post-title Natascha Ungeheuer | Gemälde und Aquarelle aus 50 Jahren | Galerie Brockstedt | 24.09.-10.11.2020

Natascha Ungeheuer | Gemälde und Aquarelle aus 50 Jahren | Galerie Brockstedt | 24.09.-10.11.2020

Natascha Ungeheuer | Gemälde und Aquarelle aus 50 Jahren | Galerie Brockstedt | 24.09.-10.11.2020

Natascha Ungeheuer | Gemälde und Aquarelle aus 50 Jahren | Galerie Brockstedt | 24.09.-10.11.2020

bis 10.11. | #2871ARTatBerlin | Galerie Brockstedt zeigt ab 24. September 2020 eine Ausstellung mit Gemälden und Aquarellen aus 50 Jahren der Künstlerin Natascha Ungeheuer. Seit Anfang September 2020 gibt es in der Akademie der Künste das Natascha-Ungeheuer-Archiv.

„Natascha Ungeheuer ist ein malender Utopist deutscher Sprache.“

Johannes Schenk

„Natascha Ungeheuer ist als Ursula Rosa Ungeheuer in Blumenfeld geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Biederbach (Schwarzwald). Zur Schule ging sie in Freiburg (Breisgau). Abitur in Stuttgart. Lehrerexamen an der Pädagogischen Hochschule Lüneburg 1959. Im Anschluß daran Tanzakademie Harald Kreuzberg in Bern. Ab 1961 reiste sie alleine durch England, Irland, Finnland, Frankreich und Italien.

1962 kam sie nach Berlin. Sie zeichnete immer häufiger. Bald folgte die Ölmalerei. Sie nahm keinen Kunstunterricht und war bewusst Autodidaktin. Sie suchte keine Vorbilder in der Kunst und gab ihrem Malstil keinen Namen. Ihre altmeisterliche Malweise mit feinsten Pinseln schildert Menschen. ‚Phantasmagorischer Realismus‘ wäre ein naheliegender Begriff, der am ehesten ihre Malerei umschreibt. Ab 1966 (Kunsthalle Netzel in Worpswede) hatte sie Ausstellungen im In- und Ausland. Von 1964 bis 2006 lebte sie mit ihrem Lebensgefährten Johannes Schenk, der am 4. Dezember 2006 plötzlich starb, in Berlin und Worpswede. Von 1969-1975 spielte sie im Kreuzberger Straßentheater, malte Bühnenbilder und verfertigte Masken. Sie illustrierte auch Bücher und ihre Bilder landeten öfter auf Buchumschlägen. Jetzt lebt sie in Berlin.“

ART at Berlin - Courtesy Galerie Brockstedt - Natascha Ungeheuer - 1985
Natascha Ungeheuer, Die Malerin und der Fisch, 1985,
130 x 100 cm, Öl auf Leinwand

„Es ist sehr gut denkbar, daß die Herrlichkeit des Lebens um jeden und immer in ihrer ganzen Fülle bereit liegt, aber verhängt, in der Tiefe, unsichtbar, sehr weit. Aber sie liegt dort, nicht feindselig, nicht widerwillig, nicht taub. Ruft man sie beim richtigen Wort, beim richtigen Namen, dann kommt sie. Das ist das Wesen der Zauberei, die nicht schafft, sondern ruft.“ (Franz Kafka, Tagebücher 1921)

Es ist, als hätte Franz Kafka ihr diese Worte auf den Leib geschrieben: Der Bild-Poetin Natascha Ungeheuer, deren humorig zwinkernde dunkle Augen bis zum heutigen Tag vor unbezähmbarer Neugier und Lust auf das Leben blitzen.

ART at Berlin - Courtesy Galerie Brockstedt - Natascha Ungeheuer - 1981
Natascha Ungeheuer, Einstein trinkt Kaffee bei Oma Flügger,
1981, 150 x 110 cm, Öl auf Leinwand

Von Anfang an hatte sie eine unverwechselbare Bildsprache, die immer wieder den Menschen umkreist, mit allem – Gutem wie Bösem – was er mit sich herumträgt. Mit ihrer überbordenden Erzählfreude bannt sie im wahrsten Sinne dicht geballtes Leben auf ihre Bilder, läßt sich in ausgedehnter meisterhafter Feinarbeit liebevoll auf jedes auch noch so kleine Detail ein, das mitunter zur Entschlüsselung ihrer Botschaft beizutragen vermag.

ART at Berlin - Courtesy Galerie Brockstedt - Natascha Ungeheuer - 1984
Natascha Ungeheuer, Allein, 1984, 130 x 100 cm, Öl auf Leinwand

Mit scharfen analytischen Blicken stellt sie die menschliche Psyche in all ihren Erscheinungsformen ins Rampenlicht und erklärt die erzählten Zusammenhänge bis ins Kleinste. Was dem Betrachter zunächst durch ihre sprudelnde Phantasie als Traum erscheint, schildert sie als ungeschönte Wahrheit. Und als wollte sie dies unterstreichen, entdeckt man nicht selten wiedererkennbare Gestalten ihrer eigenen Lebenswirklichkeit – oft sie selbst und Johannes Schenk.

ART at Berlin - Courtesy Galerie Brockstedt - Natascha Ungeheuer - 1977
Natascha Ungeheuer, Aufgeklappter Bürokrat, 1977, 50 x 60 cm, Öl auf Leinwand

Freigiebig lädt die Malerin uns ein, in ihren ganz persönlichen Geschichten zu verweilen, uns zu vertiefen. Erst beim genauen Hinsehen erschließen sich ihre Bildrätsel und sie entstehen aus einer Vielfalt von vertrauten Symbolen und Allegorien in unserer eigenen Phantasie neu, berühren sie doch die eigenen Bilder in unserer Seele und regen uns zu Assoziationen an.

ART at Berlin - Courtesy Galerie Brockstedt - Natascha Ungeheuer - 2001
Natascha Ungeheuer, Die neue U-Bahnstation, 2001, 125 x 90 cm, Öl Öl auf Leinwand

Sind es nicht gerade unsere ganz persönlichen Geschichten, diese unverwechselbare Spur von uns selbst, die uns gegenseitig inmitten der modernen Welt zunehmender ökonomischer, digitaler und wissenschaftlicher Objektivierung und nicht zuletzt auch moralischer Absurdität den notwendigen emotionalen Halt geben? Im Teilen dieser Geschichten ermutigen wir einander.

ART at Berlin - Courtesy Galerie Brockstedt - Natascha Ungeheuer - 1970
Natascha Ungeheuer, Freispiel bei 687 points, 1970, 60 x 70, Öl auf Leinwand

Wir dürfen hier einer feurigen Geschichtenerzählerin lauschen, die mit Humor und Augenzwinkern nichts verschweigt und doch das magische Zauberwort für die ‚Herrlichkeit des Lebens‘ kennt: Seine Fülle in all ihren Facetten, deren Formen und Farben sie mit sicherem Pinselstrich festhält. Diese Bilder tun unser Seele gut. Lassen wir uns auf ihre geheimnisvolle Zauberkraft ein, schenken sie uns eine leise Hoffnung.

Barbara Brockstedt M.A.

Vernissage: Donnerstag, 24. September 2020, 16 – 21 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 24. September bis Dienstag, 10. November 2020 

Zur Galerie

 

 

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Kommentare (3)

  1. Ich habe in Berlin noch ein Plakat von der Galerie Brockstedt von A. Paul Weber.
    Damals war die Galerie Brockstedt in Hamburg und das war in den 70 – ern. Ist das dieselbe Galerie?

  2. Hallo, wir werden morgen 1 tag in Berlin und würden gern die Werke von Natascha Ungeheuer sehen
    Ist die Galerie für Besucher geöffnet?
    Sollte man sich vorher anmelden?
    Vielen Dank

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