post-title Ali Kaaf | BOX OF PAIN | Kühlhaus Berlin | 04.09.-03.10.2016

Ali Kaaf | BOX OF PAIN | Kühlhaus Berlin | 04.09.-03.10.2016

Ali Kaaf | BOX OF PAIN | Kühlhaus Berlin | 04.09.-03.10.2016

Ali Kaaf | BOX OF PAIN | Kühlhaus Berlin | 04.09.-03.10.2016

Kühlhaus Berlin zeigt ab 4. September 2016 in Zusammenarbeit mit u.a. der C&K Galerie den Künstler Ali Kaaf mit der Ausstellung BOX OF PAIN.

„Ich sehe einen jungen Mann, er mag etwa 18 Jahre alt sein, er flieht vor
seinen Peinigern, Milizen, erwachsene Männer. Sie holen den Fliehenden ein
und schlagen auf ihn ein; anfangs zittert er unter den Schlägen wie ein
Vogel. Dann zittert er nicht mehr. Und sie schlugen weiter. Diese Erinnerung
verfolgt mich seither, wie ein schwarzes Loch in meinem Kopf. Immer frage
ich mich, was mit dem Jungen passiert ist, was mit seiner Seele.“ [Ali Kaaf]

Am 03. September 2016 eröffnet der syrische Künstler Ali Kaaf seine Solo-Ausstellung „BOX OF PAIN“ im Kühlhaus Berlin. Die eigens für diese Ausstellung konzipierte Video-Installation ist benannt nach einem Gedicht des in Paris lebenden kurdisch-syrischen Dichters Golan Haji. Von oben projiziert, bespielt die Arbeit den inneren Kubus des 5.000 m² großen ehemaligen Industriegebäudes aus dem 19. Jhd am Gleisdreieck.

Die Besucher setzen sich in Ali Kaafs Installation einer körperlichen Grenzerfahrung aus, von Dunkel und Licht, Rhythmus, Berührung und Leere, Form, Körper und Raum, welche so charakteristisch für die Arbeiten des Künstlers sind. Die dazugehörige Klanginstallation entstand in der Zusammenarbeit mit dem Musiker Atilla Wiegand.

Die Ausstellung „BOX OF PAIN“ dokumentiert die Gewalt nicht, sie stellt sie nicht zur Schau. Gibt sie nicht zu sehen. Sie bezeugt die Gewalt vielmehr in der Entfaltung der eigenen Arbeit, in einer Auseinandersetzung mit den Materialien, dem Raum, dem Klang, dem eigenen Körper, mit den Spiegelungen des Materials und des Lichts, der Poesie und der Nacht. „Wir besuchen die Nacht. Die Poesie ist das Mittel, die Nacht inmitten des Tages zu besuchen“, sagt Ali Kaaf in Anlehnung an eine Zeile des Dichters Golan Haji. Die künstlerische Arbeit, sie ist es, die in ihrer Poesie immerfort zu spät kommt und weiß, dass sie die zerstörten Städte nicht wiederaufrichten kann und die zerschundenen Körper nicht wieder zusammenfügen wird.

Text: A.S. Bruckstein Çoruh, Autorin, Kuratorin, Gründerin und Direktorin des house of taswir. www.house-of-taswir.org

Veranstaltungen
3. September 2016, 19 Uhr – Vernissage, Eröffnungsworte: A.S. Bruckstein Çoruh

08. September 2016, 19 Uhr – Dichterlesung (arabisch/englisch) mit Golan Haji und Claudia Basrawi. Englische Übersetzung von Stephen Watts
Musik: Meragi Ensemble (Matthias Bautz – Rahmentrommel, Ayberk Coşkun – Ud & Attila Wiegand – Ney)

18. September 2016, 19 Uhr – artist talk (deutsch) – Ali Kaaf im Gespräch mit Jurriaan Benschop

Ali Kaaf an anderen Orten
„AS IF, AT HOME“, Artists in Europe. Mirosław Bałka, Norbert Bisky, Michaël Borremans, Irina Botea, Valérie Favre, Ali Kaaf, Šejla Kamerić, Flo Kasearu, Lia Kazakou, Marie Lund, Sean Scully. Kuratiert von Jurriaan Benschop. 25. Juni bis 31. Oktober 2016. BOX Freiraum, Boxhagener Str. 93/96, 10245 Berlin-Friedrichshain

C&K Galerie präsentiert Ali Kaafs Arbeiten auf Papier auf der POSITIONS BERLIN Art Fair. 15. – 18. September 2016. Postbahnhof am Ostbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8, 10243 Berlin & Amsterdam Drawing. Contemporary Art on Paper. 22. – 25. September 2016. NDSM-Kai, Amsterdam, NL

Taswir projects zeigt in seinem Kunstraum Meine Kleine Mnemosyne Ali Kaafs Rift(2015) zusammen mit anderen zeitgenössischen Positionen aus Amsterdam, Bagdad, Beirut, Bukarest, Damaskus, Istanbul, Jerusalem, London, Paris, Teheran und Berlin. Am Kupfergraben 4, 10117 Berlin. Nach persönlicher Vereinbarung: taswir.projects@gmail.com

Weitere Events im Kühlhaus Berlin
Während der Berlin Art Week vom 15.-18. September 2016 findet die Gruppenausstellung „Struktion“ im Haus statt. Es werden vornehmlich Skulpturen, aber auch fotografische, malerische Werke, Videoarbeiten und Soundinstallationen auf drei Etagen gezeigt Die Kuratoren sind Marianne Kapfer und Jan Kage.

Claudia Basrawi wurde 1962 in Beirut geboren. Sie studierte arabische Literatur und Geschichte in Berlin und Damaskus. Seit 1994 arbeitet sie als freie Autorin. Performances und Vorträge mit dem Künstlerkollektiv „Gruppe M“, Projekte mit der Spin-off Theatergruppe „400asa Sektion Nord“ sind Teil ihres Schaffens, wie auch das Schreiben von Romanen („Mittelmeer Anämie“) oder die Regie und Entwicklung von „El Dschihad“ am Ballhaus
Naunynstraße.

Jurriaan Benschop ist ein in Berlin lebender Kunstkritiker und Kurator. Er schreibt in regelmäßigen Abständen für das Artforum International. Von ihm kuratierte Ausstellungen sind z. B. As If, At Home- Artists in Europe (Berlin, 2016) und Geist und Form. Ten Painters from Berlin (Bloomington, Indianan, 2013).

Golan Haji geboren 1977 in Amouda, einer kleinen kurdischen Stadt im Norden von Syrien. Er studierte Medizin an der Damaskus Universität und spezialisierte sich auf Histopathologie. Er arbeitete bis 2009 als Arzt, dann entschied er sich, seine Zeit literarischen Aktivitäten zu widmen. 2009 und 2010 lehrte er Rezitation und Textanalyse für Theater am Theaterinstitut von Damaskus vorwiegend über Brecht, Shakespeare und Saadallah Wannous.

2004 erhielt er den Mohammed Al Maghout Preis für seinen ersten Gedichtband Il appela les ténèbres (He called for darkness). Weitere Publikationen folgten: Il y a quelqu’un qui voit en toi un monster (Somebody sees a monster in you) 2008, Adulteres 2011 und L’automne, ici enchante et grandit (Automn here delights and grows) 2013. Ein nächster Gedichtband Peser l’outrage (Consider the outrage) soll noch in diesem Jahr erscheinen. In seiner Tätigkeit als Übersetzer wurden u. a. folgende Autoren ins Arabische übertragen: Mark Strand (2002), Alfred Hitchcock (2005), Robert Louis Stevenson (2008), Dan Wylie (2010) und Alberto Manguel (2016). Momentan lebt er in Saint-Denis, Frankreich.

Ali Kaaf, 1977 in Oran, Algerien geboren, syrischer Herkunft, lebt und arbeitet in Berlin. Sein Studium der Bildenden Kunst absolvierte er am Institut des Beaux-Arts in Beirut und an der Berliner Universität der Künste (UdK) bei Prof. Marwan Kassab Bachi und Prof. Rebecca Horn. Seitdem erhielt er vielfache Auszeichnungen; 2004 verlieh ihm die UdK den DAAD Preis für seine herausragende künstlerische Arbeit und 2005-2006 arbeitete er als Solidere Artist in Residence in Beirut. 2010 erhielt er den Young Collectors for MAXXI Preis der Young Collectors Association in Rom und 2014 wurde er mit dem Honorary AIR Awardees Preis der Kala Art Institute in Berkeley ausgezeichnet. Ali Kaafs Werke wurden in den letzten Jahren in Europa und USA in zahlreichen Solo- und Gruppenausstellungen gezeigt, seine Arbeiten sind in wichtigen internationalen Sammlungen vertreten. Zuletzt zeigte Ali Kaaf eine Solo-Ausstellung „Die Farbe des Wassers ist die Farbe seines Gefäßes“ in der BUMILLER COLLECTION in Berlin.

KühlhausBerlin, einer der neuen Orte in der Stadt. Es ist Teil der Architektur der frühen Industriegeschichte Berlins am Gleisdreieck, das den Krieg und mehr noch die Jahre des Wiederaufbaus nur fragmentarisch überlebte. Heute ist es ein Ort, der in Bewegung geraten ist. Ein Ort, der sich neu definiert. Durch eine private Initiative von Künstlern, Architekten und Berliner Unternehmen wurden Planungen aus den frühen 1990er Jahren für den Abriss gestoppt und das Haus unter Denkmalschutz gestellt. Seitdem haben weitere Unternehmen und auch viele Privatpersonen die Sanierung und den Umbau des Hauses tatkräftig betrieben und engagiert unterstützt. Baustelle und zugleich Raum für Kunst, Konzerte und Veranstaltungen – so präsentiert sich das Haus heute auf sieben Etagen mit einer Vielzahl außergewöhnlicher Räume und architektonischer Situationen, mit insgesamt über 5.000 qm. Ein Ort der Begegnung und Kreativität, der offen ist für Partnerschaften, Impulse, Ideen – offen für die Stadt.

Meragi Ensemble, 2014 von Mitgliedern der Gruppe Salsabil gegründet, um sich in kleiner Besetzung ganz der Musik des osmanischen Hofes, von der Frühzeit bis etwa zur Mitte des 17. Jahrhunderts, zu widmen. Der musikalische Schwerpunkt des Ensembles liegt insbesondere bei den Werken Dimitrie Kantemirs und Ali Ufkis aber auch bei einigen Sultanen aus dieser Epoche. Die Werke aus dieser Zeit des Aufstrebens und der Blüte des Osmanischen Reiches sind noch geprägt von einer Lebensfreude und einem Ideenreichtum, wie es in späterer Zeit nur noch selten vorkam. Auch der Dialog der Kulturen, wie er durch die Komponisten dieser Zeit geführt wurde, wie z. B. Kantemir (Rumänien), Ufki (Polen) oder Gazi Giray Han (Krimtartar), spiegelt sich in der Vielfalt dieser Musik wider.

Vernissage: Samstag, 03. September 2016, 19 Uhr

Ausstellungsdaten: Sonntag, 04. September – Montag, 03. Oktober 2016

WO? Kühlhaus Berlin, Luckenwalderstrasse 3, 10963 Berlin-Kreuzberg

Öffnungszeiten: Mo – Fr 14 – 19h, Sa – So 12 – 20h

 

Bildunterschrift: BOX OF PAIN. Videostills © Ali Kaaf, 2016

Ausstellung Ali Kaaf – Kühlhaus Berlin – Kunst in Berlin ART at Berlin

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