Das junge Ensemble in der jtw Spandau feiert am 18. September 2026 die Première des Stücks „Der Ausflug der toten Mädchen“ nach der Erzählung der Autorin Anna Seghers, in der Seghers beschreibt, wie ein politisches System sich in die Freundschaften einer Mädchenklasse eingräbt und sie auseinanderbringt. Dabei verknüpft das Ensemble das erdrückende Wirklichkeit zur Zeit der Weltkriege mit den Erfahrungswelten der jungen Spieler*innen von heute und spinnt die autobiografische Geschichte von Seghers fort, indem sie Seghers späteres oft widersprüchliches Handeln in der DDR mit aufgreifen.
Die Regisseurin Josephine Witt erkundet den Text, der vor 80 Jahren erstmals publiziert wurde, mit 15 Jugendlichen Spieler*innen zwischen 16 und 28 Jahren und bringt die existenziellen Abgründe unter Freundinnen in einer Zeit gesellschaftlichen Terrors auf die Bühne. Was bedeutet Verrat in Zeiten gezielter Vernichtung im persönlichen Kontakt?
In der drastischen Erzählung setzt sich Anna Seghers bereits 1944 im mexikanischen Exil dem Entsetzen aus, das das NS-System über die Mädchen gebracht hat – noch bevor dieses sein Ende fand. Ihre Kindheitsfreundinnen sind tot. Teils wurden sie …
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Abb. oben: jtw Spandau, Ausflug der toten Mädchen. Alexander Anufriev.
