post-title Jan Groover | The Virtue of Balance | KLEMM’S Galerie | 09.09.-22.10.2016

Jan Groover | The Virtue of Balance | KLEMM’S Galerie | 09.09.-22.10.2016

Jan Groover | The Virtue of Balance | KLEMM’S Galerie | 09.09.-22.10.2016

Jan Groover | The Virtue of Balance | KLEMM’S Galerie | 09.09.-22.10.2016

bis 22.10. | #0756ARTatBerlin | KLEMM’S Galerie zeigt ab 09. September 2016 die Ausstellung The Virtue of Balance der Künstlerin Jan Groover.

Wir freuen uns sehr, die erste Einzelausstellung mit Arbeiten von Jan Groover (USA, 1943 – 2012) in Deutschland anzukündigen. Zu sehen sein werden Arbeiten aus beinahe drei Jahrzehnten, sowie außerdem mehrere für das Oevre der Künstlerin entscheidende Werkgruppen. Bevor Jan Groover sich der Fotografie widmete, war sie Malerin. Geboren 1943 in Plainfield, New Jersey, wandte sich Groover in den frühen 70er Jahren von der abstrakten Malerei ab, um mit dem Medium der Fotografie zu experimentieren – einem Medium, dass ihr freier und künstlerisch offener schien, als die restriktive und männlich-dominierte Malerei der damaligen Zeit. Ihre Herangehensweise an die Fotografie blieb jedoch weiterhin in gewisser Weise ‚abstrakt‘. Die Arbeiten erinnern weniger an die allgemeinhin mit dem Medium assoziierte vermeintliche Authentizität des beobachtenten Moments, als vielmehr an ein bewusst inszeniertes Bild: Farbe und Form dominieren, Perspektiven sind unklar, räumliche Mehrdeutigkeiten werden konstruiert und Licht wird zum Gegenstand an sich transformiert. Jan Groover war an fotografischen Bildern interessiert, die präzise gedacht und gemacht erscheinen, nicht aber als mit der Kamera aufgespürt und eingefangen wirken. Im Laufe ihrer künstlerischen Entwicklung eliminierte sie nach und nach die Spuren des Dokumentarischen aus ihren Arbeiten und forderte die Grenzen des künstlerischen Mediums heraus, um stattdessen mit ihrem Blick die Beziehungen von Elementen in einem Bild – die ästhetische Wirkung von Form und Struktur – zu untersuchen. Alles wurde Form. Nicht nur in ihren bekannten Stillleben, für die sie ab 1978 ihre Spüle in der Küche zum Schauplatz formal-ästhetischer Experimente umfunktionierte, sondern auch in den frühen Bewegungsstudien, den intimen Körperfotografien und in den späten nahezu szenographisch wirkenden, angeordneten Ensembles. Das Verblüffende ist bis heute, dass Jan Groovers Arbeiten nie in einem strengen und trockenem Formalismus gefangen blieben, sondern dass das von ihr fotografisch Abgebildete in stets bestechender Weise und wunderbarer Balance eine Tiefe und ungekannte Anmut verliehen bekam. ‚Good to look at, good to think about‘, so formulierte es John Szarkowski – Kunsthistoriker, Kurator und damaliger Direktor für Fotografie am MoMA, der Jan Groover 1987 in einer großen Solo-Ausstellung in New York zeigte. Ihre Konzentration auf die formalen Aspekte verschiedener Objekte kulminiert in einer reichen visuellen Erfahrung, ohne dabei etwas von ihrer Konzeptualität oder Komplexität zu verlieren. Jan Groovers Bilder hallen nicht nur als ein subtiles Dokument des Feminismus’ und der Akzeptanz von Fotografie als Kunst nach, sondern auch als eine außerordentlich ästhetische Untersuchung einer Fiktion, die untrennbar mit den faktischen Konventionen des Mediums Fotografie verbunden ist. Ihr Werk beeinflusst bis heute nachfolgende Generationen von KünstlerInnen und wirkt gerade vor dem aktuellen Hintergrund digitaler und prozessualer Bildfindung frisch und zeitlos zugleich.

 

Jan Groover (geboren 1943 in Plainfield, USA; gestorben 2012 in Montpon-Ménestérol, Frankreich) studierte am Pratt Institute und an der Ohio State University. Sie war in zahlreichen Einzel- und Gruppen-ausstellungen im In- und Ausland vertreten. Ihre Arbeiten waren neben einer mid-career Retrospektive am Museum of Modern Art 1987 in New York unter anderem Gegenstand von Einzelausstellung am Baltimore Museum of Art; in der Corcoran Gallery of Art, Washington, DC und dem International Museum of Photography, George Eastman House, Rochester, New York. Weiterhin drehte die Fotografin Tina Barney in den frühen 1990er Jahren ein Film über sie mit dem Titel ‚Jan Groover: Tilting at Space‘.

Vernissage: Freitag, 09. September 2016 18 – 21 Uhr 

Ausstellungsdaten: Freitag ,  09. September – Samstag, 22. Oktober 2016

Zu KLEMM'S

Bildunterschrift: Jan Groover, Untitled (215.1), 1988, chromogenic color print, courtesy Janet Borden, Inc., New York

Ausstellung Jan Groover – KLEMM’S Galerie – Kunst in Berlin ART at Berlin

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