Erstmals werden sämtliche zehn erhaltenen Porträts des niederländischen Malers Jan van Eyck (nachweislich tätig von 1422 bis 1441) in einer Ausstellung zusammengeführt. Unter dem Titel „Van Eyck: The Portraits“ präsentiert die National Gallery in London vom 21. November 2026 bis zum 11. April 2027 neun Gemälde und die einzige erhaltene Zeichnung des Künstlers. Die Werke stammen aus bedeutenden europäischen Sammlungen und repräsentieren etwa die Hälfte der rund zwanzig erhaltenen, eigenhändigen Gemälde van Eycks, der zu den wichtigsten Vertretern der nordalpinen Renaissance und den Wegbereitern der modernen Malerei zählt.
Die Ausstellung bietet erstmals die Gelegenheit, van Eycks gesamtes erhaltenes Porträtschaffen an einem Ort zu betrachten und seine außergewöhnliche Technik unmittelbar zu vergleichen. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung einer neuen Auffassung von Porträtähnlichkeit, die den individuellen Menschen und seine unverwechselbaren Merkmale in den Vordergrund rückte.
Während Bildnisse vor van Eyck vor allem gesellschaftlichen Rang oder Macht vermitteln sollten und die Dargestellten häufig idealisiert wurden, legte der niederländische Maler besonderen Wert auf eine möglichst genaue Wiedergabe des tatsächlichen Erscheinungsbildes. Er hielt nicht nur charakteristische Gesichtszüge fest, sondern auch …
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Abb. oben: Jan van Eyck, Bildnis eines Mannes mit blauem Chaperon, um 1428–1430, Öl auf Holz, 19,1 × 13,2 cm (ohne spätere Ergänzungen), Brukenthal-Nationalmuseum, Sibiu, Rumänien © Brukenthal National Museum, Sibiu, Romania
