bis 14.11. | #5166ARTatBerlin | Taubert Contemporary zeigt ab Donnerstag, 10. September 2026 die Ausstellung „DIFFERENTLEVELSOFBEING“ des Künstlers Markus Linnenbrink.
Diese „Photo Drips“ basieren auf Fotografien, die Linnenbrink im Jahr 2023 im Museum für Naturkunde in Berlin aufgenommen hat. Sie zeigen ausgestopfte Tiere und Museumsausstellungsstücke, deren stille Präsenz zwischen wissenschaftlicher Dokumentation und ästhetischer Präsentation oszilliert. Darunter befinden sich eine Großkatze, ein Zebra, ein Vogel und Regale voller Reagenzgläser – Motive, die die Vielfalt naturhistorischer Sammlungen veranschaulichen und zugleich verschiedene Formen der Konservierung, Organisation und Klassifizierung offenbaren. Die Fotografien werden auf die Trägerflächen aufgezogen und anschließend mit einer transparenten Schicht aus Epoxidharz überzogen; danach trägt Linnenbrink seine charakteristischen Epoxidstreifen auf. In diesem Prozess verschmelzen Malerei und Fotografie zu einer Bildfläche, in der Dokumentation, Materialität und Farbe ineinanderfließen.
Die fließenden Farbschichten verdecken das Motiv nicht, sondern verändern vielmehr dessen Wahrnehmung. Sie erzeugen eine Spannung zwischen Sichtbarkeit und Verhüllung, zwischen Stille und Bewegung. Das fotografische Bild bleibt präsent, wird jedoch durch die Farbe in einen neuen räumlichen und zeitlichen Kontext versetzt. Die Tiere erscheinen nicht mehr ausschließlich als naturkundliche Exponate, sondern als Bildträger, deren Bedeutung sich durch den Prozess der malerischen Überlagerung ständig wandelt.
Markus Linnenbrink, DIFFERENTLEVELSOFBEING, installation view: Martin Müller, Berlin. Courtesy of the Gallery.
Das Werk „Photo Drip STEPLIGHTLYTHROUGHDREAMSUNTITLED“ (2026) nimmt einen besonderen Platz ein, da es auf einem Bild aus dem persönlichen Archiv des Künstlers basiert: Das stark vergrößerte fotografische Motiv stammt von einem alten Dia aus den 1970er Jahren, das aus dem Nachlass von Linnenbrinks Vater stammt. Vergangenheit und Gegenwart, persönliche Erinnerung und historischer Wandel überschneiden sich. Durch die Kombination des ursprünglichen fotografischen Materials mit Linnenbrinks malerischer Bearbeitung wird die Zeit selbst zu einer sichtbaren Ebene des Bildes. Fotografie und Malerei verflechten sich auf direkte Weise; zwischen gegenständlicher Lesbarkeit und Abstraktion entsteht ein Bildraum, in dem Erinnerung nicht bewahrt, sondern kontinuierlich neu interpretiert wird.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Fragen der Wahrnehmung, der Erinnerung und der Transformation. Welche Realität offenbart ein Foto? Wie verändert Farbe unsere Sicht auf ein Bild? Und welche Rolle spielt das Museum als Ort, an dem Natur bewahrt, klassifiziert und gleichzeitig in kulturelle Erzählungen umgewandelt wird? Linnenbrink entwickelt dies nicht zu einer dokumentarischen Auseinandersetzung, sondern eröffnet vielmehr einen poetischen visuellen Raum, in dem Material, Farbe und Motiv gleichberechtigt miteinander interagieren.
Mit „DIFFERENTLEVELSOFBEING“ präsentiert Markus Linnenbrink ein Werk, das konsequent an seine bisherige künstlerische Praxis anknüpft. An der Schnittstelle zwischen Malerei, Fotografie und Objektkunst angesiedelt, sind diese Arbeiten weniger Darstellungen der Realität als vielmehr Räume für das Seherlebnis.
Vernissage: Donnerstag, 10. September 2026, 18:00–21:00 Uhr
Ausstellungsdaten: Donnerstag, 10. September 2026 – Montag, 14. September 2026
Sonderöffnungszeiten zur Berlin Art Week:
Donnerstag, 10. September, 12 – 21 Uhr
Freitag, 11. September, 12 – 18 Uhr
Samstag, 12. September, 11 – 19 Uhr
Sontag, 13. September, 12 – 18 Uhr
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Bildunterschrift Titel: Markus Linnenbrink, DIFFERENTLEVELSOFBEING, installation view: Martin Müller, Berlin. Courtesy of the Gallery.
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