post-title Alexander Adams + Natela Iankoshvili | Galerie Kornfeld | 26.06.-31.07.2021

Alexander Adams + Natela Iankoshvili | Galerie Kornfeld | 26.06.-31.07.2021

Alexander Adams + Natela Iankoshvili | Galerie Kornfeld | 26.06.-31.07.2021

Alexander Adams + Natela Iankoshvili | Galerie Kornfeld | 26.06.-31.07.2021

bis 31.07. | #3060ARTatBerlin | Galerie Kornfeld zeigt ab 26. Juni 2021 eine dialogische Ausstellung mit Werken des Künstlers Alexander Adams und der Künstlerin Natela Iankoshvili. Künstlerischer Gegenstand der Arbeiten sind Landschaften mit spektakulären Farben und präzisen Details.

Die explosive Farbigkeit in Verbindung mit der dramatischen Pinselführung der georgischen Malerin Natela Iankoshvili findet ihren Gegenpol in den detailreichen Schwarz-Weiß-Bildern des britischen Künstlers Alexander Adams. Zu dieser Gegenüberstellung Gedanken von Alexander Adams:

„Natela Iankoshvilis Landschaften sind geprägt von einer markanten Farbkombination: Grün über Schwarz.  Iankoshvili vermittelt die Vitalität der Natur durch die Energie ihrer unbearbeiteten Pinselstriche. Wie eine Stenografin umreißt sie Formen mit raschen, reduzierten Pinselstrichen – Schrägstriche für grasbewachsene Hänge, weiße Häkchen für Wolken, Tupfen für Bäume. Robuste Baumstämme erinnern an die Extreme des georgischen Klimas; sie wiegen hin und her wie primitive Tänzer unter wogenden Wolkenbäuchen oder wie Urmenschen im Angesicht einer rauen und schönen Welt.

ART at Berlin - Courtesy Galerie Kornfeld - Natela Iankoshvili 1987
Natela Iankoshvili: Shales Forest in Kakheti, 1987, Öl auf Leinwand, 110 x 75 cm

Iankoshvilis Porträts sind sehr darauf bedacht, die Persönlichkeit und das Erscheinungsbild einzufangen. Sie erinnern an Porträts der Neuen Sachlichkeit von stolzen und unabhängigen Individuen, deren Selbstbewusstsein und Attraktivität jedoch durch ein Gefühl der Isolation untergraben wird. In Iankoshvilis Porträts sind die Personen visuell isoliert, in dunklen, ungewissen Räumen; ein Verweis auf ihre verborgene Seite, ihre Phantasien und Träumereien. Obwohl ihre Posen, Kleider und Körper vertraut sind, wird deutlich, dass ihr inneres Selbst verhüllt und unerreichbar bleibt.

ART at Berlin - Courtesy Galerie Kornfeld - Natela Iankoshvili 1965
Natela Iankoshvili: Lilly, 1965, Öl auf Leinwand, 85 x 61 cm

Es freut mich, wieder in Berlin auszustellen. Ich war sieben Jahre lang in Berlin zu Hause (2007-2014); es ist ein Ort, der mich fasziniert und verfolgt hat. Ich war besessen von dem Palimpsest der Geschichte, das man in Berlin wie nirgendwo sonst in Europa findet. Man kann die Spuren der Geschichte sehen, eingeätzt in die Steine und den Boden, heroisch, aber auch schrecklich. In meiner Kunst geht es um die Kraft der Erinnerung und das nagende Gefühl, dass die Wahrheit über eine Person oder einen Ort für uns immer unerreichbar bleiben; das Einzige, was einem übrigbleibt, ist diese Ungewissheit einzufangen und in Farbe festzuhalten. Das Entstellen und Unleserlich machen scheint ein geeignetes Thema für einen Maler in Berlin zu sein; schließlich wirkt Berlin selbst wie eine Ansammlung sukzessiver Auslöschungen.

ART at Berlin - Courtesy Galerie Kornfeld - Alexander Adams 2011
Alexander Adams: Untitled, 2011, Öl auf Leinwand,  30 x 40 cm

Die ausgewählten Gemälde sind Schneelandschaften und Porträts, deren Gesichter ausgelöscht werden. Die Schneelandschaften sind Orte, die ich aus der Ferne kenne oder die ich bereits besucht habe. Die Antarktis ist ein Ort, an dem ich in meiner Fantasie gelebt habe. Alle britischen Kinder kennen die Geschichten von Scott und Shackleton, die die Wildnis erkunden; die Antarktis wird so zu einer Arena für heroische Kämpfe – die Stierkampfarena der Briten. Die Ansichten von Jämtland in Schweden sind das Ergebnis zweier Reisen, die ich unternommen habe, um bewaldete Berge und zugefrorene Seen zu malen und zu zeichnen. Drei Bilder mit verunstalteten, ausgelöschten Gesichtern wurden speziell für die Ausstellung in Berlin angefertigt.

ART at Berlin - Courtesy Galerie Kornfeld - Alexander Adams 2021
Alexander Adams: Standing Man Half-Length, 2021, Öl auf Leinwand auf Holz, 25,5 x 20,5 cm

Es ist eine große Ehre, zusammen mit Natela Iankoshvili ausgestellt zu werden. Ihr Bemühen, die Essenz von Personen und Orten einzufangen, erinnert mich an Van Gogh, ein weiterer Künstler, den ich bewundere. Was mich an Iankoshvili am meisten inspiriert, ist ihre Unabhängigkeit und ihre Bereitschaft, Risiken einzugehen, selbst im Angesicht von Feindseligkeit. Seinen Prinzipien treu zu bleiben – ungeachtet von Spott und Widerstand – und der Mode und der Staatsgewalt zu trotzen sind Iankoshvilis wichtigste Lektionen für Künstler.“

Alexander Adams

Natela Iankoshvili (1918-2007, Georgien), Künstlerin des georgischen Volkes (1976) und Trägerin der Ehrenmedaille des Staates Georgien (1996), war eine georgische Malerin, die den Großteil ihres Lebens Bürgerin der UdSSR war. Ihre Reisen durch Europa, Kuba und Mexiko hielt sie in ihrer Kunst fest. Iankoshvili ist vor allem für ihre expressionistischen Gemälde von Figuren und Ansichten von Georgien bekannt, die weltweit ausgestellt wurden. Das Natela Iankoshvili Museum wurde im Jahr 2000 in Tiflis eröffnet.

Alexander Adams (*1973, England), Künstlerstipendiat der Francis Bacon Art MB Foundation, Monaco (2018), ist ein englischer Künstler, Dichter und Kritiker. Er studierte am Goldsmiths College, London (1992-6) und war 2011 Artist-in-Residence an der Albers Foundation, Connecticut. Adams ist vor allem für seine schwarz-weißen Gemälde von Figuren und Landschaften bekannt. Von 2007 bis 2014 lebte er in Berlin; heute ist er in England ansässig.

Ausstellungsdaten: Samstag, 26. Juni – Samstag, 31. Juli 2021, Di – Sa 12:00 – 18:00 Uhr

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Ausstellung Alexander Adams + Natela Iankoshvili – Galerie Kornfeld | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

 

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