bis 08.11. | #5181ARTatBerlin | Galerie Creative Game zeigt ab Samstag, 24. Oktober 2026 (Vernissage: 23.10.) eine Einzelausstellung der Künstlerin Senta Minzlaff.
Senta Minzlaffarts Kunst entstand im wilden Berlin der 1960er Jahre und verschwand nach ihrem Tod aus der Öffentlichkeit. Nun wird ihr Werk wiederentdeckt: ein außergewöhnlicher Fund aus ihrem Nachlass.
Dass Senta Minzlaff heute neu entdeckt werden kann, verdankt sie einem außergewöhnlichen Fund. Der Berliner Kunstsammler Dr. Wolfgang Etterich stieß bei einem Nachlassverwerter zufällig auf einen wesentlichen Teil ihres Werks.
Senta Minzlaff, Katzengott, courtesy of Galerie Creative Game
Aus einem beinahe verlorenen Konvolut trat ein geschlossenes, überraschend gegenwärtiges Oeuvre hervor. Diese Wiederentdeckung ist mehr als die Geschichte eines glücklichen Zufalls.
Sie macht sichtbar, wie leicht das Werk von Künstlerinnen aus Sammlungen, Archiven und dem öffentlichen Gedächtnis verschwinden kann – selbst wenn sie zu Lebzeiten ausstellten, in Künstlerinnenverbänden aktiv waren und eine unverwechselbare künstlerische Sprache entwickelten.
Senta Minzlaff, Betrachtende, courtesy of Galerie Creative Game
Welche Künstlerinnen fehlen bis heute in unserem Bild der Moderne? Wiederentdeckung wird zur kunsthistorischen Verantwortung: Werke aufspüren, sichern, erforschen und zeigen – und Künstlerinnen wie Senta Minzlaff ihren Platz in der Kunstgeschichte zurückgeben.
Die Farbenlust, der expressive Duktus und die Themen der Künstlerin Senta Minzlaff (1909-1999) stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung. Ihr expressionistischer Malstil machen Senta Minzlaff zu einer Leitfigur der 1960er Jahre in Berlin.
Minzlaffs Bilder sprengen die Grenze zwischen beobachteter Wirklichkeit und entfesselter Fantasie. Leuchtende Komplementärfarben, expressive Figuren, Tiere, Gärten, Reisebilder und traumartige Wesen verdichten sich zu einer Bildwelt von großer sinnlicher Präsenz.
Seit den frühen 1960er Jahren entwickelte sie eine freie, vom Gegenstand gelöste Farbigkeit, die Tendenzen des späteren Neoexpressionismus und der Neuen Wilden vorwegnimmt.
Senta Minzlaff, Moulin Rouge, courtesy of Galerie Creative Game
Minzlaff war von 1965 bis zu ihrem Tod Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen und später auch in der GEDOK Berlin. Sie beteiligte sich über Jahrzehnte an Ausstellungen; 1966 zeigte das Kunstkabinett am Berliner Schillertheater eine Einzelausstellung mit 87 Arbeiten. 1992 war sie in der Jubiläumsausstellung „Profession ohne Tradition. 125 Jahre Verein der Berliner Künstlerinnen“ im Martin-Gropius-Bau vertreten. Und dennoch geriet ihr Werk nach ihrem Tod weitgehend aus dem Blick.
Vernissage: Freitag, 23. Oktober 2026, ab 19 Uhr
Öffnungszeiten: Samstag, 24. Oktober 2026 bis Sonntag, 08. November 2026 (Montags geschlossen)
Finissage: Freitag, 06. November 2026, ab 19 Uhr (Live Music mit Myles Kooper)
Bildunterschrift Titelbild: Senta Minzlaff, Stuhl. Ausschnitt aus Gartenlokal, courtesy of Galerie Creative Game
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