademi in Bergen unter anderem bei Luc Tuymans und Lawrence Weiner. Ihre Arbeiten wurden in diversen Einzelausstellungen im In- und Ausland gezeigt und sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten.

Vernissage: Freitag, 12. Januar 2018, 18:00 – 21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 13. Januar bis Samstag, 17. Februar 2018

Zu Daniel Marzona

 

Bildunterschrift: Britta Lumer, Untitled, 2017, detail, 114 x 90 cm, pigment on paper

Ausstellung: Britta Lumer – Lange Sicht – Daniel Marzona | Contemporary Art – Kunst in Berlin – ART at Berlin

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