post-title Margarete Adler | 104,5° | AOA;87 contemporary | 26.06.–06.08.2026

Margarete Adler | 104,5° | AOA;87 contemporary | 26.06.–06.08.2026

Margarete Adler | 104,5° | AOA;87 contemporary | 26.06.–06.08.2026

Margarete Adler | 104,5° | AOA;87 contemporary | 26.06.–06.08.2026

bis 06.08. | #5085ARTatBerlin | AOA;87 contemporary präsentiert ab Freitag, 26. Juni 2026 (Vernissage: 25.06.) die Ausstellung 104,5° der Künstlerin Margarete Adler.

Mit „104,5°“ präsentiert AOA;87 eine Soloausstellung der Berliner Bildhauerin Margarete Adler – fünf lebensgroße Tonfiguren, die den Raum in eine begehbare molekulare Konstellation verwandeln.

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Margarete Adler, Mann mit Ei, 2026 (work in progress), Terrakotta, bemalt mit Öl, 73 x 57 x 34 cm | Foto: Studio Margarete Adler

Der Winkel ist kein Zufall: Das Wassermolekül H₂O ist in einem Bindungswinkel von genau 104,5° gebaut. Wäre er gerade, gäbe es keine Polarität, keine Oberflächenspannung, keine Tränen, kein Blut, kein Fruchtwasser. Dieser präzise Winkel ist die Voraussetzung allen Lebens – und er gibt Adlers Ausstellung ihren Titel und ihre räumliche Logik.

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Margarete Adler, Mann mit Hahn, 2026, Terrakotta, bemalt mit Öl, 77 x 52 x 40 cm | Foto: Studio Margarete Adler

Im Zentrum stehen drei Figuren desselben Mannes – „Mann mit Huhn“, „Mann mit Ei“, „Mann mit Hahn“ – angeordnet im exakten Bindungswinkel des Moleküls, mit „Mann mit Huhn“ als Scheitelpunkt: Möglichkeitsraum und Vollendung, Werden und Geworden-Sein, ohne lineare Richtung. Abseits der Trias steht „Medusa“ – nicht als Bedrohung, sondern zu ihrem Wortstamm zurückgeführt: médousa bedeutet bewachen, schützen. Als Tochter der Meeresgottheiten dem Wasser entstammend, ist sie in der Konstellation nicht Teil des Moleküls, sondern dessen Voraussetzung: das Element, bevor es sich bindet. Am Boden liegt „Verschnürt“: nackt, mit Schnüren umwickelt, als Paket gebunden – eine zweite Achse im Raum, vom Aufrechten zum Liegenden, vom Tragenden zum Getragenen.

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Margarete Adler, Mann mit Huhn, 2026 (work in progress), Terrakotta, bemalt mit Öl, 81 x 54 x 40 cm | Foto: Studio Margarete Adler

Ergänzt wird die Ausstellung durch den fotografischen Werkzyklus „Die Tage des Wassers“ von 1994 – frühe Schwarzweißfotografien, die über drei Jahrzehnte zurückreichen und heute als Resonanz wiederkehren, nicht als Zitat. Die Gegenüberstellung stellt die Frage nach dem Winkel zwischen damals und jetzt.

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Margarete Adler, Medusa, 2026, Terrakotta, bemalt mit Öl, 213 x 65 x 67 cm | Foto: Studio Margarete Adler

Adler modelliert ihre Figuren von Hand, in Ton, über Wochen – ohne Abguss, ohne digitale Vorlage. Nach dem Brand werden sie in feinen Schichten farbig gefasst; Hauttöne, Stoffgewebe, Federstrukturen entstehen im Auftrag von Hand. Das Ergebnis ist ein Verismus, der nicht auf Illusion zielt, sondern auf Präsenz: Die Figuren wirken nicht wie Abbilder, sondern wie Anwesende. Diese Handwerklichkeit ist nicht Stil, sondern Haltung – und Adlers Skulpturen tragen die Spur dieser Haltung in sich und geben sie an die Betrachtenden weiter.

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Margarete Adler, Verschnürt, 2026 (work in progress) Terrakotta, bemalt mit Öl, 41 x 115 x 76 cm | Foto: Studio Margarete Adler

Vernissage: Donnerstag, 25. Juni 2026, 18:00–21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Freitag, 26. Juni – Donnerstag, 6. August 2026

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Bildunterschrift Titel: Margarete Adler, aus der Serie „die Tage des Wassers“, Fotografie, 60 x 80 cm, 1990er Jahre | Foto: Studio Margarete Adler

Ausstellung Margarete Adler – AOA;87 contemporary | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

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