post-title Jimmy Nelson | Before they Part II | Camera Work | 15.10.-19.11.2016

Jimmy Nelson | Before they Part II | Camera Work | 15.10.-19.11.2016

Jimmy Nelson | Before they Part II | Camera Work | 15.10.-19.11.2016

Jimmy Nelson | Before they Part II | Camera Work | 15.10.-19.11.2016

bis 19.11. | #0832ARTatBerlin | Camera Work zeigt ab dem 15. Oktober 2016 die Ausstellung “Before they Part II” des Künstlers Jimmy Nelson.

CAMERA WORK freut sich, die Ausstellung »Before They Part II« von Jimmy Nelson ab dem 15. Oktober 2016 präsentieren zu dürfen. Nach der international hoch geachteten Ausstellung  »Before They Pass Away« im Jahr 2014 hat Jimmy Nelson sein Lebenswerk fortgesetzt und weitere  faszinierende indigene Völker porträtiert. Alle Arbeiten werden zum ersten Mal präsentiert und  wurden noch nie zuvor ausgestellt. Am 15. Oktober um 14 Uhr findet ein Artist Talk mit anschließender Signierstunde in der Galerie CAMERA WORK statt.

»Einzigartig« umschreibt die von Jimmy Nelson Porträtierten in vielerlei Hinsicht am treffendsten:  Derart unvergleichlich faszinierend sind die von Jimmy Nelson porträtierten Stämme. Die  Stammesvertreter der letzten indigenen Völker auf der Erde sind die Protagonisten seiner Fotografien. Die Arbeiten gehen weit darüber hinaus, die vage Vorstellung der Öffentlichkeit über deren Existenz mit einem nüchternen visuellen Beleg zu bedienen. Jimmy Nelson schafft mit seiner epochalen Serie ein Bewusstsein für die faszinierende Vielfalt der kulturI und geschichtsträchtigen Symbole dieser Völker, die Zeugenschaft über deren Riten, Bräuche und Traditionen abliefern.

Nach dem Fertigstellen des ersten Teils der Serie »Before They Pass Away« bereiste Jimmy Nelson noch weitere Länder der Erde – von Tahiti über den Sudan bis nach China – um mehr von den faszinierenden Stämmen zu lernen und Portraits zu erschaffen, wie es noch kein anderer Fotokünstler zuvor getan hat. Der kulturelle Reichtum der indigenen Bevölkerung differenziert sich immer weiter innerhalb jedes einzelnen Stammes in einer neuen und anderen Art und Weise.

Der Betrachter wird auf eine unverfälschte Weise mit dem Unbekannten und Fremden konfrontiert, vor allem durch die fremdartige Exotik der luxuriösen Fellroben, die farbenfrohen Stoffe und den Festschmuck der Menschen. Die Dekorationen erwecken in ihrer Vielfalt schon fast eine mystische Atmosphäre. Die positive Reizung der Sinne durch die Vielfalt des kulturellen Ausdrucks ruft das Verlangen hervor, dies zu schützen und zu bewahren. Trotz der Verfremdung ist es die Schönheit, ersichtlich in allen kulturellen Artefakten, welche als bindendes Element fungiert und darüber hinaus in der Komposition und Ästhetik der Fotografien widergespiegelt ist.

Jimmy Nelson ist kein Wissenschaftler, vielmehr erzählt er Geschichten und lässt dem Rezipienten Raum für Fragen, anstatt diese vorab beantworten zu wollen. Dies gelingt ihm dank eines auf der ethnologischen Ebene bisher einzigartigen stilistischen Ansatzes. Die in der Ausstellung präsentierten – teilweise großformatigen – Arbeiten entziehen sich einer klaren Kategorisierung: Sie oszillieren zwischen visuellem Authentizitätsbeleg und Ausdruck eines gemäß Leitmotiven von Schönheit, Stolz und Würde verpflichteten Kompositionskalküls. Stolz und Würde strahlen auch die Blicke der Menschen in den Porträts aus. Diese sind kraftvoll genug, auch vor häufig ganz ausgeblendetem Hintergrund über sich selbst hinaus zu weisen und eben jene Geschichten zu erzählen, die Jimmy Nelson auf seinen Reisen gesammelt hat.

Die Fotografien verführen geradezu, indem sich durch den Schmuck und die Bemalungen ihrer Protagonisten eine Welt an unbekannten Zeichen eröffnet, deren Referenzwerte sich dem Betrachter entziehen. Zugleich finden sich etwa in der Weise der Positionierung der Menschen vor episch anmutigen Landschaften ikonografische Muster wieder, die dem Fundus des Rezeptionshorizonts der globalisierten Welt entnommen sind. Von Berggipfeln und Anhöhen überblicken die Protagonisten ihr Territorium, mit dem sie einerseits eine harmonische Einheit bilden und zum anderen ein eindeutiger besitzmarkierender Gestus gefördert wird.

Jimmy Nelson

1967 in Kent geboren, ist Jimmy Nelson seit 1987 als Fotograf tätig. Bereits nach seinem Schulabschluss durchquerte er zu Fuß auf einer einjährigen Reise Tibet und ermöglichte mit seinem fotografischen Tagebuch der Öffentlichkeit Einblicke in ein bisher unzugängliches Land. Einer Vielzahl an aktuellen kulturellen Themen, mit deren fotografischer Dokumentation er betraut war, schloss 1994 das 30 monatige Projekt »Literary Portraits of China« an. Die Werke wurden nach Abschluss zunächst im Palast der Republik auf dem Tiananmenplatz präsentiert und begründeten eine weltweite Ausstellungstour. Neben seiner erfolgreichen Tätigkeit als professioneller Werbefotograf, vertiefte Nelson diesen ethnologischen Ansatz seiner künstlerischen Arbeit. Das einzigartige visuelle Resultat seiner Arbeit mit einer über 50 Jahre alten Plattenkamera von 13 Reisen in über 40 Ländern mündete durch die überwältigende internationale Resonanz schließlich in seiner monumentalen Serie »Before They Pass Away«, die er mit »Before They Part II« fortsetzte. Er setzte somit den indigenen Völkern ein Denkmal und lenkte die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf ihre gefährdete Existenz. Jimmy Nelsons Enthusiasmus, mit dem er seine Arbeit verfolgt, speist sich nicht aus einer rein dokumentarischen Intention. Er versteht sich nicht als Wissenschaftler, der sich um Fakten bemüht. Er ist Romantiker, Idealist, Ästhet: Erst aus dem Zusammenspiel all dieser Blickwinkel entsteht das in seiner Ikonografie und Stilistik faszinierende Werk. »Before They Pass Away« wurde 2013 in ein imposantes und gleichnamiges Fotobuch (teNeues gefasst, welches mit dem Goldenen Deutschen Fotobuchpreis 2014 ausgezeichnet wurde.

Ausstellungsdaten: Samstag, 15.Oktober – Samstag, 19. November 2016

Zu Camera Work

 

Bildunterschrift: JIMMY NELSON, LONGHORN, SUO JIA, LIUZHI, LIUPANSHUI, GUIZHOU, CHINA, 2016

Ausstellung Jimmy Nelson – Camera Work – Kunst in Berlin ART at Berlin

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