Kaum ein anderes Tier hat die menschliche Vorstellungskraft so nachhaltig geprägt wie das Einhorn. Seit Jahrhunderten ist es in verschiedensten Kulturen überliefert, und seine Anziehungskraft wirkt bis heute fort. Das mythische Wesen steht für ein vielschichtiges Symbol, von dem eine besondere imaginative Energie ausgeht. Seine Spur zieht sich durch die christliche und außereuropäische Kunst, durch Naturwissenschaft und Medizin sowie durch eine reiche Symbolsprache. Die Beschäftigung mit der Ikonographie des Einhorns lädt dazu ein, über Fantasie, Wissen, Ambivalenzen und Projektionen nachzudenken.
Die Ausstellung vereint rund 150 Werke aus einem Zeitraum von etwa 4000 Jahren – darunter Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, illuminierte Handschriften, Skulpturen und Tapisserien. Viele dieser Arbeiten werden nur selten ausgeliehen. Unter den 88 Leihgebern aus 16 Ländern befinden sich bedeutende Institutionen wie die Albertina in Wien, das Ashmolean Museum der University of Oxford, die Gallerie degli Uffizi in Florenz, das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, das Grüne Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlungen …
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Abb. oben: Dario di Giovanni zugeschr., ehemals Meister des Paris-Urteils/der Helena-Geschichte, Jungfrau mit Einhorn (Portrait der Caterina Corner als Allegorie der Keuschheit), um 1467/68, Tempera und Pressbrokat auf Holz, 100 x 90 cm, Keresztény Múzeum / Christliches Museum, Esztergom, © Photo: Attila Mudrák.
