post-title Noa Eshkol | neugerriemschneider | 05.03.- 02.04.2016

Noa Eshkol | neugerriemschneider | 05.03.- 02.04.2016

Noa Eshkol | neugerriemschneider | 05.03.- 02.04.2016

Noa Eshkol | neugerriemschneider | 05.03.- 02.04.2016

bis 02.04. | #0420ARTatBerlin | Die Galerie neugerriemschneider zeigt ab dem 05. März 2016 die Ausstellung „squares, sunsets in jerusalem and palette of colors“ der Künstlerin Noa Eshkol.

Wir freuen uns, Sie auf die zweite Einzelausstellung von Noa Eshkol (1924-2007) in der Galerie aufmerksam zu machen, in der wir vom 05. März bis zum 02. April eine Auswahl von Wandteppichen zeigen, die zwischen 1973 und 1990 entstanden und in unseren Räumen nun erstmals zu sehen sind.
Nachdem sich Eshkols erste Ausstellung in der Galerie vorwiegend den gegenständlichen Werken der Künstlerin widmete, liegt der Fokus nun auf ihren formal-abstrakten Entwürfen. So bestimmen Arbeiten wie Squares (1980er Jahre), Palette of colors und Bars (beide 1990er Jahre) neben ihrer ebenso intensiven wie komplexen Farbigkeit eine klar entworfene Geometrie. Selbst figurativ anmutende Werke wie Sunset in Jerusalem (1976) repräsentieren organisch-bewegliche Natur stets innerhalb einer formalen Ordnung.

Noa Eshkol wurde 1924 geboren und wuchs in einem Kibbuz in Palästina auf. 1954 gründete sie die Noa Eshkol Chamber Dance Group, die neben der tänzerischen Praxis durch das disziplinierte Zusammenleben der Gruppe in Eshkols Wohnhaus in Holon, Israel geprägt war. Neben den täglichen Übungseinheiten führten die Tänzerinnen und Tänzer einen streng ritualisierten Alltag und verbrachten zum Teil Jahrzehnte in dieser von Eshkol geleiteten Lebens- und Studiengemeinschaft. Als im Zuge des Jom-Kippur-Kriegs 1973 einer ihrer wichtigsten Tänzer zum Militär einberufen wurde, setzte Noa Eshkol die Arbeit an den Tanzkompositionen aus und begann, Wandteppiche aus Stoffresten anzufertigen. Für ihre ersten textilen Werke trennte sie eigene Kleidungsstücke auf und kombinierte die Stoffe mit Armeedecken und Zieltüchern des Militärs. In der Folge erhielten die Künstlerin sowie ihre Tänzerinnen und Tänzer Stoffreste aus Kibbuzen und Bekleidungsfabriken, aus denen mit Stecknadeln zusammengehaltene Textilassemblagen entstanden, die daraufhin in der Gruppe von Hand genäht wurden. Die gefundenen Stoffreste durften nach der Maxime Eshkols nicht zugeschnitten werden, um ihren readymadehaften Charakter bewahren zu können. Bis zu Eshkols Tod im Jahr 2007 ist auf diese Weise ein weitreichendes bildnerisches Werk entstanden, das die Künstlerin neben umfangreichen Schriften, Tanznotationen und Zeichnungen in
ihrem Haus hinterließ.

Auch wenn Noa Eshkol selbst keinen direkten Zusammenhang zwischen den Wall Carpets und ihrer tänzerischen Arbeit herstellte, lassen sich die serielle Reihung und Symmetrie ihrer bildnerischen Kompositionen mit dem Formalismus und den strikten Richtlinien des eshkolschen Notationssystems vergleichen. Auch ihr Interesse an den Gesetzmäßigkeiten der Kinetik scheint sich in den grafischen Ornamenten der Wandteppiche abzuzeichnen, die in ihrer Dynamik oftmals wie Momentaufnahmen eines Bewegungsablaufs wirken. Im Hebräischen besitzt das Wort תקרה neben „Teppich“ eine weitere Bedeutung: „Erzählung“. So bergen und vereinen Noa Eshkols Wandteppiche von autobiografischen Referenzen über die Herkunft der verarbeiteten Textilien bis hin zur Geschichte Israels vielfältige narrative Bezüge.

Noa Eshkol unterrichtete an der University of Illinois in Springfield (1968/69) sowie an der Fakultät für Bildende und Darstellende Kunst an der Tel Aviv University (1972), wo sie die Arbeit ihrer 1968 gegründeten Movement Notation Society fortführte. Ihr Werk war in den letzten Jahren Bestandteil bedeutender internationaler Museumspräsentationen, under anderem im Israel Museum, Jerusalem (2011); LACMA, Los Angeles; Jewish Museum, New York; TBA21, Wien (alle 2012); Musée d’Art Moderne, Paris; Opelvillen, Rüsselsheim (beide 2013) sowie im Museum of Contemporary Art, Tokyo (2014). Auf der diesjährigen Sydney Biennale wird mit Wandteppichen von den 1970er bis zu den frühen 2000er Jahren eine Werkauswahl gezeigt, die in dieser Konstellation erstmalig zu sehen ist.

Vernissage: Freitag, 04. März, 18:00 – 21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 05. März bis Samstag, 02. April 2016

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Bildunterschrift & Video: via neugerriemschneider

Ausstellung Noa Eshkol – neugerriemschneider – Kunst in Berlin ART at Berlin

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