post-title Shilpa Gupta, Renata Lucas, Haegue Yang | Gruppenausstellung | neugerriemschneider (Linienstrasse) | 02.05.–15.08.2026

Shilpa Gupta, Renata Lucas, Haegue Yang | Gruppenausstellung | neugerriemschneider (Linienstrasse) | 02.05.–15.08.2026

Shilpa Gupta, Renata Lucas, Haegue Yang | Gruppenausstellung | neugerriemschneider (Linienstrasse) | 02.05.–15.08.2026

Shilpa Gupta, Renata Lucas, Haegue Yang | Gruppenausstellung | neugerriemschneider (Linienstrasse) | 02.05.–15.08.2026

bis 15.08. | #5029ARTatBerlin | neugerriemschneider (Linienstrasse) zeigt ab 2. Mai 2026 die Ausstellung der Künstler*innen Shilpa Gupta, Senata Lucas, Haegue Yang.

Wahrnehmungsräume – geschnitten, gespalten, geschichtet – sind Merkmale der Arbeiten von Shilpa Gupta, Renata Lucas und Haegue Yang, die gängige Realitätsnarrative anhand historischer, politischer und subjektiver Präzedenzfälle dekonstruieren. Indem sie Geometrie unterwandern, das Alltägliche fragmentieren und Klang durch Form lenken, regen die drei Künstlerinnen zu neuen Seh- und Bewegungsweisen an, die den Betrachter in Zeit und Raum verankern. Gemeinsam gestalten sie eindringliche Begegnungen, die die Welt in neuem Licht erscheinen lassen.

In ihrer interdisziplinären Praxis erforscht Shilpa Gupta Machtstrukturen, soziale Schichtung und gemeinsame Geschichte und untersucht, wie diese Kräfte Nationen, Kulturen, Identitäten und das Verständnis von Selbstbestimmung prägen. Mit „100 Handgezeichnete Karten von Deutschland“ (2007–2025) präsentiert die Künstlerin die ungefähre Umrisslinie Deutschlands, gezeichnet aus der Erinnerung von 100 Einwohnern. Die erinnerten Konturen, gesammelt in einem Skizzenbuch, liegen einem oszillierenden Tischventilator gegenüber. Dessen gebundene Seiten wehen im Wind und blättern zufällig um – eine Geste, die die Willkür von Grenzen und deren Einfluss auf das kollektive Bewusstsein einer Bevölkerung verdeutlicht. In ihrem Werk „Ohne Titel“ (2012) zeigt die Künstlerin ein fragmentiertes Messer, das entlang einer Kurve zerteilt und wieder zusammengesetzt wird – eine Darstellung der Sinnlosigkeit von Unterdrückung. Die 21 Gläser ihres Werkes „Ohne Titel“ (2024) – von denen das oberste abgeschnitten ist – sind so gestapelt, dass sie ihrer Körpergröße entsprechen. Durch die ineinander verschachtelten Elemente wird das Werk zu einer Reflexion über Zerbrechlichkeit und Prekarität, über Präsenz und Leere sowie über Stabilität und Verletzlichkeit.

Renata Lucas’ Werk zeugt vom Einfluss der gebauten Umwelt auf Gesellschaften und Individuen, den die Künstlerin durch subtile Eingriffe in den architektonischen Raum offenbart. Ihre Arbeit „evasive topography“ (2026) baut auf ihrer Installation „fontes e sequestros“ (Brunnen und Abgeschiedenheiten) auf, die während ihrer Ausstellung 2015 im Innenhof der Galerie neugerriemschneider zu sehen war. Für dieses Projekt verwendete Lucas Fragmente dreier historischer Brunnen aus Berlin und ordnete sie zu einem Komplex überlappender Segmente an. Die durch dieses neue Komposit entstandenen Verbindungen fanden ein metaphorisches Echo im Inneren der Galerie, wo drei im Boden eingelassene Abflüsse die materielle Geschichte des Ortes freilegten. Die Arbeit „in perceptual territorys – cut, split, layered“ übersetzt diese Anordnung in ein skulpturales Objekt, das die ursprünglichen ortsspezifischen Bezüge der Abflüsse neu interpretiert. Der segmentierte Kreis taucht in Lucas’ Quadroquadro (Círculo) (2024) wieder auf, dessen Rahmen rätselhaft versetzt ist und mit der ihn umschließenden Form korrespondiert. Lucas’ Bicho-faca (2026) ist eine respektvolle Anspielung auf Lygia Clarks Bicho-Arbeiten aus den 1960er-Jahren, die den Betrachter zum Falten und Umordnen einladen. Lucas greift diesen Ansatz auf und verwandelt Clarks Aluminiumfragmente in Edelstahlmesser, die an ihren Klingen miteinander verbunden und gelenkig verbunden sind. So entsteht ein Spiel mit Aufteilung und Transposition, das in einen Dialog mit Guptas segmentiertem Messer tritt.

Haegue Yang verfolgt eine künstlerische Praxis, die die Gegenwart durch die Linse multisensorischer Geschichte betrachtet und sich in Collagen, Skulpturen und Installationen manifestiert. Ihre Werke, die Objekte des Alltags bis hin zu rituellen Gegenständen verwenden, rufen einen Dialog zwischen dem Verborgenen und dem Sichtbaren, dem Geheimnisvollen und dem Formbaren hervor. Die ausgestellten Arbeiten aus Yangs Serie „Sonic Half Moons“ (2014 – laufend) bestehen aus schwebenden Kugeln, deren Oberflächen mit Messing und vernickelten Glocken beschichtet sind, die in kaskadenartigen Säulen von ihrem Umfang herabhängen. Sie nehmen figürliche, spirituelle Präsenzen an und konfrontieren den Betrachter sowohl physisch als auch, wenn sie gedreht werden, akustisch, da ihre an Ketten befestigten Glocken in Anklängen an schamanische Praktiken erklingen.

Die Arbeiten von Shilpa Gupta (geb. 1976, lebt und arbeitet in Mumbai), Renata Lucas (geb. 1971, lebt und arbeitet in São Paulo) und Haegue Yang (geb. 1971, lebt und arbeitet in Berlin und Seoul) wurden in Einzelausstellungen auf internationalen Biennalen, in Museen und Institutionen gezeigt und erscheinen 2026 in Einzelpräsentationen im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart in Berlin (Gupta), im Dortmunder Kunstverein in Dortmund (Lucas) und im MOCA Grand Avenue in Los Angeles und im Dia Beacon in Beacon, New York (Yang).

Vernissage: Samstag, 2. Mai 2026, 18:00–21:00 Uhr

Ausstellungsdaten : Samstag, 2. Mai bis Samstag, 15. August 2026

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Bildunterschrift Titel: Shilpa Gupta, Untitled, 2012, wood, metal, 23.3 x 33 x 3 cm. © Shilpa Gupta. Courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin. Photo: Jens Ziehe, Berlin

Ausstellung Shilpa Gupta, Senata Lucas, Haegue Yang – Galerie neugerriemschneider | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

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