post-title Jia | Lost Highway | taubert contemporary | 29.04.-17.06.2017

Jia | Lost Highway | taubert contemporary | 29.04.-17.06.2017

Jia | Lost Highway | taubert contemporary | 29.04.-17.06.2017

Jia | Lost Highway | taubert contemporary | 29.04.-17.06.2017

bis 17.06. | #1309ARTatBerlin | taubert contemporary zeigt ab dem 29. April 2017 die Ausstellung “Lost Highway” der Künstlerin Jia.

Zum Berlin Gallery Weekend zeigt taubert contemporary zwei Projekte der seit 2012 in Berlin lebenden Chinesischen Künstlerin Jia.

Sowohl bei den Fotos der Road Series als auch bei Orientation I: Bicycle Tracks nehmen wir den Blickwinkel der Künstlerin von fahrenden Fahrzeugen aus ein, unter Bedingungen, die die Technik daran scheitern lassen, diese Bewegungen aufzuzeichnen und die die Orte vor dem Wiedererkennen verschleiern. Jede einzelne Arbeit bezieht sich auf eine persönliche Geschichte der Künstlerin.

Road Series, 2009 begonnen und fortgeführt, basiert auf der Erkenntnis, dass in Peking – wo die Künstlerin aufgewachsen ist – ehemals traditionelle Wohnviertel zugunsten von Hochhaus-Apartmentblocks zerstört wurden. Lastenfahrräder wichen der plötzlichen Flut an Autos, was unweigerlich auch Veränderungen in den Einstellungen, Sehnsüchten und Persönlichkeiten zur Folge hatte. Selbst Freunde und Künstlerkollegen wurden von Konsumphantasie-Obsessionen beherrscht. Zwei Dinge stachen als die begehrtesten Objekte der Begierde hervor: 1. Autos und 2. „Der Westen“.

Die Fotos der Road Series sind in neun westlich orientierten Ländern aus fahrenden Autos heraus aufgenommen worden. Dabei wird die Windschutzscheibe zur Linse, durch die wir diese Gegenden, meist bei wolkigem und nebligem Wetter, sowie die perspektivischen Verzerrungen sehen, die den Stilmitteln der Traditionellen Chinesischen Landschaftsmalerei ähneln.

Wenn die Bilder jemals attraktiv erscheinen mögen, lohnt es sich anzumerken, dass keiner je auch nur annähernd ein Gespür dafür entwickeln wird, aus welchem Land sie stammen oder manchmal sogar, ob es Tag oder Nacht ist.

Orientation I: Bicycle Tracks rührt von einer Kindheitserinnerung aus einem Jahr her, in dem die Eltern der Künstlerin sie für längere Zeit mit einem Fernseher alleine ließen, während sie selbst Überstunden im Krankenhaus machten.

„Zu dieser Zeit“, erinnert sich die Künstlerin, „ besaß fast niemand in Peking ein Auto, so fuhren sogar Prominente mit dem Fahrrad. Als ich meinen Lieblings Fernseh-Moderator an einer Ecke mit seinem Fahrrad anhalten sah, fragte ich meine Mutter, warum er mich nicht erkannt hatte, warum er mich nicht einmal gegrüßt hatte.“

Diese Verschiebung von Subjekt und Objekt in Bild und Zeit ist auch in Bicycle Tracks präsent.

Mit dem Ziel, sich mit ihrer neuen Stadt Berlin vertraut zu machen, setzt sich die Künstlerin auf ihren täglichen Fahrradtouren kontinuierlich mit ihren Kindheitsträumen auseinander: den Fahrrädern, den breiten Boulevards, den Plattenbau-Wohnsiedlungen, mit dem „Zuckerbäckerstil“ des Sozialistischen Klassizismus.

Die Art der Ausführung verstärkt diese Verschiebung. Jia zeichnet ihr Vorwärtskommen mit Hilfe einer GPS Aufnahme-App auf, die jede Tageswegstrecke in einer anderen Farbe darstellt. Aber was die App wirklich aufzeichnet ist nicht die Route per se, sondern eine Assemblage von Punkten einer gemittelten Distanz zwischen drei GPS Satelliten-positionen. Diese ‚Fiktionalisierung’ des Diagramms wird verknüpft mit der Tatsache, dass die Künstlerin auf ihrem Fahrrad selbst zum Zeichenstift und daher blind für deren Gesamtform ist während sie sie kreiert.

So zeichnen Vorder- und Hinterräder eines Fahrrads verschiedene Wege auf, messbar mit einer mathematischen Formel. Daher würde die App, wann immer die Künstlerin eine individuelle Route per Hand zeichnet, sofort eine andere zeichnen.

JIA, geboren 1979 in Beijing, China. Sie lebt und arbeitet in Berlin, Deutschland.

Ausstellungsdaten: Samstag, 29. April – Samstag, 17. Juni 2017

Zu taubert contemporary

 

Bildunterschrift: Jia. The Road Series (No. 265), 2009

Ausstellungen Berliner Galerien: Jia – taubert contemporary | ART at Berlin 

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