post-title Sislej Xhafa | shadow of curls | BLAIN|SOUTHERN | 11.11.-23.12.2017

Sislej Xhafa | shadow of curls | BLAIN|SOUTHERN | 11.11.-23.12.2017

Sislej Xhafa | shadow of curls | BLAIN|SOUTHERN | 11.11.-23.12.2017

Sislej Xhafa | shadow of curls | BLAIN|SOUTHERN | 11.11.-23.12.2017

bis 23.12. | #1831ARTatBerlin | BLAIN|SOUTHERN zeigt ab 11. November 2017 die Ausstellung „shadow of curls“ des Künstlers Sislej Xhafa.

Blain|Southern präsentiert shadow of curls, Sislej Xhafas erste Ausstellung in Berlin.

Im Mittelpunkt von Xhafas künstlerischem Schaffen steht die Identitätspolitik rund um den rechtlichen Status seines Heimatlandes Kosovo. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit allgemeineren Konzepten von Macht, Politik, Immigration sowie sozialer und wirtschaftlicher Mobilität. Mit vielen dieser Themen setzt er sich im Pavillon der Republik Kosovo, auf der diesjährigen 57. Biennale in Venedig, auseinander.

In shadow of curls arbeitet Xhafa mit unterschiedlichen Materialien, die mit den verschiedenen Formen der Migration assoziiert werden, sowie mit einer Reihe von Alltagsobjekten, die rückangeeignet, verändert oder nutzlos gemacht werden. In seiner konzeptuell angelegten Arbeit stützt er sich mit ironischer, humorvoller und subversiver Wirkung auf die Geschichte des Readymades.

Auf den ersten Blick wirkt ein links neben dem Eingang stehender Olivenbaum völlig fehl am Platz. Ein an dem Baumstamm herunterhängendes kleines Schild mit der Aufschrift „dont touch me“ spielt einerseits auf Eigentum und Privatsphäre an, gleichzeitig aber auch auf die Geschichte des Olivenbaums als Friedenssymbol oder den Baum als Zeugen der Geschichte.

In einer Ecke des Raums steht eine große karierte Plastiktasche – ein Alltagsgegenstand, der schon fast zum Symbol für Flucht und Migration geworden ist. Aus der Tasche lugt ein Kristallleuchter hervor, der die Hoffnung auf ein neues Leben andeuten, vielleicht aber auch auf ein Gefühl des Erstickens anspielen soll.

Mit kleinem Abstand zur Wand hängen große, vollkommen weiß gemalte Leinwände, die jeweils teilweise mit durchsichtigem Polyäthylen bedeckt sind. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man Stacheldraht an der Wand, eine bedrohliche Sperre zu einem anderen Raum, der von den makellosen Gemälden größtenteils verdeckt wird. Für Xhafa maskiert die saubere, perfekte Fläche eine dunklere, bittere Realität.

Als Gegensatz hängt an der gegenüberliegenden Wand ein ganz in Schwarz gehaltenes Gemälde. Die matte Fläche wird nur von dem kaum zu sehenden, schräg in schwarzem Lack aufgetragenen Schriftzug „Chicago“ unterbrochen. Diese fast unlesbare Anspielung ist ein Beispiel für die in Xhafas Arbeiten so häufig zu sehende visuelle Poesie. Unter Vermeidung einer direkten Metapher verweist das Werk auf die vielschichtigen Definitionen von Gewalt.

Xhafas Readymades sind einfache Haushaltsgegenstände – ein Gartenschlauch, ein Kühlschrank, Mülltüten, eine Matratze und ein Sonnenschirm; seine Verwendung von Beton weckt Assoziationen von Eigenheimbau, Dauerhaftigkeit und Zugehörigkeit, paradoxerweise aber gleichzeitig auch von Gefangensein und knallharter Ökonomie.

shadow of curls schafft einen Raum, in dem vertraute Objekte in bedeutungsschwere, mehrdeutige Kunstwerke verwandelt werden, die das Publikum dazu einladen, sich in Gesprächen über bestimmte Momente der Geschichte oder des Zeitgeschehen sowie über allgemeine Fragen zur menschlichen Freiheit auseinanderzusetzen.

lost and found, das Werk, mit dem der Künstler den Pavillon der Republik Kosovo auf der Venedig Biennale bespielt, ist dort bis zum 26. November 2017 zu sehen.

Über den Künstler:

Sislej Xhafa (geb. 1970 in Peja, Kosovo) ist bekannt für Arbeiten, die als „Aktionen“ oder konzeptuelle Strategien bezeichnet werden könnten, mit denen der Künstler kulturelle Stereotype, Vorurteile und institutionelle Strukturen in Frage stellt. Mit seiner Erforschung der Funktionsweisen unserer gegenwärtigen Gesellschaft setzt er sich mit den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Realitäten auseinander, um schließlich das Konsumdenken und dessen Antriebsmechanismen anzuprangern.
1997, bevor Albanien offiziell mit einem Pavillon auf der Venedig Biennale vertreten war, präsentierte Sislej sich als „Untergrund Pavillon“, indem er im Trikot der albanischen Fußballnationalmannschaft einen Fußball dribbelnd und eine kleine albanische Flagge schwingend durch die Gartenanlagen lief, wobei die Aufnahme der Übertragung eines italienisch-albanischen Fußballspiels zu hören war. Ein Kunstkritiker beschrieb die Aktion folgendermaßen: „Es ist eine Politik des Störens, die die Machtverhältnisse aus dem Gleichgewicht bringt, die festlegen, was sichtbar ist und was nicht, welche Redeformen als Diskurs aufgefasst und welche als bloßes Geräusch abgetan werden, wer als sprechendes Subjekt gilt und zu wem lediglich gesprochen wird.“ 2005 vertrat er Albanien offiziell im Albanischen Pavillon auf der Biennale in Venedig.

Letzte Einzelausstellungen (Auswahl): Infermeria, ZAC (Zona Arti Contemporanee), Zisa, Palermo, IT (2017); Fireworks in My Closet, Galleria Continua, San Gimignano, IT (2016); BENVENUTO! SISLEJ XHAFA, MAXXI Museum, Rom, IT (2016); asymmetric desir, Blain|Southern London, UK (2013); Unpoetic Bride, Galleria Continua, Le Moulin, FR (2012); Still Untitled, MADRE Museum of Contemporary Art Donna Regina, Neapel, IT (2011).

Letzte Gruppenausstellungen (Auswahl): From Me to Us: The City without Borders, Palazzo Quirinale, Rom, IT (2017), Ludwig Múzeum, Budapest, HU (2016); Par tibi, Roma, nihil, Nomas Foundation, Rom, IT (2016); Creating Common Good, Kunst Haus Wien, Wien, AT (2015); LA SOTTILE LINEA DEL TEMPO, Fondazione Museo Miniscalchi-Erizzo, Verona, IT (2015); Borderline: Collection Exhibition II, 21st Century Museum of Contemporary Art Kanzawa, Kanazawa, JP (2013); Vice Versa, Italienischer Pavillon auf der 55. Biennale von Venedig, kuratiert von Bartolomeo Pietromarchi, IT (2013); Sconfinamenti, kuratiert von Achille Bonito Oliva, Rocca Albornoz, Spoleto Festival dei Due Mondi, Spoleto, IT (2013); Tell Me Whom You Haunt: Marcel Duchamp and the Contemporary Readymade, Blain|Southern, London, UK (2013); The World Belongs to You, François Pinault Foundation, Palazzo Grassi, IT (2011).

Vernissage: Freitag, 10. November, 18–21 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 11. November — Samstag, 23. Dezember 2017

Künstlergespräch: Samstag, 11. November, 16 Uhr, Straightforward is Nothing, Sislej Xhafa im Gespräch mit dem Kunstkritiker und Autor Daniel Schreiber

Zu Blain|Southern

 

Bildunterschrift: shouting in the wind, 2017, Courtesy der Künstler und Blain|Southern

Ausstellung Sislej Xhafa – shadow of curls – Blain Southern | Contemporary Art – Kunst in Berlin – ART at Berlin

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